International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
FILE PHOTO:  A combination photo shows U.S.  President Donald Trump and North Korea leader Kim Jong Un in Washignton, DC, U.S. May 17, 2018 and in Panmunjom, South Korea, April 27, 2018 respectively.   REUTERS/Kevin Lamarque and Korea Summit Press Pool/File Photos

Bild: reuters-montage

Analyse

2 Monate danach: Was hat das Trump-Kim-Treffen eigentlich gebracht? 

Natürlich: Wenn es nach Donald Trump geht, ist die Lage klar. Der US-Präsident wird nicht müde, seinen Gipfel in Singpaur mit Kim Jong-un als Erfolg zu preisen: Die nukleare Bedrohung aus Nordkorea sei gebannt, es gebe große Fortschritte, man habe viele gute Gespräche mit den Nordkoreanern.

Wie denken die Amerikaner nach dem Singapur-Gipfel?

So warf Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton Pjöngjang in dieser Woche vor, noch keine konkreten Schritte zur atomaren Abrüstung unternommen zu haben. Die US-Regierung halte sich an die Vereinbarung des Gipfels, die Nordkoreaner dagegen hätten noch nichts getan, was für eine Denuklearisierung notwendig sei, sagte Bolton.

Trump und Kim hatten bei dem Gipfel eine vage Absichtserklärung unterzeichnet, in der der nordkoreanische Machthaber seine Bereitschaft zu einer "umfassenden" atomaren Abrüstung bekräftigte. Konkrete Schritte wurden aber nicht vereinbart.

Die USA setzten nach dem Treffen ein gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea aus – das gilt als großes Zugeständnis an Nordkorea.

Wie deutet Trump das Treffen mit Kim?

Trump reklamiert es als Erfolg, dass Nordkorea seit Monaten keine Rakete abgefeuert habe. Darauf verweist auch die südkoreanische Regierung. "In diesem Jahr hat Nordkorea weder einen Atomtest noch einen Raketenstart unternommen", heißt es in einem Bericht, den das Präsidialamt in Seoul vor einigen Tagen veröffentlichte.

Nordkorea habe "erste Schritte unternommen, das Kriegsrisiko auf der koreanischen Halbinsel an den Wurzeln zu beseitigen, in dem es seine Atomtest- und Raketentestanlagen abbaut", heißt es darin weiter. Zuletzt lieferten etwa US-Experten anhand von Satellitenbildern Hinweise darauf, dass Nordkorea wichtige Teile einer Raketenstartanlage in Sohae demontiert.

Wie steht es um die atomare Abrüstung Nordkoreas?

Andererseits brachten die Wochen seit dem Treffen zwischen Kim und Trump bisher nicht den gewünschten detaillierten Fahrplan für eine atomare Abrüstung hervor. Nordkorea scheine darauf zu vertrauen, dass der Abbau ihrer Atomwaffen- und Raketentestanlagen von Trump als ernsthafte Schritte zu einer "vollständigen Denuklearisierung" angesehen würden, schrieb der Nordkorea-Experte Scott Snyder in einem Blog der US-Denkfabrik Council on Foreign Relations.

Die Denuklearisierung habe Kim Jong Un schließlich nicht nur Trump, sondern auch dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In gegenüber versprochen. Und Vertrauen sei nötig, denn die Maßnahmen Nordkoreas seien bisher ohne "adäquate Überprüfung von außen" durchgeführt worden, meint Snyder.

Die Abrüstungsverhandlungen drohen sich weiter in die Länge zu ziehen. Noch herrscht zwischen Nordkorea und den USA nach wie vor Uneinigkeit darüber, was überhaupt unter dem schwammigen Begriff der Denuklearisierung zu verstehen ist. Für die international isolierte Führung in Nordkorea sind Atomwaffen eine Überlebensgarantie, die es nicht so schnell hergibt.

Was plant Kim?

Spielt Kim etwa auf Zeit, wie einige Beobachter vermuten? "Nordkorea hat es vielleicht nie auf eine einseitige Abrüstung abgesehen", sagt der Vertreter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul, Lars-André Richter. Er schließe nicht aus, dass Pjöngjang austesten wolle, wie weit es in den Verhandlungen mit den USA gehen könne. "Es könnte sein, dass Nordkorea schon auf die Zeit nach Trump schielt." Sollte Trump allerdings 2020 wiedergewählt werden, sähe die Lage anders aus.

