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Versetzung gefährdet – In diesen 240 Orten ist das Netz einfach nur "mangelhaft"

Im Frühjahr sollen die Lizenzen für den nächsten Mobilfunk-Netzstandard 5G versteigert werden. Doch auch 2019 klagen viele Handynutzer über nicht ausreichende Sprachqualität oder gar keine Mobilfunkverbindung.

Allein in Brandenburg gab es Ende 2018 viele Orte ohne ausreichende Mobilfunkabdeckung. Jetzt gibt es neue bundesweite Zahlen – und die sind erschreckend hoch.

In 240 Städten und Dörfern schneiden alle drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica (o2, E-Plus ) bei Sprachverbindungen mit "mangelhaft" ab. Das ergab eine Analyse im Auftrag des Preisvergleichers Verivox .

Baden-Württemberg hat die meisten Orte mit Funklöchern 

Baden-Württemberg hat die meisten Orte mit Funklöchern 

Danach finden sich mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen in jedem deutschen Bundesland Städte und Dörfer mit mangelhafter Sprachqualität. Die meisten (63) liegen im hügeligen Baden-Württemberg und 52 in Bayern. In Sachsen-Anhalt sind es laut der Erhebung nur zwei und in Thüringen vier. Im Vergleich zu der Städtedichte eines Bundeslandes ergeben sich Prozentwerte zwischen 5.7 Prozent ohne ausreichende Netzabdeckung (Baden-Württemberg) und 0.5 Prozent (Schleswig-Holstein).

"Während mit 5G der nächste Mobilfunkstandard in den Startlöchern steht, ist die Netzversorgung über 4G vielerorts unzureichend", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Nicht nur in kleinen Dörfern oder dünn besiedelten Regionen werden häufig Telefonate unterbrochen oder Datenverbindungen erst gar nicht aufgebaut: Denn zu den mangelhaft versorgten Ortschaften gehören auch Städte mit fünfstelligen Einwohnerzahlen."

Auch ein Ortsteil von Heidelberg ist dabei

Auch ein Ortsteil von Heidelberg ist dabei

So wurde beispielsweise den niedersächsischen Städten Osterholz-Scharmbek und Bad Harzburg in der Studie eine mangelhafte Sprachqualität attestiert – die Städte haben gut 30.000 bzw. 22.000 Einwohner. Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen (knapp 20.000 Einwohner) findet sich ebenfalls in der Liste der 240 Städte, wie ein Ortsteil von Heidelberg (Ziegelhausen).

"Das Handynetz in Deutschland ist je nach Netzbetreiber und Standort von sehr unterschiedlicher Qualität", sagt Theumer. "Das passende Netz ist daher ein wichtiges Kriterium bei der Tarifwahl."

Eine für Android verfügbare Verivox-App ("Handypilot") soll Verbrauchern Angaben zum Empfang, zur Netzabdeckung und Datengeschwindigkeit, vor Ort machen und helfen, das beste Handynetz zu finden. Ein Tarifberater zeigt an, welche Tarife zum eigenen Bedarf passen.

Vodafone setzt auf "Beamerforming"

Vodafone setzt auf "Beamerforming"

Vodafone hat angekündigt, mit der Mobilfunktechnik "Beamforming" Funklöcher auf dem Land schließen zu wollen. Das meldet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ). Beamforming soll in 50 Gemeinden starten, darunter Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis und Greven im Kreis Steinfurt. Über den genauen Starttermin ist noch nichts bekannt.

Beamforming ist eine smarte Antennentechnik, die viele Kunden gezielt mit hohen Datenübertragungsraten versorgt. Das ist mit 4G und 5G möglich.

Telekom-Chef: macht Zusage für Netzausbau CSU: fordert staatliche Mobilfunkmasten

Laut Hannes Ametsreiter, dem Deutschlandchef von Vodafone, soll die neue Antennentechnik für gerichtete Übertragung die verfügbaren Kapazitäten der Mobilfunkmasten verfünffachen. Ametsreiter erklärte der WAZ: "Außerhalb der Großstädte stehen Bürger in Nordrhein-Westfalen und in ganz Deutschland noch zu häufig auf dem digitalen Standstreifen."

Zur Studie:

Die Daten zur Netzabdeckung wurde laut Verivox von der unabhängigen Unternehmensberatung "P3" im Oktober 2018 auf Grundlage anonymer Daten von 150'000 Smartphone-Nutzern aus ganz Deutschland erhoben und von Verivox analysiert. Die Noten (ausgezeichnet, gut, ordentlich, mäßig, mangelhaft) geben die Wahrscheinlichkeit an, mit der auf dem Endgerät ein Netz in einer bestimmen Signalstärke empfangen wird. Je besser die Kategorie, umso wahrscheinlicher wird ein Netz (2G, 3G, 4G) in guter Signalstärke empfangen. In der Kategorie „mangelhaft“ liegt die Wahrscheinlichkeit bei unter 20 Prozent. Dies schließt aber nicht aus, dass in bestimmten Ecken auch mehr als 20 Prozent erreicht werden können.

Dieser Artikel erschien zuerst bei t-online.de

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