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Das OnePlus 6T: Das neue Premium-Smartphone aus China bietet leichte Veränderungen gegenüber dem Vorgänger.

Das OnePlus 6T: Das neue Premium-Smartphone aus China bietet leichte Veränderungen gegenüber dem Vorgänger. Bild: OnePlus/Fotomontage t-online.de

Dieses Schnäppchen-Smartphone hält nicht ganz, was es verspricht

Ali vahid roodsari

Bescheiden sind die Chinesen nicht: Mit vollmundigen Werbeversprechen bewirbt der Handy-Hersteller OnePlus sein neues Flaggschiff OnePlus 6T. Doch kann das Gerät die hohen Erwartungen auch erfüllen? Unser Test zeigt: Nicht ganz. 

"Unlock the Speed" – mit diesem Slogan bewirbt  der chinesische Handy-Hersteller OnePlus sein neues Top-Smartphone, das OnePlus 6T. Das Gerät soll über die "neueste Technologie" verfügen und sei von den Fans angeblich bereits "sehnsüchtig erwartet" worden. 

Doch was ist dran an diesen vollmundigen Marketing-Versprechen? Unser Test zeigt: Das 6T überzeugt in vielen Punkten. Vor allem der attraktive Preis spricht für das High-End-Gerät. Bei einer Schlüsselfunktion zeigen sich aber große Schwächen. 

Viel Smartphone für wenig(er) Geld

Am deutlichsten punktet OnePlus beim Preis: Während Konkurrenten wie Apple, Samsung oder HTC ihre Flaggschiffe für bis zu 1'000 Euro oder sogar mehr verkaufen , verlangt OnePlus maximal 629 Euro für die Top-Version seines Geräts.

Dafür erhalten Kunden ein 6.41-Zoll Smartphone mit acht Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 256 GB internen Speicher. Als Prozessor nutzt OnePlus einen Snapdragon 845, ein Achtkerner mit bis zu 2.8 Gigahertz Leistung. Für 579 Euro gibt es halb so viel internen Speicher (128 GB) und für 549 Euro erhalten Käufer eine Version mit 6 GB Arbeitsspeicher und 128 GB internen Speicher. Zum Vergleich: Das Samsung S9 erschien im März 2019 mit ähnlichen Werten, kostete zum Start aber über 900 Euro. 

Den großen Speicher brauchen Nutzer, da sich im OnePlus 6T keine SD-Karte einsetzen lässt. Dafür besitzt das Gerät zwei Steckplätze für Nano-SIM-Karten, so wie beim OnePlus6. Insgesamt gleichen viele Werte denen des Vorgängers. Neu sind vor allem der Fingerabdrucksensor im Bildschirm, die verkleinerte Notch, die Größe und der Akku. 

So ist der Bildschirm um wenige Millimeter größer und löst mit 2'340 zu 1'080 Pixeln auf (OnePlus 6: 2'280 zu 1080 Pixeln). Die sogenannte Notch präsentiert sich beim OnePlus 6T in Form eines platzsparenden Tropfens. Beim Vorgänger klafft dort eine auffällige rechteckige Einkerbung. 

Starker Akku und tolle Fotos

Der Akku leistet beim 6T nun 3.7000 Milliamperestunden (mAh). Beim Vorgänger waren es 3'300 mAh. OnePlus nennt eine "23 Prozent längere Laufzeit" gegenüber dem OnePlus 6. Um das zu überprüfen, ließen wir bei hoher Bildschirmhelligkeit ein 24 stündiges YouTube-Video laufen – sowohl beim OnePlus 6 als auch dem 6T. Beide Geräte befanden sich während dieser Zeit im WLAN. Das OnePlus 6 schaltete sich nach etwa 13 Stunden ab. Das 6T hielt etwa 16 Stunden durch. Voll geladen war es in etwas unter einer Stunde.

Was gibt es über die Kamera zu sagen? Das OnePlus 6T soll auch bei wenig Licht tolle Fotos liefern. Bei der Hauptkamera arbeiten dafür ein 20-Megapixel- und 16-Megapixel-Sensor zusammen. Vorne löst die Kamera mit 16 Megapixeln auf. Dabei handelt es sich um die gleiche Technik wie beim Vorgänger – allerdings läuft beim 6T eine verbesserte Software. Im Test lieferte das Gerät optisch schöne Bilder – egal ob im Portrait-, Normal- oder Nachtmodus. Vergleichen Sie dafür die Fotos in unserer Fotoshow. Film-Freunde können Videos in 4K (mit 60 Bildern pro Sekunde) aufnehmen. Superzeitlupe ist mit bis zu 1080p möglich.

Fingerabdrucksensor enttäuscht

Als größte Schwäche des 6T zeigt sich der Fingerabdrucksensor: Im neuen Gerät findet sich die Entsperrungsmethode auf der Vorderseite, verbaut unter dem Bildschirm. Beim Vorgänger liegt der Sensor auf der Rückseite unter der Kamera. OnePlus preist das System als "branchenweit schnellste In-Display-Fingerabdrucktechnologie". In einer Vorabvorstellung für die Presse behauptete der Konzern, dass der Sensor auch bei "Nässe und Kratzer" funktionieren soll.

