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Das Zenbook Pro Duo von Asus. Ich konnte es gut zwei Wochen testen. bild: watson

Asus hat den spektakulärsten Laptop der Welt gebaut – und wir haben ihn getestet

Nun kommen die Dual-Screen-Laptops. Doch sind zwei Displays wirklich nützlich oder einfach nur ein großer Unsinn? Ich habe es zwei Wochen im Alltag ausprobiert.

Oliver Wietlisbach / watson.ch

Das Zenbook Pro Duo ist je nach Kritiker "der überflüssigste Laptop der Welt" oder "die Zukunft des Notebooks". Warum die Meinungen über Asus' neusten Wurf fundamental auseinanderdriften, wird mir Sekunden nach dem Auspacken des 3000 Franken (rund 2.744 Euro) teuren Testgeräts bewusst:

Einerseits ist da das 15.6-Zoll große, brillante 4K-OLED-Display und die neuste High-End-Hardware: In der Top-Konfiguration, die nochmals 500 Franken (rund 457 Euro) mehr kostet, werkeln Intels Core i9, GeForce-RTX-Grafik, 1000 GB SSD und 32 GB Arbeitsspeicher.

Andererseits ist das Zenbook Pro Duo groß, schwer und klobig. Wäre es ein gewöhnlicher Laptop, man könnte ihn getrost wieder an den Absender zurückschicken. Doch gewöhnlich ist definitiv das falsche Prädikat für dieses Notebook.

So funktioniert das Zweit-Display

Dort, wo sonst die Tastatur liegt, strahlt einem ein zweiter, großer Touchscreen an, der sich über die gesamte Fläche des Laptops erstreckt.

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bild: watson

Neben dem 4K-Touchdisplay (3840 x 2160 Pixel) hat das neue Zenbook ein zweites, halb so großes Touchdisplay, das ebenfalls in 4K auflöst. Dieser von Asus ScreenPad Plus genannte Bildschirm liegt oberhalb der Tastatur, so dass er quasi zur Erweiterung des OLED-Hauptdisplays wird. Die Tastatur rückt dafür nach unten und das relativ kleine, aber präzise Touchpad, das optional auch als Ziffernblock dient, ganz nach rechts.

Windows erkennt bzw. behandelt den zweiten Bildschirm wie einen normalen, externen Monitor. Fenster verschieben und Multi-Tasking mit mehreren Programmen erfordern eine kurze Eingewöhnungszeit, funktioniert danach aber tadellos.

Nur in den den ersten Minuten, okay, eher Stunden, bin ich mit dem ungewöhnlichen Dual-Screen-Laptop etwas überfordert. Insbesondere die Position des Touchpads ist ungewohnt, aber daran gewöhnt man sich rasch.

Deutlich mehr Zeit benötigt es, sich an den zweiten, fast flachliegenden Touchscreen zu gewöhnen und herauszufinden, wie man die zusätzliche Displayfläche sinnvoll nutzen kann.

Programme können als Vollbild über beide Touchscreens gelegt werden.

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bild: watson

Das untere Display kann zusätzliche Infos anzeigen, zum Beispiel die Zeitleiste des Videoschnitt-Programms Adobe Premiere Pro.

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Werkzeugleisten und Bedienfenster von Video- oder Bildbearbeitungsprogrammen können ganz normal auf den beiden Displays positioniert werden. bild: watson

Auf dem zweiten Display lassen sich maximal drei Fenster anordnen.

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Ein digitaler Zeichenstift und die Handballenauflage liegen dem Zenbook Pro Duo bei.

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bild: asus

Persönlich hat mich die ungewohnte Lage von Tastatur und Touchpad nach einer Weile nicht mehr im Geringsten gestört. Da dies längst nicht alle so entspannt sehen dürften, legt Asus dem Laptop eine Handballenauflage bei, die sich vorne andocken lässt. Diese macht den 15,6-Zoll großen, dicken und mit 2,5 Kilo nicht eben leichten Laptop aber auch weniger mobil.

