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Poland President Andrzej Duda pictured during a royal visit to the Polish military cemetary, during a commemoration service, in Lommel, Sunday 29 September 2019. The Polish President and his wife are on an official visit to Belgium. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY DAINAxLELARDIC 05675332

Polens Präsident Andrzej Duda von der rechten Regierungspartei PiS. Bild: www.imago-images.de

Reporterin arbeitet undercover in Troll-Farm – das hat sie erlebt

Dank einer polnischen Journalismus-Studentin gibt es seltene Einblicke in ein Business, das mit Fake-Profilen bei Twitter und Facebook funktioniert.

Die Journalismus-Studentin Katarzyna Pruszkiewicz hat sechs Monate lang verdeckt für eine Troll-Fabrik in Warschau gearbeitet. Mit dem Ziel, die (un)heimlichen Machenschaften der Firma und deren Einfluss auf Social Media zu enthüllen.

Die Ergebnisse ihrer Recherche hat sie vor wenigen Tagen veröffentlicht, in Kooperation mit dem Recherche-Kollektiv Investigate Europe. Das ist ein Zusammenschluss von Journalisten aus acht Ländern Europas, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, "transnationale Strukturen" sichtbar zu machen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.

Gemeinsam mit anderen Trollen habe Katarzyna fast 200 Profile bei Facebook, Twitter und Instagram bedient, habe tausende Nachrichten und Kommentare geschrieben, habe provoziert und für reiche und mächtige Kunden geworben, hält "Buzzfeed" fest.

"Ich war ein halbes Jahr lang ein Troll. Ich habe staatlichen Unternehmen gedient und falsch informiert."

Katarzyna Pruszkiewicz, Journalistin quelle: newsweek.pl

Was kam heraus?

Watson fasst die wichtigsten und zum Teil erschreckenden Erkenntnisse zusammen:

Bild

screenshot twitter

Wie reagiert die Troll-Firma?

Wie zu erwarten, mit Desinformation.

Wenige Stunden nach einer offiziellen journalistischen Anfrage an Cat@Net für den "Buzzfeed"-Artikel werden die internen Chat-Gruppen der Mitarbeiter gelöscht.

Nachdem Investigate Europe und Fundacja Reporterów, ein polnisches Journalisten-NGO, die Recherche veröffentlichen, entfernt die Firma fast alle Inhalte von der eigenen Website. Dort findet man nur noch eine lange Stellungnahme, in der die publik gemachten Fakten bestritten werden.

So heißt es:

"Die Firmenführung bestreitet nachdrücklich die Anschuldigungen, dass das Unternehmen eine Troll-Farm ist. Das Geschäftsfeld des Unternehmens ist das Outsourcing von Marketingaktivitäten auf Social-Media-Plattformen. Wir liefern zuverlässige Informationen, sprechen im Namen unserer Kunden, fördern deren Produkte und Dienstleistungen wie jede Agentur dieser Art. (...)
Der Vorstand des Unternehmens bestreitet nachdrücklich, dass von Mitarbeitern des Unternehmens geführte Influencer-Accounts Hass, Hassreden oder Fehlinformationen verwenden."

quelle: catatnet.pl (Übersetzt mit deepl.com)

Warum tut Investigate Europe das?

Investigate Europe ist gemäss eigenen Angaben ein paneuropäisches Journalistenteam, das gemeinsam Themen von europäischer Relevanz recherchiert und europaweit veröffentlicht. Zu ihrer Motivation schreiben die Journalisten:

"Angesichts einer Reihe von Krisen, die den alten Kontinent lähmen, sind die Europäer bestürzt. Die meisten wissen, dass unser Leben von Entwicklungen weit über unsere nationalen Grenzen hinaus beeinflusst wird. Die meisten wissen, dass die Globalisierung uns massiv voneinander abhängig gemacht hat und dass Europa noch nie so integriert war wie heute.

Aber grosse Veränderungen, die von Kräften und Entscheidungsträgern beeinflusst werden, die die Menschen für zu distanziert halten, schaffen Unsicherheit und erzeugen politisches Misstrauen.

Dies eröffnet Raum für populistische Bewegungen, die den Menschen eine Rückkehr in eine einfachere Welt hinter nationalen Grenzen versprechen. Aber die heutige Welt macht nicht an nationalen Grenzen halt. Journalisten sollten das auch nicht tun. (...)"

(dsc)

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