Im Praxistest sah das anders aus: Der Sensor bockte bei unseren drei Testfingern: Manchmal war zweimaliges Drücken nötig, bis sich das Handy – nach kurzer Verzögerung – entsperrte. Bei Nässe verweigerte der Fingerabdrucksensor den Dienst. Nach einem Tag der Nutzung läuft das System jedoch viel flüssiger. Zudem hat OnePlus – während dieser Artikel geschrieben wurde – ein Update für das System ausgeliefert. Beim OnePlus 6 allerdings reagierte der Sensor schon von Anfang an bei optimalen Bedingungen gefühlt schneller und ohne Probleme.

Tontechnisch klingt das OnePlus zwar ganz ordentlich, kann aber nicht an die Boomboxfähigkeiten eines LG G7 ThinQ herankommen. Das liegt unter anderem daran, dass OnePlus noch immer auf Mono-Sound setzt. Was manche Nutzer zudem ärgern dürfte: OnePlus hat beim 6T den Kopfhörereingang entfernt. Ein Adapter liegt dem Gerät aber bei.

Zudem verzichtet OnePlus auf eine IP-Zertifizierung. Die soll garantieren, dass das Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist. Laut dem Konzern hätte das den Preis des Smartphones aber erhöht. Dennoch soll das OnePlus 6T im geringen Umfang gegen Staub und Wasser geschützt sein.

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Links das OnePlus 6, rechts das 6T: Eine Hauptänderung ist die verkleinerte Notch bild: OnePlus/Fotomontage t-online.de

Schnelles Smartphone mit Gaming-Mode

OnePlus liefert sein Gerät mit Oxygen OS, einer modifizierten Version von Android Pie. Mit dabei sind beispielsweise ein Nacht- und Lesemodus. Im Test reagierten alle Programme und Menüs superschnell – es machte Spaß, das Smartphone zu bedienen. Mit seinem Gaming-Modus verspricht OnePlus für Zocker mehr Leistung. OnePlus spricht in einer Pressemeldung explizit Fornite-Spieler an , die sich auch an dem großen Bildschirm erfreuen sollen. Im Gaming-Modus könne Zocker unter anderem einstellen, dass Telefonate automatisch über Lautsprecher laufen oder, dass Benachrichtungen geisterhaft im Hintergrund erscheinen.

Und bevor jemand fragt: Ja, das OnePlus 6T kann auch telefonieren. Im Test lieferte das Gerät eine angenehme Sprachqualität bei vollem Empfang. Aufgrund seines geringen Gewichts und handlichen Größe stört es auch nicht, das Smartphone für eine längere Zeit ans Ohr zu halten. Allerdings sollte das 6T während eines Telefonats in einer Hülle stecken. Aufgrund der Glasbeschichtung kann es leicht aus der Hand rutschen.

Datenblatt OnePlus 6TDisplay: 6.41 Zoll AMOLED-Display; 19.5:9-Format, 2'340 x 1'080 AuflösungProzessor: Qualcomm Snapdragon 845 mit bis zu 2.8 Ghz LeistungSpeicher: 6/8 GB RAM, 128/256 GB interner SpeicherHauptkamera: Dual-Sensor mit 16/20 MPKamera vorne: 16 MPAkku: 3'700 mAh, schnelles AufladenBetriebssystem: Oxygen OS (Android 9, Pie)Farben: Mirror Black / Midnight BlackSteckplätze: USB C, 2 x NanoSimPreis: ab 549 Euro

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Video: watson/Marius Notter, Lia Haubner

Fazit

OnePlus liefert ein technisches Top-Gerät und punktet dabei vor allem mit dem vergleichsweise niedrigen Preis. Der hoch gelobte Fingerabdrucksensor schwächelte aber anfangs im Test. Dafür bietet die verkleinerte Notch mehr vom Bildschirm. Das dürfte vor allem Filme-Gucker oder Smartphone-Gamer freuen. Und: Wer gerne Fotos macht, wird mit dem OnePlus 6T seine Freude haben. Zudem liegt das Gerät – trotz seiner Größe – dank des geringen Gewichts und schmalen Bauweise gut in der Hand. Aufgrund der edlen Glas-Verarbeitung brauchen Nutzer es auch nicht in der Tasche zu verstecken.

Allerdings bietet das 6T gegenüber seinem Vorgänger keine wirklich großen Verbesserungen. Das liegt unter anderem auch daran, dass OnePlus sein OnePlus 6 ebenfalls mit den Kamera-Upgrades und Oxygen OS ausstattet. Wer also auf einen Fingerabdrucksensor im Bildschirm verzichten kann und sich nicht einer größeren Notch stört, kann auch auf das günstigere OnePlus6 zurückgreifen. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de

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Video: watson/Marius Notter, Lia Haubner

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