International
30.07.2020, Belarus, Minsk: Swetlana Tichanowskaja, Kandidatin der Opposition bei den Präsidentschaftswahlen in Belarus, äußert sich nach einem Treffen mit Rawkow, Staatssekretär des Sicherheitsrats von Belarus. Nach Warnungen vor Umsturzversuchen im Zuge der Präsidentenwahl hat die Polizei in Belarus nach eigener Darstellung 33 Angehörige der privaten russischen «Wagner Gruppe» festgenommen. Gegen sie werde nun wegen Vorbereitung terroristischer Handlungen ermittelt, sagte Rawkow. Die Suche nach weiteren Mitgliedern der Gruppe geht weiter. Foto: Sergei Grits/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Swetlana Tichanowskaja hält sich derzeit in Litauen auf. Bild: AP / Sergei Grits

Tichanowskaja: "Habe Ausreise-Entscheidung selbst getroffen"

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat ihren Worten zufolge auf eigenen Antrieb hin das Land verlassen.

"Ich habe eine sehr schwierige Entscheidung getroffen. Es ist eine Entscheidung, die ich absolut unabhängig getroffen habe."

Sie widersprach damit Äußerungen ihres Wahlkampfteams, wonach sie angesichts der Proteste gegen den verkündeten Wahlsieg von Präsident Aleksander Lukaschenko von den Behörden zur Ausreise ins benachbarte Litauen gezwungen worden sei. Auch das staatliche Grenzkomitee erklärte, Tichanowskaja nicht zur Ausreise gezwungen zu haben.

Tichanowskaja ist bei ihren Kindern

Zuvor war bekanntgeworden, dass Tichanowskaja nach Litauen gereist ist. Sie sei dort in Sicherheit und wieder mit ihren Kindern zusammen, teilte das litauische Außenministerium mit. Die 37-Jährige hatte ihre Kinder während des Wahlkampfes nach eigenen Angaben aus Sicherheitsgründen außer Landes gebracht.

Tichanowskaja hatte den proklamierten Sieg von Lukaschenko, der Belarus seit 1994 autoritär regiert, bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag nicht akzeptiert und ihm Wahlbetrug vorgeworfen. Die frühere Englisch-Lehrerin hatte anstelle ihres Ehemannes kandidiert, nachdem der regierungskritische Blogger im Mai festgenommen worden war.

(lin/rtr)

Themen

Analyse

Expertin über Reaktion nach der US-Wahl: "Trump hat sein Versprechen wahrgemacht"

Donald Trump erklärte sich noch in der Wahlnacht zum Sieger der Wahl – ohne demokratische Grundlage. Historikerin Annika Brockschmidt fürchtet schlimme Konsequenzen für die US-amerikanische Demokratie.

Mitten in der Washingtoner Nacht trat der US-Präsident vor die Presse. Er erzählte, es gebe viele, viele Menschen, die für ihn gestimmt hätten – und erklärte sich kurzerhand zum Sieger der Präsidentschaftswahl. Die weitere Auszählung der Stimmen möchte Donald Trump nun mithilfe der Gerichte stoppen und damit verhindern, dass sich die Verhältnisse doch noch zugunsten seines Herausforderers Joe Biden verändern.

Denn: Eine große Anzahl von Stimmen ist noch nicht ausgezählt worden, über 100 …

Artikel lesen
Link zum Artikel