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Billig, aber auch gut? imago

Warum Verbraucherschützer die Shopping-App Wish kritisieren

Helge Denker / t-online

Ein Artikel von

T-Online

Auffällig sind zwei Dinge, wenn man "Wish" öffnet: Die zum Teil extrem niedrigen Preise und Produkte, die bekannten Markenprodukte ähnlich sehen. Zum Beispiel den kabellosen Kopfhörern "AirPod" von Apple. Das Original kostet knapp 180 Euro, sehr ähnliche Produkte werden auf "Wish" schon ab zwölf Euro angeboten. 

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Eine analoge Uhr, die das Logo "Nomos Glashütte" und den Schriftzug "Made in Germany" trägt, wird für Käufer auf "Wish", die schnell zuschlagen, für nur acht Euro plus Mehrwertsteuer angeboten. Eine echte Uhr von Nomos kostet mindestens 1'260 Euro. "Bei Uhren im einstelligen Euro-Bereich handelt es sich garantiert um Fälschungen", erklärt Anna Jasper, Sprecherin des Uhrenherstellers Nomos in Glashütte, "Nomos verfolgt Produktpiraterie mit juristischen Mitteln".

Meist stammen diese Produkte von Verkäufern aus China und Fernost. Besonders oft werden Kleidung, Schmuck und Elektroartikel angeboten, so die Verbraucherzentrale .

Sie ist von den vermeidlichen Schnäppchen auf "Wish" überhaupt nicht begeistert, bekommt viele Beschwerden von unzufriedenen Kunden. Sie klagen, dass Produkte häufig beschädigt oder gar nicht ankommen und schlecht verarbeitet sind. Einige Kunden bekamen sogar teure Mahnschreiben – bevor die Ware überhaupt angekommen war.

Die Verbraucherzentrale warnt auch davor, dass Versand-, Zoll- und Rücksendegebühren die Gesamtkosten in die Höhe treiben können: "Kommen Sie zusammen mit den Versandkosten auf einen Betrag von über 22 Euro, müssen Sie bei internationalen Bestellungen zusätzlich Einfuhrumsatz- und gegebenenfalls Verbrauchsteuern tragen. Ab einem Bestellwert von 150 Euro (inklusive Versandkosten) kommen Zollgebühren auf Sie zu."

Fragt man Kunden, die Produkte auf der Plattform "Wish" bestellt haben, reichen die Antworten von "sehr zufrieden" bis "sehr enttäuscht". Viele sehen die Bestellung als eine Art Glücksspiel, bei dem man mit geringem Einsatz verlieren oder gewinnen kann. Gelobt werden der Kundenservice und die kulante Behandlung von Beschwerden.

Dabei sind die Informationen über die Anbieter auf der Plattform mehr als dünn: Oft sind nur ein Pseudonym und eine Durchschnittsbewertung zu sehen. Weitere Angaben über Firmensitz, Gesellschaftsform und Steuernummer, die in Deutschland vorgeschrieben sind, fehlen oft. Somit bleibt es im Bestellvorgang unklar, mit wem der Kunde den Kaufvertrag schließt. 

Dieser Artikel ist zuerst auf t-online.de erschienen.

Das ist "Whish":

"Wish" hat seinen Sitz in San Francisco, das Unternehmen wurde laut Wikipedia 2010 von Peter Szulczewski und Danny Zhang als Wunschlisten-Portal gegründet und 2013 in eine Online-Shopping-Plattform umgewandelt. 2017 hatte die Shopping-App "Wish" über 100 Millionen Nutzer auf den Plattformen iOS  (Apple) und Android .

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