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Chef der rechtsextremistischen "Identitären": Martin Sellner Bild: imago/watson-montage

Identitären-Chef Sellner wollte Christchurch-Attentäter "auf ein Bier" treffen

Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch und der Chef der "Identitären" in Österreich haben sich öfter Mails geschrieben als bisher bekannt. Dies berichtet der öffentlich-rechtliche ORF.

Beim bloßen Schriftverkehr sollte es aber offenbar nicht bleiben: Österreichs "Identitären"-Chef Martin Sellner wollte sich sogar mit dem späteren Attentäter treffen, sollte der mal in Wien sein.

"Wenn du jemals nach Wien kommst, müssen wir auf einen Kaffee oder ein Bier gehen."

Das schrieb Sellner mehr als ein Jahr vor dem Attentat an den mutmaßlichen Terroristen Brenton Tarrant. Auch der Australier lud Sellner ein, falls der mal Australien oder Neuseeland bereisen sollte. "Wir haben Menschen in beiden Ländern, die dich gerne in ihrem Haus aufnehmen würden", schrieb der Attentäter.

Im E-Mailverkehr zeigt sich der mutmaßliche Rechtsterrorist ganz begeistert vom Identitären-Chef. "Du wirst von Menschen auf der ganzen Welt unterstützt", schreibt Tarrant. Und:

"Es ist noch ein langer Weg bis zum Sieg, aber jeden Tag werden unsere Leute stärker."

Sellner bestätigte dem ORF die Echtheit der Mails und wiederholte das am Abend auch via Twitter. Ein Treffen mit Tarrant habe es aber nicht gegeben. Bisher war bekannt, dass Tarrant den "Identitären" in Österreich im Januar 2018 – also mehr als ein Jahr vor seinem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch – 1500 Euro gespendet und Sellner sich dafür mit einer Standard-Mail bedankt hatte.

Die Spende des mutmaßlichen Attentäters an Sellner war während einer Finanzprüfung durch Ermittler entdeckt worden.

Bei dem Anschlag Mitte März wurden 50 Menschen getötet. Der Australier Tarrant – ein Rechtsextremist und Rassist – sitzt im einzigen Hochsicherheitsgefängnis des Landes in Auckland in Untersuchungshaft. Ihm wird 50-facher Mord und 39-facher Mordversuch zur Last gelegt. Nach dem Anschlag wurde Sellners Wohnung wegen der Spende durchsucht und ein Verfahren wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung eingeleitet.

(ts/dpa)

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