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Mag es zu irritieren und irritiert zu werden – die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger. Bild: Gerhard Leber/Imago/Getty Images/Montage Watson

31 Tage - 31 Frauen

"Trau dich, wehr dich!" – Das ist Barbara Stollberg-Rilinger

31 Tage, 31 Frauen. Im Monat März werden wir anlässlich des "Women's History Month" bei watson jeden Tag eine bemerkenswerte Frau vorstellen. Tag 15: Die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger.

Es gibt auch heute noch viele Dinge, die passieren zum ersten Mal. Im Juli 2017 zum Beispiel, da wurde zum ersten Mal eine Frau zur Rektorin des Wissenschaftskollegs gewählt. Die 63-jährige Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger.

Was ist das Wissenschaftskolleg?

Das Wissenschaftskolleg zu Berlin beruft jedes Jahr 40 Fellows aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen, um ihnen die Möglichkeit zu geben für ein Jahr ohne akademische Verpflichtungen an ihrer selbstgewählten Forschung zu arbeiten.

Was macht sie?

Stollberg-Rilinger forscht zur Frühen Neuzeit, zur europäischen Geschichte des 16.-18. Jahrhunderts. Dabei setzt sie sich schwerpunktmäßig mit der Kulturgeschichte des Politischen auseinander. Rituale, Sitzordnungen, Abstimmungen. Wie wird Herrschaft repräsentiert? Wie wird sie stabilisiert?

Ein konkretes Beispiel: Im Jahr 1740 wurde die habsburgische Fürstin Maria Theresia zum König von Ungarn gewählt. Richtig gelesen. Zum König von Ungarn. Sie hatte die Herrschaft zwar rechtmäßig geerbt, aber sie war eben eine Frau. Und das war ein Problem. Denn Frauen galten im 18. Jahrhundert Männern als unterlegen. In allen Bereichen. Und so wurde ihr Geschlecht einfach wegignoriert. Im Rahmen der Krönungszeremonie tat sie all das, was eigentlich Männern vorbehalten war. Ein Schwert halten, ein Pferd reiten. Ein Ereignis, das zeigt, wie bedeutend solche Symbole sind, wenn es darum geht, Herrschaft zu begründen.

Über Maria Theresia hat Stollberg-Rilinger auch eine Biographie geschrieben, "Die Kaiserin in ihrer Zeit" gewann vor zwei Jahren den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch.

Was macht sie besonders?

Stollberg-Rilinger weiß, dass Geschichte eine wichtige Funktion hat. Dafür, wie wir die Gegenwart sehen, welche Tendenzen wir wahrnehmen, welchen Tendenzen wir entgegenwirken – Stichwort Populismus, Stichwort Fremdenfeindlichkeit. Aber ein Interesse für Geschichte bedeutet eben auch, sich auf etwas Vergangenes und so auch auf etwas Fremdes einzulassen.

In den Worten Stollberg-Rilingers: "Dann wird es meines Erachtens überhaupt erst richtig spannend, weil man dann seine Urteilskraft erweitert, seinen Horizont erweitert, Dinge kennen lernt, die man eben nicht für selbstverständlich hält, die einen irritieren können in den eigenen Selbstverständlichkeiten."

Denn folgt man Stollberg-Rilinger kann die Beschäftigung mit Geschichte nicht heißen, sich einfach nur Futter für die eigene Meinung abzuholen, sondern sich auch irritieren zu lassen. Das Fremde denken.

Was würde sie ihrem jüngeren Ich raten?

"Trau Dich, wehr Dich, lass Dir nichts gefallen."

Mehr Frauen, die du kennen solltest:

31 Frauen-Porträts bei watson.de

Anlässlich des "Women's History Month" stellen wir euch 31 bemerkenswerte Frauen vor – Frauen, die in den unterschiedlichsten Bereichen Außerordentliches leisten.

Hier könnt ihr, sobald erschienen, alle Folgen nachlesen:

1. Kristina Hänel
2. Sasha Marianna Salzmann
3. Mahret Ifeoma Kupka
4. Nura
5. Gina Lückenkämper
6. Ria Schröder
7. Christiane Nüsslein-Vollhard
8. Kübra Gümüşay
9. Steffi Jones
10. Laura Gehlhaar
11. Malu Dreyer
12. Suzie Grime
13. Aya Jaff
14. Raphaela Vogel
15. Barbara Stollberg-Rilinger
16. ...

100 Jahre Frauenwahlrecht

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Video: watson/katharina kücke

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"Glaube an Dich und Deine Ziele" – Das ist Malu Dreyer

31 Tage, 31 Frauen. Im Monat März werden wir anlässlich des "Women's History Month" bei watson jeden Tag eine bemerkenswerte Frau vorstellen. Tag 11: Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer.

Bevor Malu Dreyer schlafen geht, packt sie ihre Sorgen in ein Marmeladenglas. Das löst zwar keine Probleme, aber es hilft ihr, mit Nöten und Sorgen umzugehen. Weil sie die Dinge gerne ablegt, wie sie es einmal formulierte, statt die ganze Nacht darüber zu grübeln.

Zum Grübeln bringt die Vize-Vorsitzende der SPD und Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz heute vor allem politische Gegner und Genossen gleichermaßen. CDU-Frau Julia Klöckner beispielsweise, die ihr Glück mittlerweile in Berlin …

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