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Datendieb "@_0rbit" hat gestanden – was jetzt über den Fall bekannt wurde

Am Ende scheinen die Behörden den mutmaßlichen Nutzer hinter dem Profil "@_0rbit" tatsächlich geschnappt zu haben.

Um 12 Uhr gibt die Polizei eine Pressekonferenz zur Festnahme von _0rbit:

Ticker: Lest hier die BKA-Konfernz im Liveticker

Die Hintergründe

Der Twitter-Account "@_0rbit" ist mittlerweile gesperrt. Im Dezember hatte der Account zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten in Form eines Adventskalenders online gestellt. Manche Informationen hatte er auch schon früher ins Netz gestellt. 

Nach Angaben des Innenministeriums sind 994 Personen von diesem Leak betroffen – vor allem Politiker, aber auch Prominente und Journalisten. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden seien.

BKA-Beamte hatten nach der Aufregung am Sonntag die Wohnung eines Zeugen in Heilbronn durchsucht. Die dort ermittelten Informationen scheinen die Behörden schließlich auf die Spur des Urhebers geführt zu haben.

Die genauen Motive von "@_0rbit" sind bisher unklar, auch unklar ist, ob er die veröffentlichten Daten selbst zusammengetragen hat, oder ob es noch weiter Akteure gibt.

Laut Aussagen des Zeugens, der selbst im Bereich Informationssicherheit arbeitet, könnte aber tatsächlich "@_0rbit" selbst die besonders exklusiven Informationen des Datenleaks gesammelt haben. Dazu sei der Hacker in die Email-Accounts öffentlicher Personen eingedrungen.

Das schreibt Zeuge @Janomine:

Auch der Netzexperte und "netzpolitik.org"-Chef Markus Beckedahl warnte gegenüber t-online.de davor, die Tat einer professionellen Hackergruppe zuzuschreiben. 

Er sagte

"Das war kein Super-Hacker, sondern eine ganz normale Person mit viel Zeit und negativer Energie"

Es habe schlicht keinen ausgeklügelten Angriff gegeben, stattdessen habe der Täter die Daten Stück für Stück zusammengetragen und sich auch durch das Erraten von Passwörtern von einem Account zum nächsten gehangelt. Auch habe er vermutlich geschickt die Kundendienste der Sozialen Netzwerke ausgetrickst, indem er sich für eine Person ausgegab. Eine solche Art des Betrugs hat wenig mit Hacking an sich zu tun. Man spricht von "Social Engineering".

So reagiert die Politik

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) forderte als Konsequenz aus dem Fall eine bessere Verschlüsselung von Daten im Internet.

Anbieter sollten die Zwei-Faktor-Authentifizierung zum Standard machen, sagte Barley am Montag. Dabei handelt es sich um den Authentizitätsnachweis eines Nutzers nicht nur durch ein Passwort, sondern auch durch ein zusätzliches weiteres Merkmal: etwa ein per SMS aufs Handy geschickter Pin-Code.

Barley sagte zudem: "Wir müssen dahin kommen, dass die Menschen auch selbst verantwortlicher mit ihren Daten umgehen."

(mbi/pb/dpa)

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