Digital

"Momo" lebt weiter – das steckt hinter dem gruseligen Whatsapp-Kettenbrief

Gruselzeit auf Whatsapp! Immer wieder machen Kettenbriefe in der Messenger-App die Runde. Der Inhalt lässt sich meistens auf einen gemeinsamen Nenner bringen: "Schicke diese Nachricht an deine Kontakte weiter, oder dir wird etwas schlimmes zustoßen." So auch beim aktuellen Kettenbrief, der unter dem Namen "Momo" herumgeschickt wird, und vor dem jetzt sogar die Polizei warnt.

Darin steht:

"Hallo ich bin Momo und bin vor 3 Jahren verstorben ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest das ich heute Abend um 00:00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim schlafen zuschaue dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter."

Dieser Kettenbrief verbreitet sich mindestens seit der vergangenen Woche in Deutschland. Vor allem junge Schüler scheinen die Nachricht an ihre Freunde weiterzuschicken. 

Das steckt hinter dem "Momo"-Phänomen

Wie watson in der vergangenen Woche berichtet hat, kursieren zurzeit mehrere Whatsapp-Accounts mit dem Namen "Momo".

Mit einem Grusel-Profilbild und einer japanischen Nummer sollen diese "Momo"-Accounts plötzlich in den Whatsapp-Kontaktlisten einiger Menschen aufgetaucht sein – und zwar ohne, dass die sie hinzugefügt hätten. Einigen Usern soll "Momo" gruselige Schock-Fotos und Droh-Botschaften mit persönlichen Details geschickt haben. Der Haken: Für nichts davon gibt es Beweise. 

watson wollte "Momo" kontaktieren. Leider antwortete sie nicht...

Bild

Bild: screenshot: watson

Viel wahrscheinlicher: Irgendjemand hat sich einen Spaß gemacht und die Nummer von "Momo" im Internet verbreitet, Menschen haben sie zu ihren Whatsapp-Kontakten hinzugefügt und versucht, mit ihr in Kontakt zu treten. In Verbindung mit dem gruseligen Profilbild bildete sich dann schnell ein Mythos. Immer mehr Gerüchte wurden verbreitet, etwa dass "Momo" Menschen mitten in der Nacht angerufen habe. Der Stoff, aus dem Internet-Gruselgeschichten gemacht sind.

Hier kannst du die Hintergründe des Grusel-Phänomens nachlesen

Aus den mysteriösen Whatsapp-Accounts wurde ein Whatsapp-Kettenbrief

Die ganzen Legenden rund um "Momo" scheint sich spätestens in der vergangenen Woche jemand zunutze gemacht haben, um den Grusel-Kettenbrief zu erstellen und in Umlauf zu bringen. Wer auch immer hinter der Nachricht steckt, er musste sich zumindest keine komplett eigene Geschichte ausdenken. "Momo" war vielen bereits ein Begriff.

Vor allem Kinder können sich durch so einen Kettenbrief schnell verängstigen lassen. Von einem solchen Fall berichtet die "Passauer Neue Presse". Der neunjährige Sohn einer Leserin aus dem Landkreis Passau habe den Kettenbrief erhalten und aus Angst an 15 Mitschüler aus seiner Grundschulklasse weitergeleitet. Der Junge habe sich anschließend nicht getraut, alleine in seinem Zimmer zu schlafen und sei mehrere Tage lang verängstigt gewesen.

Mittlerweile warnt die Polizei Lüneburg vor dem Kettenbrief

Die Polizei Lüneburg rät Eltern deshalb, mit ihren Kindern über das Whatsapp-Phänomen zu sprechen. Sie stellt außerdem klar: 

"Es wird nichts passieren, wenn der Kettenbrief nicht weitergeleitet wird."

"Momo" ist nicht der erste weit verbreitete Whatsapp-Kettenbrief

Ähnlich aufgebaute Kettenbriefe werden immer wieder verbreitet. Das Internetportal Mimikama, das über Internet-Fakes und Online-Betrug aufklärt, sieht beispielsweise Parallelen zwischen dem Fall "Momo" und "Teresa Figaldo".