Asus peilt mit dem technisch hochgerüsteten Zenbook Pro Duo primär Kreative an, beispielsweise Video- und Musikproduzenten, 3D-Grafik-Designer, aber auch Programmierer, Gamer und ganz allgemein Heavy-User, die bei einem Laptop nie genug Leistung und nie genug Display haben können.

Um das ScreenPad Plus zu nutzen, zieht man Windows-, Programm- oder einzelne Bedienfenster, etwa die Zeitleiste von Adobe Premiere Pro, vom oberen ins untere Display. Alternativ lässt sich auf dem ScreenPad Plus ein spezielles Start-Menü einblenden, um Programme wie auf einem Tablet per Tippen auf das App-Icon zu starten.

So unterschiedlich könnte das zweite Display genutzt werden:

Programme lassen sich optional in einem speziellen Start-Menü ablegen und von dort per Toucheingabe starten.

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Bild: watson

In den Einstellungen des App-Launchers lässt sich auch festlegen, in welcher Größe Programme auf dem ScreenPad Plus gestartet werden sollen.

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bild: watson

Normale Programm-Fenster passen sich dem langgezogenen ScreenPad Plus automatisch an, Bedienfenster von Photoshop, Illustrator, etc. nicht. Natürlich kann man alle Fenster selbst in der Größe anpassen.

Und glücklicherweise muss man Programme nicht jedes Mal öffnen und wieder anordnen, wenn man den Laptop neu startet. Asus hat eine Funktion eingebaut, welche die Gruppierung speichert. Als Nutzer kann man vier individuelle Programm-Gruppierungen für beide Displays speichern und mit einem Klick wieder aufrufen.

Die Anordnung der Fenster lässt sich in Profilen bzw. Aufgabengruppen speichern.

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Per Klick auf "Gruppe 1" wird hier im oberen Display Photoshop, im unten Spotify und Chrome gestartet. Bild: watson

Die präferierte Anordnung der Fenster lässt sich in Aufgabengruppen speichern. Gruppe 1 könnte Photoshop im oberen und Spotify sowie Chrome im unteren Display gleichzeitig öffnen. Da ich meine Arbeit in aller Regel mit ein, zwei Programmen erledige, ist Asus' Zusatzfunktion für mich nicht wichtig. Heavy-User, die mit vielen unterschiedlichen Programmen und Fenstern jonglieren, dürften die Profile indes schätzen.

Generell lässt sich sagen: Asus hat sich bei der Bedienung des sekundären ScreenPad Plus einiges überlegt. Fenster, die man vom Hauptdisplay nach unten zieht, passen sich entsprechend der zuvor gewählten Einstellung dem ScreenPad Plus an. Sie werden als Vollbild dargestellt, nutzen die halbe Fläche oder ein Drittel. Davon abgesehen verhalten sich Fenster auf dem ScreenPad Plus gleich, wie man es sich bei Windows 10 gewohnt ist.

Ist das zweite Display nützlich?

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Beide Screens bieten eine sehr hohe 4K-Auflösung, doch das untere IPS-Display ist dem brillanten OLED-Hauptbildschirm in Sachen Reaktionszeiten, Farben, Helligkeit und Kontrast unterlegen. Bild: watson

Ob man das zweite Touchdisplay wirklich braucht, ist eine Frage, die schlussendlich jeder für sich selbst beantworten muss. Ich kann hier nur meine persönliche Eindrücke schildern und beschreiben, was meine Arbeitskollegen aus den Bereichen Grafik und Video vom Dual-Screen-Laptop halten.

Asus bringt das Zenbook Pro Duo zwar mit ein paar vorinstallierten Apps, die spezifisch für das Zweit-Display zugeschnitten sind. Etwa eine App für handgeschriebene Notizen mit dem beigelegten digitalen Stift.

Wirklich nützlich wird das ScreenPad Plus meiner Meinung aber erst, wenn man es wie einen zweiten Monitor nutzt, auf dem man immer die gleichen Fenster angeordnet hat.

Sei es ein bestimmter Browser-Tab, gewisse Bedienfenster eines Foto-, Musik-, oder Videoprogramms oder einfach ein Chat-Fenster. Dinge also, auf die man nur ab und zu schaut, die aber so wichtig sind, dass man sie doch immer im Vordergrund haben möchte.