Der Führung in Pjöngjang geht es darum, über die Zusammenarbeit mit Südkorea China und anderen Ländern die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Investitionen und Außenhandel sollen helfen, Wohlstand in dem isolierten Land zu erzeugen. Dazu muss es aber erst die internationalen Sanktionen abschütteln.

Wie sehen die Südkoreaner die Lage?

Aus der Sicht Südkoreas und der USA geht es nicht nur um die Beseitigung der Atomsprengköpfe und Raketen, sondern auch darum, dass Nordkorea die Grundlage für die Produktion atomwaffenfähigen Materials permanent entzogen wird.

"Unsere Position ist es, dass die UN-Sanktionen (gegen Nordkorea) aufrechterhalten und gewissenhaft umgesetzt werden, bis wir konkrete Aktionen zu einer kompletten Denuklearisierung sehen", betonte Südkoreas Außenministerin Kang Kyung Wha.

Auch China kommt eine wichtige Rolle in der Region zu. Welche Rolle spielt Peking?

In dieser ganzen Gemengelage fällt China ein entscheidender Part zu. Welche einflussreiche Rolle Peking schon beim Singapur-Gipfel vor zwei Monaten spielte, zeigte sich mit dem Jumbo-Jet der chinesischen Fluggesellschaft Air China, in dem Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un anreiste. Von Schutzmacht zu reden, geht sicher zu weit, aber China dient Nordkorea heute wieder als eine Art "großer Bruder".

Seit den beiden Besuchen von Kim bei Staats- und Parteichef Xi Jinping in China mischt Peking wieder kräftig mit. Die traditionelle Freundschaft "stößt neue Lebenskraft aus", lobte Chinas Außenminister Wang Yi am Wochenende bei einem Treffen mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen Ri Yong Ho beim Asean-Forum in Singapur.

Für Peking ist mit dem Gipfel die unmittelbare Kriegsgefahr gebannt und der gewünschte Status quo wieder gesichert. Atomare Abrüstung ist zwar ein Thema, aber eher für die Zukunft. China hofft, dass die USA "die legitimen Sicherheitsinteressen" Nordkoreas berücksichtigen und dem Land "auf halbem Wege entgegenkommen", sagte Wang Yi. Damit stärkte er Nordkorea demonstrativ den Rücken. Sein nordkoreanischer Kollege schwärmte von einer "blühenden" Freundschaft.

Die USA werfen China schon vor, heimlich die Sanktionen wieder zu lockern. Wohl nicht im großen Stil, aber es rollen Beobachtern zufolge wieder mehr Lastwagen über die Grenze nach Nordkorea. Auch verzeichnen US-Satelliten illegale Ölverladungen auf hoher See. So redeten beide Außenminister nach chinesischer Darstellung bei ihren Gesprächen vor allem über Chinas Hilfe für Nordkorea, "wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen und den Lebensstandard seines Volkes zu verbessern".

Sanktionspolitik klingt anders. Chinas Bereitschaft zur Kooperation mit Trump hat auch schwer durch die Eskalation im Handelskonflikt gelitten. Chinas Staatschef Xi ist verärgert, hat kein Vertrauen mehr in Trump, der mit immer neuen Strafzöllen die Daumenschrauben anzieht. Warum sollte Xi ihm da mit Nordkorea helfen?

(pb/dpa)

Donald Trump und Kim Jong-un - was bisher geschah:

Wie sich Trump und Kim auf den Singapur-Gipfel vorbereiten

Link zum Artikel

Treffen sich 2 Diktatoren – Sogar Fox macht aus Trump schon einen Despoten

Link zum Artikel

In diesem "bescheidenen" Hotel treffen sich Donald Trump und Kim Jong-un

Link zum Artikel

Nordkorea schließt Atomtestgelände: Die 5 wichtigsten Fragen und Antworten dazu

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Millionen sahen Hartz-IV-Empfänger bei "Armes Deutschland" – jetzt rechnet er mit RTL 2 ab

Link zum Artikel

Mit diesen 4 Tipps umgehst du die langsamste Kasse im Supermarkt

Link zum Artikel

Heidi Klum postet Oben-Ohne-Video – das sagt Lena Meyer-Landrut dazu

Link zum Artikel

Sommer bei H&M: Das sind die ekligsten Dinge, die mir als Verkäuferin passiert sind

Link zum Artikel

Das deutsche Badewasser ist hervorragend – nur nicht an diesen 6 Orten

Link zum Artikel

Mats Hummels zurück zum BVB? Irgendwann reicht's

Link zum Artikel

9 Frauen aus den Anfängen des Rock'n'Roll, die die Musikwelt auf den Kopf stellten

Link zum Artikel

Ich wollte Eltern überzeugen, dass Impfen schlecht ist – und scheiterte glücklicherweise