Unter diesem Namen wurde ebenfalls bereits mehrfach ein Kettenbrief herumgeschickt. Dort steht unter anderem:

"hallo-ich bin teresa figaldo. Heute ist das 26 jahr dass ich tod bin. Wenn du dies nicht an 20 personenweiter schickst schlaf ich heute in deinem bett–FÜR IMMER!! Wenn du es niccht glaubst gib meinen namen bei google #oder youtube ein. issoo glaub mir sonst bringe ich dich umHhahahahah"

Anders als bei "Momo" ist hier immerhin der Ausgangspunkt des Phänomens bekannt. Die Geschichte von "Teresa Figaldo" wurde erstmals 2004 in Umlauf gebracht, wie Mimikama berichtet. Der Kettenbrief sei damals eine virale Werbeaktion für einen portugiesischen Kurzfilm gewesen. Whatsapp gab es damals noch gar nicht. Die Nachricht wurde stattdessen per E-Mail verbreitet.

Bei vielen Kettenbriefen und ähnlichen Internet-Grusel-Phänomenen lässt sich kaum bestimmen, wer sie zuerst in Umlauf gebracht hat, und was die Motivation dahinter war. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam:

Durch das Ignorieren eines Kettenbriefs ist bislang noch niemand gestorben.

Hier der "Momo"-Kettenbrief im Wortlaut

"Hallo ich bin Momo und bin vor 3 Jahren verstorben ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest das ich heute Abend um 00:00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim schlafen zuschaue dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter.Du glaubst mir nicht?Angelina 11 hilt die Nachricht für fake und schickte sie an niemanden weiter in der Nacht hört sie Geräusche aus einer Ecke ihres zimmers sie wollte nach gucken doch auf einmal rante etwas auf sie zu am nächsten Morgen wurde sie Tot in ihrem Bett gefundenTim 15 schickte die Nachricht nur an 6 Leute weiter am nächsten Morgen wachte er mit einem abgefressenen Bein und einem abgeschnittenen Arm aufLinda 13 schickte die Nachricht an alle weiter heute hat die ihre wahre liebe gefunden und wohnt mit ihrem freund in einer modernen VillaFalls du diese Nachricht nicht weiter schickst weisst du was passiert also pass auf und schicke sie weiter“

Rechtschreibfehler im Original.

Apropos Whatsapp: Marius hasst Sprachnachrichten – und jeden, der sie verschickt.

abspielen

Video: watson/Emily Engkent, Marius Notter

Mehr zum digitalen Leben:

Warum Schüler weiter kein besseres WiFi bekommen – ein Scheitern in 3 Akten

Link zum Artikel

Die Grayscale-Funktion hat mich von meiner Handy-Sucht befreit

Link zum Artikel

watson-Redakteure verraten: So war mein 1. Mal im Internet

Link zum Artikel

Ihr könnt Siri jetzt Google nennen – mit diesem einfachen Trick

Link zum Artikel

Gewalt, Hass und Kinderpornos: So arbeitet die heimliche Müllabfuhr des Internets

Link zum Artikel

KI – wie China das Rennen um künstliche Intelligenz gewinnen will

Link zum Artikel

Programm erstellt Fake-Profilbilder – erkennst du den Unterschied?

