International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Image

getty/dpa/montage

Trump zieht es zu Putin – warum das mögliche Treffen seine Berater entsetzt

fabian reinbold

Die US-Regierung nähert sich dem Kreml an. Donald Trump besteht auf einem Treffen mit Wladimir Putin – zum Entsetzen seiner Berater. Der Gipfel soll schon bald in Europa stattfinden.

Alles begann mit einer kurzen Notiz in Großbuchstaben: NICHT GRATULIEREN. Einen Zettel mit diesem Hinweis schoben die Berater im Oval Office Donald Trump unter die Nase, als dieser im März mit Wladimir Putin telefonierte. Putin hatte sich gerade als Präsident bestätigen lassen, und im Weißen Haus wollte man die unfreie Wahl nicht mit einem Glückwunsch aufwerten.

Was tat Trump? Er gratulierte trotzdem und lud Putin sogar nach Washington ein.

Seit diesem Telefonat vom 20. März arbeitet Trump auf ein Treffen mit dem russischen Präsidenten hin. Der will allerdings nicht ins Weiße Haus kommen, sondern sich auf neutralem Boden treffen. In dieser Woche sollen die Formalitäten geklärt werden: Trumps Sicherheitsberater John Bolton spricht dazu am heutigen Mittwoch im Kreml.

Zugleich kamen in Washington am Dienstag die Energieminister der beiden Länder zusammen, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, um über Öl- und Gasindustrie zu sprechen. Abseits der Schlagzeilen findet momentan eine Annäherung zwischen Washington und Moskau statt, die wohl bald mit einem Gipfeltreffen sichtbar werden soll.

In den USA sorgt Trump derzeit wegen einem anderen Thema für Aufsehen:

Warum das Treffen Sprengstoff birgt

Trump setzt, wie beim Treffen mit Kim Jong Un, auf persönliche Diplomatie, darauf dass sich über ein direktes Kennenlernen Entspannung herbeiführen lässt.

In Washington wird der geplante Gipfel allerdings mit großer Sorge gesehen – denn aus amerikanischer Sicht birgt das Treffen Sprengstoff. Die US-Regierung ist gespalten im Umgang mit Moskau und auch Trumps eigene Beamte sehen es mit Entsetzen, dass der Präsident keine Antwort auf die russische Politik der Einflussnahme findet.

Die Sorge lautet, dass Trump Putin bei einem Treffen weitgehende Zugeständnisse machen könnte.

Projektionsfläche ist Trumps Treffen mit Kim Jong-un vor zwei Wochen. Auch dieses Treffen hat er gegen die Warnungen von Mitarbeitern durchgedrückt. Einen konkreten Ertrag, das wird immer deutlicher, hat das Treffen nicht gebracht, dafür aber Trumps Absage von US-Manövern mit Südkorea.

Experten fürchten das Treffen

Ähnliches fürchten Experten jetzt auch: Es könnte ein "Kennenlerntreffen mit einem weiteren brutalen Diktator" werden, gab bereits Alexander Vershbow zu Protokoll, US-Botschafter in Moskau unter George W. Bush und später Nato-Vizegeneralsekretär. Und könnte Trump womöglich gar Nato-Militärmanöver an der Grenze zu Russland in Frage stellen?

Von den Gesprächen John Boltons in Moskau dürfte abhängen, wann und wo das geplante Treffen stattfindet. Aller Voraussicht nach würde es nach dem Nato-Gipfel in Brüssel (10./11. Juli) und Trumps Besuch in London stattfinden. Im Gespräch war zunächst Wien, jetzt ist es Helsinki.

Bislang trafen die Präsidenten der USA und Russlands nur kurz beim G20-Gipfel in Hamburg sowie beim Apec-Treffen in Vietnam aufeinander. In Hamburg kam es bereits zu einem Einzelgespräch ohne Berater. Doch ein eigener Gipfel birgt eine andere Art des Austausches und eine eigene Symbolik.

Über diese Themen könnten die beiden sprechen

Putin ist erbost über die harten Sanktionen, die Washington nach der Krim-Annexion, Einmischung in die USA-Wahlen und dem Giftgasanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal verhängt hat.

