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Ein faltbares iPhone? Diese Dummheit sollte Apple nicht machen!

Die Zeit der Klapphandys haben wir – Steve Jobs sei Dank – hinter uns. Angesichts der jüngsten Hardware-Neuerungen bei Samsung, Huawei und Co. ist zu hoffen, dass der iPhone-Hersteller nicht einklappt. Eine Polemik.

Daniel Schurter / watson.ch

Wie 99.9 Prozent der Menschheit habe ich noch kein Falt-Handy in Händen gehalten. Oder müssten wir nicht eher von Tablets mit zusammenfaltbarem Bildschirm reden?

In diesem Rant Meinungsbeitrag begründe ich meine grundsätzlich skeptische Haltung zu dem, was Kollegen der schreibenden Zunft bereits als echte Innovation anpreisen.

Im Folgenden lege ich in 7 Punkten dar, warum die neuen "Foldables" floppen werden und der iPhone-Hersteller nicht auf den anrollenden Hype-Zug aufspringen sollte.

Ich entschuldige mich schon jetzt, falls ich mit dem etwas "zugespitzten" Titel deine Gefühle verletzt haben sollte. Und hoffe trotzdem auf eine gesittete Diskussion! 😉

Warme Luft

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Bei gewissen Instrumenten Geräten machen Falten durchaus Sinn.

Bildnummer: 51365719  Datum: 12.06.2005  Copyright: imago/Gerhard Leber
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imago

Smartphones gehören nicht in diese Kategorie.

Stell dir ein Gerät mit Scharnier vor – und eines ohne. Welches ist weniger fehleranfällig und wird länger halten?

Einfach ist besser

2007 läutete Apple das moderne Smartphone-Zeitalter ein. Der für viele Beobachter unerwartete wirtschaftliche Erfolg des iPhones stellte sich dank mehrere Faktoren ein. Kompliziertes (Hardware-)Design gehörte nicht dazu. Im Gegenteil. Unter dem visionären Steve Jobs mussten die Erfinder, Ingenieure und Entwickler um jedes noch so vielversprechende Extra kämpfen: Weniger war mehr.

Vom Apple-Gründer ist das Zitat überliefert:

"Ich bin genau so stolz auf die Dinge, die wir nicht gemacht haben, wie auf die Dinge, die wir gemacht haben. Innovation heißt, zu 1000 Dingen Nein zu sagen."

Bild

Apple Flip Phone (1983). Die Hintergründe zum Prototypen gibt's in dieser Story.

Horror-Preise helfen nicht gegen sinkende Kauflust

Ob von Samsung oder Huawei: Falt-Smartphones werden mit Preisen rund 2000 Euro viel zu teuer sein.

Die meisten Leute (mich eingeschlossen) finden technische Neuerungen zwar spannend und interessant, verlassen sich aber im Alltag auf Bewährtes. Und dermaßen viel für ein "Handy" bezahlen will kein normaler Mensch.

Die obszöne Preisgestaltung sei ein Zeichen, dass die Zeit für die Falt-Display-Technologie noch nicht gekommen sei, kommentierte Extreme Tech. Diesem Urteil schließe ich mich zu 100 Prozent an. Und doch werden uns die Hersteller schon die erste Geräte-Generation regelrecht aufdrängen, so als handle es sich um "das nächste große Ding".

Fakt ist:

Bis faltbare Bildschirme massentauglich werden, wird noch sehr viel Zeit verstreichen. In den kommenden Jahren bleiben Foldables Nischenprodukte mit fragwürdigem Nutzen – und ein belächeltes Spielzeug für Reiche und Protzer.

Keine faulen Kompromisse

Bislang gibts Notebooks, Smartphones, Tablets und Hybridgeräte. Letztere halte ich für absolut unnötig. Wer Tag für Tag mit einer bestimmten Gerätekategorie arbeitet bzw. "aus Gründen" darauf angewiesen ist, will keine Kompromisse eingehen. Schon gar keine faulen.

Wer unterwegs ein Mobilgerät mit großem Touch-Screen braucht, greift auch weiterhin zum Tablet oder Notebook. Apple verdient in beiden Kategorien am meisten Geld. Grund: Die iPads und Macbooks sind am besten auf die Bedürfnisse der mobilen Kundschaft zugeschnitten und halten sie mit hoher Benutzerfreundlichkeit bei der Stange.