Ein Kollege aus dem Video-Team kann sich beispielsweise gut vorstellen, dass das langgezogene ScreenPad Plus wie geschaffen für die Zeitleiste beim Videoschnitt ist. Legt man die Video-Timeline aufs zweite Display, wird auf dem Haupt-Bildschirm reichlich Platz für die häufiger genutzten Arbeitsbereiche frei.

Wenig begeistert zeigen sich mehrere Arbeitskollegen, die mit Photoshop oder Illustrator arbeiten. Das ScreenPad Plus sei zum Zeichnen zu klein und das extrem in die Länge gezogene Format unpraktisch. Nicht ideal ist auch, dass die Hand beim Zeichnen auf der Tastatur liegt. Diese kann zwar im ScreenPad-Menü deaktiviert werden, wirklich lange arbeiten möchten die watson-Grafiker aber nicht auf dem Zenbook Pro Duo.

Ich arbeite primär auf dem Hauptdisplay. Auf dem unteren Display liegen der News-Ticker und Spotify.

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Bild: watson

Ständig möchte vermutlich niemand auf das untere Display starren, denn dafür ist der Blickwinkel nicht ideal. Auch der Blickwechsel zwischen dem 15.6 Zoll großen Display und dem halb so großen, fast flachliegenden Screenpad ist gewöhnungsbedürftig.

Ich habe mehrere Tage ausschließlich auf dem Dual-Screen-Laptop gearbeitet und mich dabei ertappt, dass ich eigentlich nur das Hauptdisplay nutze – der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Das flache Display ist allerdings praktisch, um bestimmte Dinge – in meinem Fall etwa einen News-Ticker – schnell im Blick zu haben. Dass auch Spotify in Sichtweite liegt, ist wiederum nett, aber unter uns gesagt eher unnötig.

Ein anderer Nutzer würde vielleicht eine Powerpoint-Präsentation schreiben und hat im unteren Display eine Webseite oder ein Dokument mit Infos dafür geöffnet.

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bild: screenshot youtube/dave lee

Und wo ist der Haken?

Eigentlich ist mehr Displayfläche nie verkehrt. Im Alltag offenbaren sich aber auch die Schwächen des an sich spannenden Dual-Screen-Geräts: Das Zenbook Pro Duo ist fast so schnell wie ein Gamer-Notebook, aber auch ähnlich schwer und klobig. Stark unterdurchschnittlich ist die Akkulaufzeit, die bei aktiviertem ScreenPad Plus schneller als Donald Trumps Wiederwahlschancen verrinnt. Ankreiden kann man dies Asus nur bedingt: Sie bringen einen ultraschnellen Prozessor in einem Laptop ohne Drosselung zum Laufen und das verschlingt entsprechend viel Strom.

Normalerweise wird man das Zenbook Pro Duo am Stromkabel laufen lassen. Im Akkubetrieb war bei mir mit aktiviertem Zweitdisplay nach drei bis dreieinhalb Stunden Schluss. Ohne ScreenPad-Nutzung hielt das Zenbook Pro Duo im Alltag (Artikel schreiben, Photoshop) etwa viereinhalb Stunden durch (Helligkeit bei 50%). Geladen ist der Akku in etwa 90 Minuten.

Apropos Zweitdisplay: Die Anordnung der beiden gleich breiten 4K-Touchscreens erlaubt ein Vollbild über beide Displays. Das sieht cool aus und Asus hat quasi den maximal möglichen Platz für das ScreenPad Plus ausgenutzt. Seine langgestreckte Form ist aber längst nicht für alle Anwendungen passend. Über längere Zeit darauf zeichnen macht beispielsweise nur beschränkt Spaß. Ein größeres ScreenPad Plus würde aber auch den Akku noch schneller leer saugen.

Gut zu sehen: Das Hochglanz-OLED-Display und das matte, dunklere ScreenPad Plus.

