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Hacker-Angriff: Diese Parteien und Politiker waren am stärksten betroffen

Tibor Martini / t-online

Noch immer ist nicht klar, wer hinter dem Adventskalender steckt, der vor Weihnachten die privaten Daten von Prominenten und Politikern veröffentlichte und seit Freitag für deutschlandweite öffentliche Aufregung sorgt.

t-online hat sich jetzt die Daten genauer angesehen, die da an die Öffentlichkeit gekommen sind. Dadurch können wir zeigen, welche Dateitypen am häufigsten veröffentlicht wurden, welche Politiker am stärksten von dem Hack betroffen sind und auf welche Parteien es der (oder die) Hacker (nicht) abgesehen hatte.

Diese Daten wurden am häufigsten veröffentlicht

Zu den veröffentlichten Daten gehören auch äußerst sensible Daten – Fotos von Personalausweisen, Angaben zu Bankkonten und Fotos aus dem privaten und familiären Bereich.

Unsere Analyse zeigt: Der Großteil der veröffentlichten Daten entfällt nicht auf solche Daten, sondern auf Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Post-Adressen.

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Datawrapper ff.

Ob und in welchem Umfang diese Daten vorher schon anderweitig einsehbar waren (beispielsweise über das Telefonbuch, Verzeichnisse, Impressumsangaben) oder durch den Hacker erstmals öffentlich wurden, ist dabei aktuell noch unklar. Auch die Aktualität und Validität der Datensätze konnten wir nicht prüfen – veraltete Telefonnummern, falsche Zuordnungen und Tippfehler können die Anzahl der Datensätze also noch beeinflussen.

So viele Datensätze wurden pro Politiker veröffentlicht

Dass der Hack vermutlich geringer ausgefallen ist als zunächst angenommen, zeigt sich auch beim Blick auf die Daten pro Politiker: Von den insgesamt 991 untersuchten Politikern wurden bei 835 höchstens zwei Datensätze veröffentlicht – etwa Handynummer und E-Mail-Adresse.

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Diese Politiker sind am stärksten betroffen

Dass der Hack für einige Politiker dennoch empfindliche Auswirkungen hat, zeigt sich beim Blick auf die Politiker mit den meisten veröffentlichten Datensätzen.

Der grüne Spitzenpolitiker Konstantin von Notz ist dabei einsamer Spitzenreiter – zu den über ihn veröffentlichten Daten gehören unter anderem sein Personalausweis, seine postalische Adresse sowie verschiedene Rufnummern.

Bitterer Beigeschmack: von Notz gilt eigentlich als absoluter Fachmann in Sachen digitales Leben, saß unter anderem in der "Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft", war bei den Grünen Sprecher für Netzpolitik, vertrat seine Partei als Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss sowie im Ausschuss Digitale Agenda.

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Auffällig ist, dass unter diesen Menschen nur Politiker von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und CDU/CSU sind.

Auffällige Häufung bei der Parteizugehörigkeit

Ob der Hack politische Hintergründe hatte, ist bislang noch ungeklärt. Aufgeschlüsselt nach Parteizugehörigkeit zeigt sich aber: Politiker der Regierungsparteien machen drei Viertel des gesamten Datensatzes aus – die FDP hingegen kam glimpflich davon; von AfD-Politikern wurde kein einziges Datum veröffentlicht.

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Wir verfolgen neue Entwicklungen des Hacker-Angriffs auch in den nächsten Tagen weiter und halten euch über neue Erkenntnisse und Recherchen auf dem aktuellen Stand.

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