Bei Falt-Handys stellt sich die Frage, wie häufig man das unhandliche Teil im (Pendler-)Alltag aufklappt. In den meisten Fällen dürfte das Smartphone-Display genügen – und diese Geräte sind kompakter, leichter und bezahlbar.

Für Android-Tablets sind gute Apps noch immer Mangelware. Das Angebot an maßgeschneiderten Anwendungen im Play-Store wird sich durch neue Display-Formate nicht erhöhen. Auch wenn Google mit Anpassungen am mobilen Betriebssystem die technischen Voraussetzungen schafft.

Was mich als Film- und Serienfan zweifeln lässt: Was soll ein größerer, aber quadratischer Falt-Handy-Bildschirm bei Inhalten im gängigen Kinoformat (16:9) bringen? Auf großen Smartphones kann man heute schon gut Videos gucken. Wer mehr will, greift besser zu Laptop oder Tablet.

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Das auffaltbare Display ist nicht wirklich videotauglich. Punkt. bild: watson

Meine Prognose: Für Dreiviertel der Leute wird weiterhin ein Smartphone genügen, der Rest greift auch unterwegs zum besser geeigneten Zweitgerät (Tablet, Notebook).

Plastik ist unsexy

Glas ist das beste Material für hochwertige Displays. Doch kann man das Material weder knicken noch falten.

Falt-Smartphones bestehen darum auf absehbare Zeit aus Kunststoff. Und das bringt gewichtige Nachteile.

Ein Reddit-User, der das faltbare Huawei-Smartphone unter die Lupe nahm, schreibt: "Der Bildschirm des Mate X hat Wellen. Es sieht aus wie eine offene DVD-Hülle".

Selbst wenn die Plastikdisplays nach tausendfachem Falten noch relativ unbeschadet sein sollten, so weiß doch jeder Smartphone-User: Spezialglas ist angenehmer zu berühren, sieht besser aus und ist nicht so anfällig auf Kratzer.

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So macht sich der bekannte Spielzeughersteller über faltbare Displays lustig. bild: twitter

Woz will ein faltbares iPhone 😱

Steve Wozniak, bekannt als Woz, ist eine lebende Legende. Wie ich schon früher schrieb, halte ich große Stücke auf den "Tech Wizard", der in den 1970ern praktisch im Alleingang die ersten Apple-Computer konstruierte.

Woz ist ein liebenswerter Kerl und eine Plaudertasche, die zu allen möglichen Themen seine Meinung kundtut. Man muss ihn nur fragen, so wie das Ende Februar zwei Bloomberg-Journalisten getan haben. Resultat: Woz will unbedingt ein faltbares iPhone und er meint, Apple hinke hinterher.

Das Problem: Woz ist zwar ein Gadget-Liebhaber, hat aber beim Hardware-Design keinen (guten) Riecher. Wäre es nach Steve Jobs' Kompagnon gegangen, hätten die ersten Tischrechner der Apple Computer Inc. ganz anders ausgesehen – und ihre Firma wäre wohl nicht durchgestartet.

Meine Prognose: Bis zum ersten faltbaren Apple-Handy wird es noch lange dauern. Auch wenn sich die Kalifornier die entsprechenden Patente bereits gesichert haben.

Verfrühter Jubel

Halten wir an dieser Stelle noch einmal fest: Kein Journalist konnte bislang ein Falt-Handy auf Herz und Nieren testen.

Was mich misstrauisch macht, sind die Vorschusslorbeeren, respektive die unverhältnismäßige Begeisterung von Tech-Bloggern und Journalisten. Sie ist mit dem unstillbaren Wunsch nach Neuem, noch nie Dagewesenen zu erklären. Und wohl auch damit, dass die Medien dem Publikum schon seit vielen Jahren faltbare Handys anpreisen. Ohne Erfolg.

Das Kyocera Echo kam 2011 auf den Markt. Das Android-Smartphone hatte zwei Bildschirme – und floppte.

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Video: YouTube/Engadget

Nach mehr als zehn Jahren, in denen die Smartphones vor allem immer größer und – zugegeben – langweiliger wurden, ist natürlich nachvollziehbar, dass große Veränderungen großes Aufsehen erregen.

Mein Fazit: 2019 ist das Jahr, in dem die Foldables zurückkehren. Doch die Zukunft ist faltenfrei, darauf wette ich.

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