Link zum Artikel

Du findest Facebook immer noch sympathisch? Dann lies mal diesen (geheimen) Bericht

Link zum Artikel

Dieses Gesetz nervt Firmen und selbst Angela Merkel. Das sagt der Mann, der dahinter steht

Link zum Artikel

Neunjährige Rapperin prahlt auf Instagram mit ihrem Reichtum

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

"Promi Big Brother": Im Finale führt Sat.1 Kandidatin mit skurrilem Sex-Talk vor

Link zum Artikel

Luke Mockridge im "Fernsehgarten": Anwalt erklärt, was dem Comedian jetzt droht

Link zum Artikel

"Promi Big Brother": Almklausi blamiert sich bei Toastbrot-Frage – dann fliegt er

Link zum Artikel

Luke Mockridge im ZDF-"Fernsehgarten": Plötzlich taucht er wieder auf – und äußert sich

Link zum Artikel

Nazi-Familie Ritter mit weiteren Eskapaden – jetzt fährt die Stadt einen harten Kurs

Link zum Artikel

"Bachelorette": Nach dieser Folge ist es klar – ER bekommt die letzte Rose

Link zum Artikel

Millionensumme zeigt, in welchen Sphären Helene Fischer schwebt

Link zum Artikel

Vom Problemschüler zum Jura-Studenten: An Dennis hat früher niemand geglaubt

Link zum Artikel

Erzieherin: "Was viele Kollegen in Kitas tun, ist eigentlich Kindesmisshandlung"

Link zum Artikel

Miese Götze-Meldung lässt Fans wüten: "Mein Herz blutet"

Link zum Artikel

Almklausi kollabiert bei "Promi Big Brother" – Sat.1 wird scharf kritisiert

Link zum Artikel

Jede Menge Regelverstöße bei "Promi Big Brother" – doch der Sender ahndet das nicht

Link zum Artikel

Coutinho verrät seine Lieblingsposition – und bringt die Bayern damit in ein Dilemma

Link zum Artikel

Nach Tod von Ingo Kantorek: RTL 2 schneidet einige Szenen aus "Köln 50667"

Link zum Artikel

Segler-Paar über Gretas Segelreise: "Als würde man sich in eine Rakete setzen"

Link zum Artikel

"Promi Big Brother": Zlatko ist raus – warum er scheiterte und was er über Jürgen sagt

Link zum Artikel

Wie Salihamidzic die Transfers des FC Bayern vergeigte – und die Spieler dies ausnutzten

Link zum Artikel

"Promi BB": Kollege von Bewohnerin stirbt – so wird Janine vom Tod erfahren

Link zum Artikel

Warum der FC Bayern derzeit an sich selbst scheitert – und was das mit Sané zu tun hat

Link zum Artikel

Kuss bei "Promi Big Brother" war peinlich? Von wegen: Hier kommt Stalker Joey Heindle

Link zum Artikel

BVB-Doku auf Amazon zeigt Trauma des Anschlags – so nah waren wir noch nie dran

Link zum Artikel

Heidi Klum postet Grotten-Foto – und muss nach Shitstorm den Beitrag ändern

Link zum Artikel

Perisic richtet Worte an Sané – und erklärt, was er nach dem Bayern-Anruf tat

Link zum Artikel

Warum Whatsapp für das iPhone massiv überarbeitet werden muss

Link zum Artikel

FC Bayern stellt Perisic auf Instagram vor – viele Fans sind wütend

Link zum Artikel

"Promi Big Brother": Beliebter Kandidat sollte keine Sendezeit bekommen

Link zum Artikel

"Steh da wie ein Spacko" – Lena Meyer-Landrut kotzt sich bei ihren Fans aus

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Whatsapp plant wohl neues Feature: Es würde die Nutzung der App revolutionieren

Gerade mal zehn Jahre ist es her: 2009 begann Whatsapp die Smartphones dieser Welt zu erobern, und auch in Deutschland konnte sich die Messenger-App schnell durchsetzen. In diesem Jahr nutzten 71 Prozent aller deutschen Nutzer die App. (mimikama.at)

"Schick mir doch eine Whatsapp!" ist längst fest im Sprachgebrauch integriert. Im Lauf der Zeit kamen in der Chat-App immer wieder neue Features hinzu: Etwa die Status-Funktion, das Telefonieren über Whatsapp, Gruppen und vieles mehr.

Dem Bericht …

Artikel lesen
Link zum Artikel