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Das ScreenPad Plus ist im Gegensatz zum Hauptdisplay matt, was wohl Reflexionen und Fingerabdrücke vermeiden soll. Persönlich begrüße ich das, Grafiker könnten sich aber daran stören, dass der untere Screen, trotz gleicher 4K-Auflösung, sichtbar dunkler als das brillante OLED-Hauptdisplay ist.

Leider kann man das flache ScreenPad nicht so nutzen, dass man mit dem Pen darauf zeichnet, das Werk aber auf dem Hauptdisplay gezeichnet wird.

Asus sagt, es sei eine Kooperation mit Corel im Gange, die ihre Grafik-Programme extra für das ScreenPad Plus zuschneidern. Die optimierte Version soll bald erscheinen. Ausgerechnet von Adobe gibt es bislang aber keine Anzeichen, dass Programme wie Photoshop, Premiere, Illustrator etc. speziell für das ScreenPad Plus optimiert werden.

Design und Verarbeitung

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Zenbook-typisch ist auch das Pro Duo gänzlich aus Aluminium. Das schimmernde Gehäuse wirkt edel und äußerst robust. Während andere Zenbooks teils extrem leicht und dünn sind, ist das Pro Duo ein dicker und mit 2.5 Kilo ziemlich schwerer Brocken. Bezüglich Verarbeitung kann ich sagen: Ich nutze privat seit knapp drei Jahren das kleine Zenbook 3 – und es sieht noch heute wie neu aus. Ich sehe keinen Grund, warum dies beim weit teureren Zenbook Pro Duo anders sein sollte.

Das spezielle Scharnier hebt den Laptop hinten an, was mehrere Vorteile hat.

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bild: watson

Auch das spezielle Scharnier vorheriger Zenbooks ist wieder an Bord. Es hebt den Laptop hinten zwecks besserer Ergonomie an. Die Tastatur und das ScreenPad Plus liegen also nicht ganz flach auf dem Pult. Der Kniff dürfte sich auch positiv auf die Hitzeentwicklung auswirken. Der High-End-Prozessor kann so auch unter Dauerlast die maximale Leistung erbringen.

Ebenfalls positiv: Die Lüfter sind bei Aktivitäten wie Surfen, Videostreaming oder Photoshop so gut wie nicht hörbar. Andere Tester, die das grafisch anspruchsvolle Spiel "The Witcher 3" auf dem Pro Duo gezockt haben, beschreiben die Lüftergeräusche als leiser als bei typischen Gamer-Notebooks. Nutzt man eine Maus, ist jedoch die Abwärme der seitlich positionierten Lüftungsschlitze gut spürbar.

Speeeeeeeeeeeed

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Bild: watson

Schweizer Kunden können zwischen einem sehr schnellen Intel-Core-i7-9750H- und einem ultraschnellen i9-9980HK-Prozessor wählen. Laut Messungen von notebookcheck.com bringt das i9-Modell gegenüber dem i7-Modell eine Leistungssteigerung von rund 35 Prozent.

Das Problem mit extrem hochgetakteten i9-Prozessoren in Laptops bringt notebookcheck.com gleich selbst auf den Punkt: "Wenn die sehr hohen Turbo-Boost-Taktfrequenzen, für welche die Core-i9-Reihe bekannt ist, aufgrund einer mangelnden Kühlleistung nicht dauerhaft aufrechterhalten werden können, ist die Gesamtleistung nicht viel besser als bei einem herkömmlichen Core i7". Asus hat beim neuen Zenbook Pro Duo seine Hausaufgaben aber offenbar gemacht: Wie die Messungen der Hardware-Profis von notebookcheck.com zeigen, gelingt es dem i9-Prozessor im Asus-Laptop auch "unter längerer Auslastung ein konstantes Leistungsniveau aufrechtzuerhalten".

Spätestens jetzt wird klar, warum der Laptop
relativ dick ist: Die leistungsstarken i9-Prozessoren können so selbst in einem Notebook genügend gekühlt werden. Anders gesagt: Asus erkauft sich die Top-Performance mit dem klobigen Design.

