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Meinung

Apples Deal mit Amazon zeigt: Der iPhone-Konzern muss verzweifelt sein

laura stresing

Manchmal steckt hinter einer Schlagzeile mehr, als es auf den ersten Blick scheint. "Apple wird zum Amazon-Verkäufer" ist so ein Fall.

Man könnte es auch so formulieren: Zwei Billionen-Konzerne und Rivalen tun sich zusammen. Dabei geht es natürlich ums Geld. Das Weihnachtsgeschäft steht an, für beide Konzerne die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Hinzu kommen mehrere selbstinszenierte Shopping-Feiertage . Jetzt ziehen sie gemeinsam ins Rennen.

October 26, 2018, Tokyo, Japan - Customers check newly released iPhone XR at Apple s Shibuya store in Tokyo on Friday, October 26, 2018. Apple Japan remodeled its store in Shibuya and Some 700 people queue up to buy Apple s new gadget. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY (89026227)

Das aktuelle iPhone XR. Bild: imago stock&people

Apple-Produkte werden also künftig auch bei Amazon verkauft. Wie lange es wohl gedauert hat, um diesen Deal in trockene Tücher zu wickeln? Dass die Zusammenarbeit erst jetzt verkündet wurde, deutet zumindest darauf hin, dass die Verhandlungen nicht ganz einfach waren. Die sogenannte "Cyberweek", die Rabatt-Woche bei Amazon, zu der sich besonders viele Schnäppchenjäger auf der Plattform tummeln, beginnt schließlich schon am 19. November. Apple dürfte ein Interesse daran haben, diesen Schwung mitzunehmen.

Apples Bedingung: Volle Kontrolle über den Verkauf

Für Amazon-Kunden bedeutet das nicht mehr, sondern weniger Auswahl. Denn zu dem Deal gehört auch, dass alle Produkte, deren Verkauf nicht von Apple genehmigt wurde, aus dem Amazon-Angebot entfernt werden. Preise und Konditionen werden vereinheitlicht, ausgemusterte Modelle fliegen genau wie in den Apple Stores aus dem Sortiment. Gebrauchte und aufbereitete Schnäppchen-iPhones dürfte man bei Amazon bald vergeblich suchen.

Damit versucht Apple, mehr Kontrolle über den Verkauf seiner Geräte zu gewinnen. Dass der iPhone -Konzern dabei auf die Hilfe des Rivalen Amazon angewiesen ist, spricht Bände. Es zeigt, wie groß die Marktmacht des Online-Händlers inzwischen ist. Es zeigt, wie sehr Amazon kontrolliert, was die Leute weltweit kaufen. Selbst Apple, einer der wertvollsten Konzern der Welt, kommt an Jeff Bezos’ Unternehmen nicht mehr vorbei.

Der iPhone-Konzern steht unter Druck

Aus dem Deal spricht auch ein Hauch von Verzweiflung bei Apple. Der Smartphone-Markt droht dem iPhone-Hersteller zu entgleiten. Natürlich: Noch geht es dem Unternehmen prächtig. Im August wurde sein Börsenwert auf astronomische eine Billionen US-Dollar geschätzt. Doch die Konzernspitze weiß genau, dass sie sich anstrengen muss, damit das auch so bleibt.

Vor allem die Konkurrenz aus China klebt dem Smartphone-Pionier im Nacken. Die chinesische Marke Huawei etwa ärgert Apple, wo sie nur kann . Bei den Umsätzen soll Huawei laut mancher Analysten Apple sogar schon überrundet haben.

Dazu muss man wissen: Apple verdankt seine Position auf dem Smartphone-Markt einzig und allein der hohen Zahlungsbereitschaft seiner Kunden. iPhones sind signifikant teurer als die Luxus-Geräte anderer Hersteller. So macht das Unternehmen die stärksten Umsätze, obwohl es deutlich weniger Geräte verkauft als die Konkurrenz.

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Statista-Grafik: Jeder zweite Smartphone-Dollar geht an Apple. Bild: Statista/t-online

Durch den Amazon-Deal hat Apple nun bessere Karten, die Absatzzahlen für seine Top-Modelle zu steigern. Die unerwünschten Billig-Alternativen werden ja netterweise von Amazon beiseite geschafft. Schnäppchenjäger müssen künftig auf andere Angebote wie eBay Kleinanzeigen ausweichen.

Der wahre Gewinner heißt Amazon

Amazon profitiert von dieser Strategie enorm. Mit dem Apple-Deal sichert sich der Online-Riese einen weiteren Marktvorteil. Nicht nur, dass er an jedem gekauften iPhone mitverdient. Dank der neuen Verkaufsregeln kassiert das Unternehmen dabei jetzt auch höhere Provisionen. Außerdem gewinnt der Online-Händler wertvolle Einblicke in die wahren Absatzzahlen des neuen iPhones, die Apple sonst streng geheim hält.

Gleichzeitig nimmt Amazon keinerlei Risiko in Kauf: Der HomePod – das einzige Apple-Produkt, das den hauseigenen Echo-Geräten gefährlich werden könnte – wird auf der Plattform nicht verkauft. Auf dieselbe Weise hielt sich Amazon auch die Streaming-Konkurrenz für seinen Fire TV durch Angebote wie Apple TV oder Google Chromecast vom Leib. Bis heute weigert sich Amazon, den Google Chromecast ins Sortiment aufzunehmen.

Sicher: Das ist das gute Hausrecht der Plattform. Doch Kunden sollten sich dessen bewusst sein. Amazon ist längst nicht mehr der Online-Bazar, auf dem es alles zu kaufen gibt und Produkte und Preise fair miteinander konkurrieren. Was Amazon oder seinen wichtigsten Partnern nicht passt, wird kurzerhand verbannt. Das schadet zwar der Vielfalt. Nur: Online bestellen ist eben immer noch bequemer. Amazon sagt Danke für Ihren Einkauf. 

Dieser Artikel ist zuerst auf t-online erschienen.

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