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Bild: imago/getty images/montage: watson

Facebook wird 15 – und wächst trotz aller Skandale weiter und weiter

Na dann mal Happy Birthday! Das größte Geschenk zum 15. Geburtstag haben Facebook die Nutzer gemacht. Trotz der vielen Skandale, Enthüllungen und Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Jahre kehrten sie dem Sozialen Netzwerk nicht den Rücken. So konnte Facebook wenige Tage vor dem Jahrestag am 4. Februar verkünden:

Die Zahl mindestens einmal im Monat aktiver Mitglieder ist im vergangenen Quartal um rund 50 Millionen auf 2,32 Milliarden angewachsen.

Eine Vergleichsgröße gefällig? Facebook ist laut eigenen Angaben in einem Quartal um mehr Menschen gewachsen, als in ganz Spanien leben. Das war nicht unbedingt zu erwarten, denn auch im vergangenen Vierteljahr hagelte es nur so abschreckende Facebook-Nachrichten.

Facebook genießt und schweigt

Ging das alles also wirklich spurlos vorbei, machten nicht zumindest einige Nutzer in Europa und den USA ihre Facebook-Accounts dicht, wollte ein Analyst nach Vorlage der Quartalszahlen wissen. "Ich würde die Zahlen einfach für sich sprechen lassen", konnte Finanzchef Dave Wehner lässig entgegnen. Und die Zahlen zeigen: Selbst in Europa, wo Facebook in den beiden Quartalen davor jeweils eine Million Nutzer verloren hatte, gab es jetzt einen Sprung von 375 auf 381 Millionen Nutzer. Rund 282 Millionen kamen sogar täglich.

Facebook verdient Geld, weil es uns so gut kennt

Die vielen Nutzer – und ihre Daten – sichern auch die Werbeerlöse. Der Quartalsumsatz sprang um 30 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar hoch. "Die meisten Werbekunden von Facebook kennen keinen anderen Ort, an dem ihre Investitionen so effizient sind", sagte Analyst Rich Greenfield von der Finanzfirma BTIG dem Finanzdienst Bloomberg.

Was für Facebook gut ist, ist für die Nutzer eigentlich ein Alarmsignal: Facebook weiß eben so viel über seine Mitglieder, dass es Werbekunden zielgenau die richtigen Adressaten auftischen kann. Das ist auch ein blendendes Geschäft für das Online-Netzwerk selbst: Bei Facebook blieben 6,9 Milliarden Dollar als Gewinn in der Kasse hängen.

Das Dreiergespann: Facebook-Instagram-WhatsApp

Insgesamt 2,7 Milliarden Nutzer greifen jetzt auf mindestens einen Dienst aus dem Hause Facebook zu. Selbst wer Facebook verlässt, bleibt oft dem Konzern verbunden: So gab Bundeskanzlerin Angela Merkel vor ein paar Tagen zwar ihren Facebook-Account auf - blieb aber bei Instagram. Und auch der Grünen-Chef Robert Habeck, der sich Anfang Januar mit einem großen Paukenschlag von Twitter und Facebook entfernte ist noch immer bei Instagram vertreten.

Gleichzeitig muss Facebook sein Geschäft ständig anpassen, wie das Online-Netzwerk selbst einräumt. Die Nutzer kommen zwar zu Facebook – und zu Instagram und WhatsApp, aber ihr Verhalten ändert sich. Vor allem "Stories" erfreuen sich schnell wachsender Beliebtheit. Bei Instagram greifen 500 Millionen Nutzer auf die Funktion zu – täglich. Nur: Facebook ist erst dabei, Anzeigeplatz in den "Stories"-Formaten einzurichten. Von den insgesamt sieben Millionen Werbekunden sind erst zwei Millionen in den "Stories" aktiv.

Das zeigt, wie schnell sich Facebook bewegen muss – aber auch wie anpassungsfähig sich das Netzwerk in den vergangenen 15 Jahren erwiesen hat. Instagram und WhatsApp wurden gekauft, bevor sie Facebook gefährlich werden konnten. Die Gründer von Snapchat schlugen ein Übernahmeangebot aus und landeten mit den "Stories" als erste einen Hit. Facebook kopierte sie kurzerhand für alle seine Produkte und schickte Snapchat in die Krise.

Facebook hatte mal große Ambitionen – übrig bleiben große Skandale

Facebook selbst gibt sich nach den jüngsten Nackenschlägen und Skandalen demütiger als früher. Zum 10. Jahrestag sprach Gründer und Chef Mark Zuckerberg noch von der "Verantwortung", die restlichen zwei Drittel der Erdbevölkerung ins Internet zu bringen. Die hochtrabenden Pläne, das unter anderem mit Satelliten und Drohnen zu erreichen, verliefen sich jedoch. Und Facebook konnte auch nie dem Vorwurf entkommen, es wolle die Leute eigentlich ins Netz bringen, um mehr Nutzer zu bekommen.

Die Ambitionen sind seitdem – notgedrungen – kleiner geworden. Am 10. Jahrestag kündigte Zuckeberg noch an, in seinem zweiten Jahrzehnt werde Facebook mit noch mehr Ressourcen helfen, größere und wichtigere Probleme zu lösen. Inzwischen geht es ihm darum, "Facebook zu reparieren", damit die Plattform nicht wieder zur Manipulation von Wahlen wie in den USA oder zur Anstiftung zum Völkermord wie in Myanmar genutzt wird.

(fh/dpa)

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