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Manche iPhone-Apps erstellen heimlich Screenshots – und erfassen dabei mitunter sensible Nutzerdaten. Bild: iStockphoto

Diese iPhone-Apps zeichnen heimlich den Bildschirm der User auf

Ein IT-Experte berichtet von mehreren populären Apps fürs iPhone, die das Nutzerverhalten aufzeichnen. Das Perfide an der Sache: Nutzer können die Spionage nicht erkennen und werden über das Tracking auch nicht informiert.

iPhone-Apps bekannter Firmen sammeln Nutzerdaten und erstellen heimlich Screenshots – ohne Wissen der Smartphone-User. Das berichtet das Newsportal TechCrunch. Die Seite hat für ihre Tracking-Analyse von einem Experten das Verhalten verschiedener iPhone-Apps auswerten lassen.

Der Experte berichtet, dass die Apps ein umfassendes Tracking-Programm der Firma Glassbox nutzen. Mit dessen Hilfe können Konzerne das Bildschirmverhalten von Nutzern aufzeichnen, sprich alle Eingaben (wischen, tippen) protokollieren und heimlich Screenshots erstellen.

"Stell dir vor, deine Website oder App könnte im Detail und und Echtzeit sehen, was deine Kunden tun."

Glassbox

Die Firmen sehen so, welche Interaktionen Nutzer auf dem Touchscreen oder der Tastatur getätigt haben. "Die so erfassten Daten werden entweder an den Analyse-Dienst oder den App-Anbieter übermittelt – ohne dass der Nutzer darauf hingewiesen wird oder dies verhindern kann", schreibt das deutsche Tech-Porteil heise.de. Dadurch sollen Entwickler die Apps optimieren können.

Bild

Bild: twitter screenshot

Betroffen seien Apps von Hotels, Reiseunternehmen, Fluggesellschaften, Mobilfunkanbietern und Banken. So stecke die Tsracking-Software etwa in den Apps folgender Firmen:

Effektiv dürften zahlreiche weitere Apps für iOS und Android die Trackinglösung von Glassbox (oder vergleichbare Analyse-Tools) nutzen. Glassbox rechtfertigt das Tracking unter anderem damit, dass die Bildschirmaufzeichnungen nur die jeweilige App betreffen. Es ist den App-Entwicklern also nicht möglich ihren Usern außerhalb der eigenen App nachzuspionieren. Ein Grund zur Entwarnung ist dies indes nicht.

Mitarbeiter können persönliche Daten einsehen

Um sensible Nutzerdaten zu schützen, ist es beim Tracking möglich, bestimmte Bereiche bei der Erfassung des Bildschirms automatisch zu schwärzen – nur wird dies offenbar oft nicht richtig umgesetzt. Laut "TechCrunch" soll beispielsweise die App von Air Canada die Eingabe von Nutzer nicht maskieren. Das heißt, dass Mitarbeiter mit Zugang auf die gesammelten Daten Kreditkarteninformationen oder Passwörter auslesen können.

Die Tracking-Software zeichnet heimlich auf, was der Nutzer innerhalb der App macht

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Screenshots der Air-Canada-App zeigen Passwörter und Kreditkarteninformationen. Video: YouTube/Luke M

Zudem soll Glassbox laut "TechCrunch" die Nutzer weder darüber informieren, dass sie das User-Verhalten aufzeichnen, noch darüber, dass die Daten an die Cloud von Glassbox geschickt werden. Auch konnte "Tech Crunch" in den genannten Apps keinen Eintrag in der Datenschutzerklärung finden, der auf das App-Verhalten hinweist.

Apple reagiert

Der iPhone-Konzern hat inzwischen auf die Enthüllungen von Tech Crunch reagiert und werde "wenn nötig, sofort handeln", wird ein Firmensprecher zitiert. Apple will das Tracking nicht verbieten, schreibt aber in einer E-Mail an die fehlbaren App-Entwickler: "Apps müssen eine ausdrückliche Zustimmung des Benutzers einholen und eine klare visuelle Anzeige liefern, wenn sie Aufzeichnungen der Benutzeraktivitäten machen". Wer sich nicht daran hält, muss damit rechnen, aus dem App Store zu fliegen.

Warum Apple der heimlichen Überwachung durch iOS-Apps nicht früher Einhalt geboten hat, bleibt unklar.

Eingebettete Analyse-Tools sorgen immer wieder für Aufregung: Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise bekannt, "dass das Sammeln und Weiterverkaufen von Daten zum iPhone-Aufenthaltsort und das Erstellen von Standortprofilen längst zu einem grossen Geschäft geworden ist", schreibt heise.de.

Unlängst sorgte ein andere Untersuchung für Schlagzeilen, die enthüllte, dass populäre iPhone- und Android-Apps Nutzerdaten an Facebook übermitteln.

Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erschienen. 

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