Russian President Vladimir Putin attends a meeting on social and economic development of Crimea and Sevastopol, via video conference in Moscow, Russia, Thursday, March 18, 2021. (Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)

Der russische Präsident Wladimir Putin reagierte gelassen auf die Vorwürfe des US-amerikanischen Präsidenten Biden. Bild: ap

"Bleiben Sie gesund!" Putin reagiert auf "Mörder"-Vorwurf von Biden

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinem US-Kollegen Joe Biden nach dessen schweren Vorwürfen "Gesundheit" gewünscht. "Was die Äußerungen meines amerikanischen Kollegen angeht, so sind wir wirklich, wie er sagte, persönlich miteinander bekannt: Was ich ihm antworten würde? Ich würde ihm sagen: Bleiben Sie gesund! Ich wünsche ihm Gesundheit", sagte Putin am Donnerstag.

Was war passiert? US-Präsident Joe Biden hatte Kremlchef Wladimir Putin Konsequenzen für die angebliche Einmischung in die US-Wahl im vergangenen November angedroht. "Er wird einen Preis bezahlen", sagte Biden in einem am Mittwochmorgen (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des US-Senders ABC. In einem Telefonat mit Putin Ende Januar habe er dem russischen Präsidenten mit Blick auf eine mögliche Einmischung Moskaus gesagt: "Ich kenne Sie und Sie kennen mich. Wenn ich feststelle, dass dies geschehen ist, dann seien Sie vorbereitet." Biden sagte auf die Frage von ABC-Moderator George Stephanopoulos, ob er denke, dass Putin ein "Mörder" sei: "Das tue ich."

Nach Biden-Attacke: Putin holt Botschafter zurück

Kreml-Chef Wladimir Putin reagiert auf die scharfe Attacke und hat seinen Botschafter in Washington nach Moskau zurückbeordert. Anatoli Antonow sei am Mittwoch zu Konsultationen nach Moskau geladen worden, um die Zukunft der Beziehungen zu den USA zu analysieren, erklärte das russische Außenministerium. Das russische Außenministerium erklärte, bei den Gesprächen mit Botschafter Antonow solle es um die Frage gehen, wie eine "irreversible Verschlechterung" der Beziehungen verhindert werden könne. Vize-Außenminister Sergej Riabkow sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, die Verantwortung für die Verschlechterung der Beziehungen "liegt vollständig bei den Vereinigten Staaten".

Das US-Außenministerium erklärte, es nehme die Rückbeorderung des russischen Botschafters zur Kenntnis. Eine Sprecherin ergänzte, der US-Botschafter in Moskau werde trotz der Krise auf seinem Posten bleiben, um "offene Kommunikationskanäle" aufrechtzuerhalten und "das Risiko von Fehleinschätzungen zwischen unseren Ländern zu reduzieren".

ARCHIV - 10.03.2011, Russland, Moskau: Der damalige US-Vizepr

Joe Biden (l.) ist der Meinung, dass Wladimir Putin (r.) ein Mörder ist, möchte aber trotzdem weiter mit ihm zusammenarbeiten, wenn es gemeinsame Interessen gibt. Bild: dpa / Alexander Zemlianichenko

US-Geheimdienste werfen Russland Einmischung in US-Wahlen vor

Nach Ansicht der amerikanischen Geheimdienste hat sich Russland bei der US-Wahl im November für den damaligen Präsidenten Donald Trump eingesetzt und sich bemüht, Biden zu schaden. Moskau habe den Ausgang der Wahl beeinflussen und Unfrieden im Land säen wollen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht aus dem Büro von Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines. Putin und seine Regierung hätten die Maßnahmen "genehmigt und durchgeführt".

Biden machte keine Angaben dazu, was für Konsequenzen diese Erkenntnisse für Putin haben könnten. Der US-Präsident machte zugleich deutlich, dass eine Zusammenarbeit Washingtons mit Moskaus bei gemeinsamen Interessen dennoch möglich sei.

Kreml dementiert Einflussnahme

Der Kreml hat den Bericht amerikanischer Geheimdienste über angebliche Versuche russischer Einflussnahme auf die US-Wahl im vergangenen November zurückgewiesen. Der Bericht sei "falsch, absolut unbegründet und haltlos", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Agentur Interfax am Mittwoch in Moskau. Russland habe sich weder in die US-Wahlen 2020 noch in die davor eingemischt.

Eine derartige Behauptung seitens der USA schade nur "den ohnehin schon angeschlagenen russisch-amerikanischen Beziehungen". Entsprechende Vorwürfe hatte Russland auch in der Vergangenheit schon vehement zurückgewiesen.

(jab/om/dpa)

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