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Die Messenger-Apps WhatsApp, Threema und Surespot sind auf dem Display eines Mobiltelefons zu sehen , Berlin, 24.02.2014. Berlin Deutschland PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMichaelxGottschalkx

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Bild:Michael Gottschalk/photothek.net/ imago stock&people

Keinen Bock mehr auf WhatsApp? Hier sind 5 Alternativen

adrian smiatek

Nicht erst seit dem Cambridge Analytica-Skandal ist es fraglich, ob die Daten bei Facebooks Messenger und bei WhatsApp sicher sind. Wer nun Apples iMessage wegen Android-Freunden nicht nutzen kann, braucht Alternativen.

Hier ist eine Auswahl von fünf Alternativen:

Threema

Die Open-Source-Alternative verspricht viel Sicherheit. Trotzdem werden viele Nutzer schon vor dem ersten Test zurückschrecken, denn Threema kostet Geld. Wer die Messaging-App kaufen will, muss für die Android-App 2,99 Euro bezahlen, auf dem iPhone sogar 50 Cent mehr.

Dafür erhalten Nutzer eine komplette Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Einzel- und Gruppenchats. Auch verschlüsselte Audio-Telefonate sind möglich. Beim ersten Start erhält der Nutzer eine zufällige Threema-ID. Im Gegensatz zu WhatsApp ist keine Handynummer für die Registrierung notwendig.

Threema selbst speichert Nachrichten nur auf den eigenen Servern, wenn der Empfänger beispielsweise das Handy ausgeschaltet hat. Nach dem erfolgreichen Zustellen werden alle Daten gelöscht. Ist der Empfänger erreichbar, werden die Nachrichten einfach nur weitergeleitet und nicht gespeichert.

Telegram

Glänzt mit einer kostenfreien Nutzung, wenn auch für die Registrierung die Handynummer angegeben werden muss. Zwar werden alle Nachrichten ausschließlich verschlüsselt auf den Telegram-Servern gespeichert. Eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erhalten Chatpartner nur über einen gesonderten "Geheimen Chat". Im Gegenzug können die Nutzer ihren Chatverlauf auf jeder Plattform einsehen. Einen Schritt, den die Entwickler bewusst gegangen sind, um bedienungsfreundlicher als die Wettbewerber zu sein.

Telegram betont die Aussage bisher "0 Bytes Nutzerdaten an Dritte weitergegeben" zu haben. Selbst für den Fall, dass Strafverfolgungsbehörden anklopfen, wurde vorgesorgt. Die Nachrichten-Verläufe werden auf Servern in diversen Ländern gespeichert, die Behörden müssen daher einen internationalen Gerichtsbeschluss vorlegen, wenn sie diese einsehen wollen.

Für noch mehr Sicherheit und das Vergessenwerden sorgt eine automatische "Selbstzerstörung". Wird die App nicht genutzt, können automatisch Chats , Kontakte sowie Bilder und Videos gelöscht werden. Standardmäßig geschieht dies nach sechs Monaten.

So sieht der geheime Gruppenchat des DFB-Teams aus

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Video: watson/Benedikt Niessen, Lia Haubner, Marius Notter

Wire

Ähnlich wie bei Telegram ist auch für die Nutzung des kostenlosen Messengers Wire eine Handynummer Pflicht. Um den Messenger im Browser nutzen zu können, muß sogar eine E-Mail-Adresse mit Passwort hinterlegt werden. Das Schweizer Team wird unter anderem von ehemaligen Mitarbeitern des Messaging-Dienstes Skype betrieben. Dies macht sich besonders bei der sehr hohen Qualität der Video-Anrufe bemerkbar.

Wire speichert die Ende-zu-Ende verschlüsselten Chatverläufe nur lokal auf dem benutzten Gerät und nicht in der Cloud. Im Falle eines Handy-Wechsels müssen daher manuelle Backups angelegt werden. Zwar kommt Wire der Datenschutzgrundverordnung nach. Die Schweizer behalten sich jedoch vor, Daten an Strafverfolgungsbehörden weiterzugeben.

Signal

Whistleblower Edward Snowden vertraut auf den kostenlosen Messenger Signal. Die App bietet neben den klassischen Chat-Funktionen auch Videotelefonie. Weder Ton- noch Bildqualität sind jedoch so gut wie bei Wire. Die sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Einzel- und Gruppenchats sowie Audio- und Videotelefonie wird mittlerweile auch von WhatsApp genutzt.

Obwohl Signal oft als Favorit von Sicherheitsexperten gehandelt wird, ist die verpflichtende Angabe der Handynummer ein Manko. Da der Open-Source-Messenger aus den USA stammt, gilt für ihn die DSGVO der EU nicht. Positiv: Die Chatprotokolle werden nur lokal auf dem Gerät gespeichert.

Briar 

Für Freunde von absoluter Anonymität bietet sich der Android-exklusive Messenger Briar an. Bei ihm werden Nachrichten direkt per WLAN oder Bluetooth übermittelt. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Chat-Partner in Sichtweite zueinander sind. Ist dies nicht der Fall, nutzt Briar das anonyme Darknet.

Die große Sicherheit geht jedoch mit einem enorm hohen Akku-Verbrauch einher. Das ständige Scannen des WLAN- und Bluetooth-Netzes sowie des Darknets zwingt den Akku schnell in die Knie. Außerdem sind weder Sprach- noch Videoanrufe möglich.

Edward Snowden: Warnung vor Facebook Messenger WhatsApp:   Alle Nachrichten im Ticker

Fazit: 

Alternativen für WhatsApp und Co. gibt es genug. Zwei entscheidende Probleme erschweren jedoch den Wechsel: Zum einen sinkt die Bedienungsfreundlichkeit mit steigender Sicherheit. Zum anderen nützt einem ein Messenger nur was, wenn auch Freunde, Familie, Kollegen und Co. dort anzutreffen sind. Denn während weltweit rund 1,5 Milliarden Menschen aktiv WhatsApp nutzen, trifft man bei Telegram nur 200 Millionen an.

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