Chinesische Spionagechips auch in Deutschland? FDP fordert Aufklärung

Nach Berichten über mögliche Spionage-Chips aus China in Servern großer US-Konzerne hat die FDP jetzt Aufklärung von der Bundesregierung über mögliche Auswirkungen auf Deutschland gefordert. "Es ist absolut erforderlich, dass die Bundesregierung die Gefährdungslage schonungslos analysiert", sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer der Zeitung "Handelsblatt". Er sehe die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft "Opfer planmäßiger Industriespionage nicht nur der Chinesen wird".

Der Finanzdienst Bloomberg und mehrere US-amerikanische Wirtschaftsblätter hatten berichtet, dass chinesische Hacker entsprechende Computerchips direkt in Rechner großer US-Konzerne und Behörden installiert haben. Die winzigen Bauteile erlaubten es Angreifern, die Kontrolle über die Server zu übernehmen und Informationen abzuzapfen. Als Ziele wurden etwa Apple und Amazon genannt, die dementierten die Berichte allerdings nachdrücklich.

Laut dem Bloomberg-Bericht laufen bereits seit drei Jahren geheime Ermittlungen der US-Behörden im Zusammenhang mit den Spionage-Chips. Die Ermittler hätten herausgefunden, dass sie in Fabriken in China in die Elektronik der Server der Firma Super Micro eingeschleust worden seien und vermuteten chinesische Militärhacker dahinter.

Theurer ist seit 2017 im Bundestag. Zuvor machte er sich als engagierter Finanzpolitiker im Europaparlament einen Namen. Der leidenschaftliche Jogger wurde im Fall einer Jamaika-Koalition auch als Wirtschaftsminister gehandelt. 

(dpa, afp, rtr)

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