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George Bush, 94, ist tot – sein Leben in den 3 wichtigsten Stationen

George H. W. Bush verbrachte fast sein ganzes Leben gemeinsam mit seiner Frau Barbara. Nun stirbt er rund ein halbes Jahr nach ihr. Die Nachricht kommt überraschend. Nicht nur die USA trauern. Bush unterstützte nach dem Fall der Berliner Mauer als erster ausländischer Staatsmann die deutsche Einheit.

Der frühere US-Präsident George H. W. Bush ist tot. Er starb im Alter von 94 Jahren, wie ein Sprecher der Familie in der Nacht auf Samstag via Twitter mitteilte. Er starb am Freitagabend um 22.10 Uhr Ortszeit.

Er sei der beste Vater gewesen, den man sich als Sohn oder Tochter habe wünschen können, hieß es in einer Erklärung seines Sohnes, des früheren US-Präsidenten George W. Bush. Die gesamte Familie sei zutiefst dankbar für dessen Leben. Der zweitälteste Sohn Jeb Bush schrieb auf Twitter, nichts habe seinem Vater mehr Freude bereitet, als anderen zu helfen.

George H. W. Bush musste in den vergangenen Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden. Vor rund zweieinhalb Jahren brach er sich bei einem Sturz in seinem Ferienhaus einen Halswirbel. Zuletzt saß er im Rollstuhl. Erst im April dieses Jahres war seine Frau Barbara gestorben. Die beiden waren 73 Jahre verheiratet. Das Ehepaar hatte sechs Kinder, von denen eines im Alter von drei Jahren gestorben war.

Sein Sohn George W. Bush war der 43. Präsident der USA, sein Sohn Jeb Bush war Gouverneur von Florida. 

Der demokratische Ex-Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt über den Tod von George H. W. Bush. Amerika habe einen "Patrioten und bescheidenen Diener" verloren, hieß es in einer Erklärung von Barack und Michelle Obama. 

Aus der Erklärung der Obamas

"Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit." 

Sein Leben in 3 Stationen.

"Read my lips: No new taxes"

Der Republikaner Bush war von 1981 bis 1989 Vizepräsident unter Ronald Reagan. 1988 folgte er Reagan im Weißen Haus nach. Legendär war sein Satz im Wahlkampf: 

"Read my lips: No new taxes."

Bush setzte auf einen schlanken Staat. Er selbst verstand sich stets mehr als Staatsdiener denn als Staatsmann. 

Die USA erlebten in der Folge seiner Wirtschaftspolitik einen Aufschwung. Der setzte aber erst nach Bushs Amtszeit ein.

1992 verlor Bush die Wahl gegen den jugendlichen Herausforder Bill Clinton. Auch, weil er sein Wahlversprechen gebrochen hatte und die Steuern doch raufsetzte.
Nach ihrer aktiven Zeit in der Politik verstanden sich beide prächtig. Gemeinsam starteten sie Friedensmissionen und Hilfsaktionen, etwa für Haiti.

Gegenüber Donald Trump zeigte er sich kritisch. Trump war der Trauerfeier von Barbara Bush ferngeblieben. Der Präsident ließ ausrichten, "aus Respekt vor der Bush-Familie" nicht an der Zeremonie teilnehmen zu wollen.

Viele erinnerten am Samstag an den Brief, den Bush senior 1994 im Weißen Haus für Bill Clinton zurückließ. Darin schrieb er unter anderem:

"Ich bin kein guter Ratgeber. Aber lassen Sie sich von den Kritikern nicht entmutigen."

George H.W. Bush (1924-2018) an Bill Clinton

Bushs Brief an seinen Nachfolger Clinton

Kohls Mann für die Einheit

Kaum im Amt als Präsident fiel 1989 der Eiserne Vorhang und die Berliner Mauer. Bush begleitete den Wandel in Osteuropa, nahm er aber Rücksicht auf russische Verbindlichkeiten. 

Auch mit Blick auf Deutschland zeigte er sich entschlossen. Frankreichs Präsident Francois Mitterrand und die britische Premierministerin Margreth Thatcher lehnten eine Einheit der beiden deutschen Staaten ab. 

Bundeskanzler Helmut Kohl, der gewiefte Weltenlenker aus der Pfalz, gelang es Bush für die deutsche Einheit zu gewinnen. Nach und nach lenkten auch Mitterrand, Thatcher und der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow ein. 

Am 3. Oktober 1990 durfte Deutschland seine Wiedervereinigung feiern.

Auch ein Verdienst der weitsichtigen Politik George Bushs. 

In Kuwait umsichtiger als sein Sohn

Bush war ein Mann des Kalten Kriegs. Er hatte im Zweiten Weltkrieg als Kampfflieger gedient, nach 1945 stieg er auf zum Chef des CIA. 

Umso bemerkenswerter war sein Vorgehen nach dem Überfall Iraks auf Kuwait 1990. Bush lehnte die Invasion als Akt der Aggression ab.

Aber die USA handelten 1991 im Golfkrieg zur Befreieung Kuwaits nicht allein, sondern an der Spitze einer internationalen Koalition – mit UN-Mandat. 

Ein Musterbeispiel an multilateralem Einsatz. 

Die Operation "Desert Storm" startete 1991 und drängten die Truppen des irakischen Machthabers Saddam Hussein rasch zurück. Bush stellte sich aber den Wünschen seiner Militärs entgegen. Er ließ die Truppen an der Grenze zum Irak stoppen. 

Sein Sohn George W. Bush sollte beim Golfkrieg 2002 weniger umsichtig handeln. Die politischen Folgen und Unsicherheiten sind bis heute zu spüren.

(ahe./dpa, afp, reuters)

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