Tastatur und Touchpad

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Bild: watson

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Mit den kleinen Tasten oberhalb des Touchpads lassen sich aktive Fenster auf das jeweils andere Display verschieben sowie das ScreenPad und den Turbo-Lüftermodus ein- und ausschalten. Bild: watson

Die Tastatur des Zenbook Pro Duo ähnelt den flachen Tastaturen moderner Ultrabooks. Mit 1.4 mm haben die Tasten knapp genügend Spielraum, um einigermaßen bequem tippen zu können. Sie sind auch groß genug, bloß die Pfeilttasten sind arg klein. Ein Buch möchte man darauf nicht schreiben, aber für die angepeilte Zielgruppe ist die Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung adäquat.

Da die Tastatur und das sekundäre Display praktisch den gesamten Platz auf der Notebookoberfläche einnehmen, muss man sich mit einem relativ schmalen Touchpad begnügen. Dieses arbeitet zwar präzise und unterstützt Wischgesten mit bis zu vier Fingern. Wer sich aber an sehr große Touchpads gewohnt ist, wird vermutlich schnell zu einer externen Maus greifen. Ebenfalls erwähnenswert: Mit einer kleinen Taste lässt sich auf dem Touchpad ein virtueller Ziffernblock einblenden. Wer nur ab und an Zahlen eingeben muss, kann damit gut leben.

Anschlüsse

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Bild: asus

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Das Zenbook Pro Duo sei für "Kreativprofis", sagt Asus. Entsprechend findet sich ein ultraschneller Thunderbolt-3-Anschluss (USB-C), der theoretisch Datenübertragungen bis 40 Gbit pro Sekunde ermöglicht. Über den Thunderbolt-Port lässt sich laut Datenblatt auch ein 4K-Monitor anschliessen, was ich nicht ausprobiert habe. Ansonsten gibt's Standardkost: Zwei USB-3.1-Ports (Gen. 2), ein HDMI-Anschluss und natürlich die Audiobuchse. Einen gerade für "Kreativprofis" wohl nützlichen MicroSD-Kartenleser sucht man vergebens. Wer Daten lieber kabellos per WLAN überträgt, kann dies mit theoretisch bis zu 2.4 Gbit pro Sekunde tun. Für die Zukunft ist das Gerät so gut gerüstet.

Strom erhält der schnelle, aber eben auch grosse und schwere Laptop über einen separaten DC-in-Port, wobei noch zu sagen wäre, dass das ebenfalls grosse und schwere Netzteil der Mobilität eher wenig zuträglich ist. Über den USB-C-Port kann das Pro Duo übrigens nicht geladen werden.

Das neue Zenbook kann wie Microsofts Surface-Geräte per Windows Hello, also per Gesichtsscan, entsperrt werden.

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Die Entsperrung per Gesicht funktioniert genau so gut wie bei meinem Surface Book. Bild: asus

Spezifikationen und Preise

Mit dem Zenbook Pro Duo zielt Asus auf anspruchsvolle Nutzer ab und schöpft bei den Spezifikationen entsprechend aus den Vollen: Das 15,6-Zoll große Gerät gibt es mit Intels i7- oder i9-Prozessor der 9. Generation dem 16 bzw. 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) zur Seite stehen. In der Schweiz sind beide Modelle standardmäßig mit 1 TB Speicher ausgestattet. Dazu gesellt sich Nvidias leistungsstarke Grafikkarte GeForce RTX 2060, die das Pro Duo auch für Gamer interessant macht. Die SSD kann übrigens ausgetauscht werden, während der Arbeitsspeicher fest verlötet ist.

Die günstigere Alternative

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Das Zenbook Duo (Foto) ist der kleine Bruder des Zenbook Pro Duo. Bild: asus

Asus verkauft mit dem ZenBook Duo (ohne Pro im Namen) ein kleineres 14-Zoll-Modell des Dual-Screen-Laptops, das mit einem langsameren Prozessor (i7-10510U) und Full-HD- statt 4K-Display 2000 Franken (rund 1833 Euro) kostet. Beim kleineren Zenbook Duo kann nur das ScreenPad, nicht aber das Hauptdisplay per Toucheingabe bedient werden.

