An Ethiopian woman stands by sacks of wheat to be distributed by the Relief Society of Tigray in the town of Agula, in the Tigray region of northern Ethiopia Saturday, May 8, 2021. A high-level U.N.-led committee that focuses on rapid responses to humanitarian crises estimates that some 350,000 people in Ethiopia's embattled Tigray region are facing famine conditions, a U.N. official said late Wednesday, June 9, 2021. (AP Photo/Ben Curtis)

In Agula in Tigray: Hilfslieferungen für die von Hunger betroffene Region. Bild: ap / Ben Curtis

UNO: Hungersnot in Tigray könnte sich auf andere Regionen Äthiopiens ausweiten

Die Hungernot in der Krisenregion Tigray im Norden Äthiopiens könnte sich nach Angaben der UNO auch noch auf andere Landesteile ausweiten. Die Lage werde sich in den kommenden Monaten wahrscheinlich nicht nur in Tigray, sondern auch in den Regionen Afar und Amhara verschlechtern, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Dienstag vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York.

Äthiopische Regierungstruppen hatten im November eine Offensive gegen die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF begonnen. Seither sind die mehr als fünf Millionen Einwohner der Region fast vollständig vom Rest der Welt abgeschnitten, der Zugang für Hilfsorganisation ist in vielen Gebieten stark eingeschränkt.

Äthiopien wünscht keine "Einmischung in innere Angelegenheiten"

Nach Angaben der UNO sind inzwischen aber mehr als 90 Prozent der Menschen in Tigray dringend auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. 350.000 Menschen sind demnach bereits von akutem Hunger betroffen, darunter auch zehntausende Kinder. Zwei Millionen weitere Menschen in Tigray, Afar und Amhara seien "nur einen Schritt" davon entfernt, sagte Lowcock.

Äthiopien weist die Angaben der UNO zurück und lehnt auch Beratungen über die Krise in Tigray im UN-Sicherheitsrat als Einmischung in innere Angelegenheit ab. Äthiopiens UN-Botschafter Taye Atske Selassie Amde sagte am Dienstag vor Journalisten, sein Land stimme der Einschätzung der UNO zu einer Hungersnot in Tigray nicht zu.

(andi/afp)

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