Link zum Artikel

"Soll ich hier den Clown machen?": Kollegah rastet wegen Schweizer Festival aus

Link zum Artikel

Aldi schafft die Kasse ab: Discounter testet wegweisendes Konzept in China

Link zum Artikel

Diese Bilder von den Protesten in Hongkong geht gerade um die Welt

Link zum Artikel

Pascal Hens gewinnt "Let's Dance", aber was viel beachtlicher ist

Link zum Artikel

Gespräch mit einem Luxus-Escort: "Die meisten Prostituierten sind unterer Mittelstand"

Link zum Artikel

Sie demontiert sich selbst: Warum ihr Görlitz-Tweet AKK so heftig um die Ohren fliegt

Link zum Artikel

"Hunderte Mio. Menschen werden betroffen sein": Klimaforscher machen dramatische Entdeckung

Link zum Artikel

Illner geht ihren Gästen mit Personal-Fragen auf die Nerven – "unsägliche Debatte"

Link zum Artikel

"Mit Neonazis mache ich mich nicht gemein" – so begründet ein Ex-AfD-Mann seinen Ausstieg

Link zum Artikel

Vera Int-Veen verurteilt Hartz-IV-Empfänger – dann erkennt sie ihren Fehler

Link zum Artikel

Ein Schrei nach Liebe: Freiwild covern Ärzte und Hosen

Link zum Artikel

"Dachte, dass das für immer ist" – Lena Meyer-Landrut spricht unter Tränen über Trennung

Link zum Artikel

So will Edeka den Drogerien Konkurrenz machen

Link zum Artikel

Rammstein: 7 (fast) unbekannte Fakten über die Band

Link zum Artikel

"Er hat die Ente gefressen": Eisbär frisst Tier vor den Augen der Zoo-Besucher

Link zum Artikel

Rammstein-Sänger soll Mann geschlagen haben – was das mutmaßliche Opfer zu dem Fall sagt

Link zum Artikel

Wegen Cathy-Hummels-Streit: Bundesregierung will Influencer-Gesetz

Link zum Artikel

Posen vorm Reaktor – Influencer machen geschmacklose Instagram-Posts in Tschernobyl

Link zum Artikel

Fotos von Helene Fischers Privat-Konzert aufgetaucht – sie zwingen sie zu handeln

Link zum Artikel

Mein Vater hat eine bipolare Störung – so war meine Kindheit

Link zum Artikel

Rock im Park: Über 130 Menschen erleiden allergische Reaktion

Link zum Artikel

Heidi veröffentlicht Chat mit Tom: Romantisch? Ganz im Gegenteil!

Link zum Artikel

Shitstorm mal anders: Zu wenige Toiletten bei Rock im Park

Link zum Artikel

Von Anime bis True Crime – diese 14 Filme und Serien kommen ab heute auf Netflix

Link zum Artikel

Sturmböen, Hagel und Starkregen: Ab Pfingstmontag geht es bergab mit dem Wetter

Link zum Artikel

Lesbisches Paar in London blutig geschlagen – weil sie sich nicht küssen wollten

Link zum Artikel

Helene Fischer macht's schon wieder – darum sind ihre Worte nur noch Heuchelei

Link zum Artikel

Kelly Family in Berlin: Warum immer noch der Hype? Eine Annäherung in 5 Akten

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

Wie beim WM-Finale 2014! Das steckt hinter der Final-Flitzerin von Madrid

Link zum Artikel

Helene Fischer und die 1-Mio-Euro-Party: Millionär bucht Star für besonderen Abend

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Auf Smartphones von Huawei droht das Whatsapp-Aus

Huawei hat derzeit mit US-Sanktionen zu kämpfen, nun könnte dem chinesischen Technologiekonzern auch der Zugang zu bestimmter Software erschwert werden. Womöglich müssen Nutzer mit Huawei-Geräten künftig auf US-Dienste wie Whatsapp verzichten.

Bis Anfang 2020 will Huawei ein eigenes Betriebssystem für Smartphones und Notebooks fertig gestellt haben, um Android und Windows zu ersetzen. Richard Yu, Geschäftsführer von Huaweis Privatkunden-Sparte, sagte am Donnerstag, dass eine Version des …

Artikel lesen
Link zum Artikel