Das Fazit

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Der Stylus liegt dem Laptop bei. Bild: watson

Dual-Screen-Laptops haben viel potenzial, aber Asus kann nicht verhehlen, dass die Gerätekategorie noch in den Kinderschuhen steckt. So muss der PC-Hersteller große Kompromisse eingehen, um ein äußerst leistungsstarkes Notebook mit zwei hochauflösenden 4K-Displays zu bauen. Herausgekommen ist ein großer, klobiger Laptop, der deutlich schwerer als moderne Ultrabooks und teurer als normale Multimedialaptops ist.

Wer einen schnellen, leichten Laptop mit Dual-Screen und langer Akkulaufzeit möchte, muss noch ein Weilchen warten. Die Prozessor-Hersteller und Microsoft mit dem diese Woche angekündigten Surface Neo und Windows 10X werden den Weg dafür ebnen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir sparsame UND leistungsstarke Prozessoren in dünnen Dual-Screen-Geräten sehen werden. Einen solchen Laptop würde ich sofort kaufen. Das Zenbook Pro Duo hingegen eignet sich mehr als Desktop-Ersatz denn als mobiles Gerät.

Persönlich bin ich vom exotischen Dual-Screen-Laptop fasziniert, aber (noch) nicht begeistert. Die Leistung ist top, Asus' Software für das ScreenPad Plus durchdacht, aber für meinen persönlichen Arbeitsablauf bringt der spezielle Laptop zu wenig Mehrwert.

Ein zweites Touchdisplay mit der gleichen Breite und dem gleichen DPI-Wert wie das Hauptdisplay sieht schick aus, ist aber nur sinnvoll, wenn man es in den eigenen Arbeitsablauf integrieren kann.
Das zweite Display kann für Nutzer sinnvoll sein, die sich mehr Display wünschen und bereit sind, sich auf etwas Neues einzulassen. Man braucht ein paar Tage, um sich an das zweite, flache Display zu gewöhnen bzw. um herauszufinden, wie man es ideal nutzen kann.

Wenn irgendwie möglich sollte man das Zenbook Pro Duo vor dem Kauf mit den Programmen ausprobieren, die man dafür nutzen möchte. Persönlich kann ich momentan gut auf das zweite Display verzichten und ziehe es vor, ein oder zwei externe Monitore an einen ganz normalen PC oder Laptop anzuschliessen. Als Journalist und Durchschnitts-Nutzer bin ich aber auch nicht Asus' Zielgruppe. Für den Otto Normalverbraucher lohnt sich das sehr teure Dual-Screen-Gerät kaum.

Trotzdem muss man Asus ein Kränzchen winden, dass sie innovative Laptops ausserhalb der ausgetretenen Wege bauen, die für spezifische Zielgruppen einen Mehrwert bieten. Bevor man viel Geld für einen großen, schnellen und schweren Laptop in die Hand nimmt, sollte man sich bewusst machen, dass Stand heute so gut wie keine Programme für den Dual-Screen-Laptop optimiert sind.

Pro und Kontra Zenbook Pro Duo

+ Zwei sehr gute 4K-Touchdisplays mit identischer Breite und DPI
+ Sehr viel Power (auch für Gamer)
+ 1 TB SSD (Speicher wechselbar)
+ Dual-Screen-Funktionsweise einfach bedienbar
+ Sinnvolle Anschlüsse inkl. Thunderbolt 3
+ Lüfter leise+ Schnelles WLAN (Wi-Fi 6)
+ Windows Hello (passwortloses Anmelden per Gesichtsscan)
+ Stift und Handballenauflage inklusive

- Dick und Schwer
- Ungleiche Displays (hochglanz vs. matt) können stören
- Programme wie Adobe-Software nicht für Dual-Screen optimiert
- Bescheidene Akkulaufzeit
- RAM nicht erweiterbar- Sehr teuer

Ein Video sagt mehr als tausend Worte? Voilà!

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Video: YouTube/Engadget

Hinweis: Das Testgerät wurde uns von Asus für gut zwei Wochen zur Verfügung gestellt. Wir haben es nach dem Test zurückgeschickt.

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