Was will Trump? Die US-Politik ist widersprüchlich

Und was will Trump? Eine klare amerikanische Russland-Politik gibt es nicht, stattdessen herrschen in Washington drei Ansätze vor, die sich immer wieder gegenseitig blockieren.

Diese drei Kräfte wirken immer wieder gegeneinander. Zuletzt führte das im Frühjahr zu einer seltsamen Begebenheit. Als Reaktion auf das Giftgasattentat in Großbritannien wies die US-Regierung 60 Russen des Landes, die sie beschuldigte, als Agenten zu arbeiten. Trump zeterte im Nachhinein öffentlich, dass ihm das zu viel war.

Und nach dem Giftgaseinsatz in Syrien im April kündigte die amerikanische Uno-Botschafterin Nikki Haley für die kommenden Tagen weitere Strafmaßnahmen an, weil Russland die dortigen Regimetruppen unterstützt. Diese Sanktionen kamen nach Veto des Weißen Hauses dann aber nicht.

Putin dürfte bei einem Gipfeltreffen auf die Aufhebung von Sanktionen drängen. Und ganz offensichtlich fürchten viele in Trumps eigenem Umfeld, dass dieser gewillt sein könnte, dem zuzustimmen.

Dieser Artikel ist zuerst auf t-online.de erschienen.

Ein bisschen gut für die Demokratie – ein bisschen sehr gut für Angela Merkel

Link to Article

"So unfair, so böse"– Trump sauer wegen Spekulationen um seine Melania

Link to Article

Donald Trump droht mit Raketenangriff nach Giftgasangriff auf Syrien

Link to Article

Affäre um Porno-Star: FBI durchsucht Büro von Trumps Anwalt

Link to Article

Er liebt Trump und Taylor Swift – jetzt wurde der "Asian-Nazi" verhaftet 

Link to Article

Warum Trumps Null-Toleranz-Politik an der US-Grenze nicht normal ist

Link to Article

Trump, der Unberührbare – was hinter seiner neuen Verteidigungsstrategie steckt

Link to Article

Der Angriff in Syrien hat sich gelohnt – zumindest für Trump

Link to Article

Der US-Senat bestätigt Hardliner Pompeo als Außenminister – so kam's

Link to Article

Trump feuert Außenminister Rex Tillerson – weil der seinen Job macht

Link to Article

Luftangriffe auf Syrien – Trump will Truppen schnellstmöglich abziehen

Link to Article

Ihre Königliche Hoheit, Präsident Donald J. Trump – will sich notfalls selbst begnadigen

Link to Article

Trump nach Rassismus-Tweet von Roseanne: "Bei mir hat sich ABC nie entschuldigt!"

Link to Article

Warum Trump gerade einen Super-Bowl-Champion aus dem Weißen Haus ausgeladen hat

Link to Article

Soziopath, Hochstapler, Egomane: Netflix-Doku zeigt den wahren Donald Trump

Link to Article

Trump will weiter kritische Twitter-Follower verbannen können

Link to Article

5 Attacken auf Trump – jetzt schlägt der US-Präsident auf Twitter zurück

Link to Article

Wer hat Angst vor der Waffenlobby NRA? Donald Trump

Link to Article

19 mal "Soo Saaad!": Erinnerst du dich an diese Trump-Aussteiger?

Link to Article

Mueller hat neue Beweise und bringt damit Trump-Anwalt immer mehr in die Klemme

Link to Article

Comey: Trump ist "moralisch nicht geeignet" fürs Präsidentenamt

Link to Article

Boxer mit Trump-Mauer auf Shorts wird von Mexikaner zerstört

Link to Article

Trumps nächster Berater tritt zurück - Nummer 18 auf unserer Liste

Link to Article

In diesem "bescheidenen" Hotel treffen sich Donald Trump und Kim Jong-un

Link to Article

Merkel ist auch wegen Trump erneut angetreten – sagt ein Obama-Vertrauter

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Trump läuft mit Schirm zur Air Force One – und macht dann etwas, das so was von Trump ist

Nicht nur in der Deutschland, auch in Washington D.C. kam am Wochenende ordentlich Wasser vom Himmel. Dies musste unter anderem auch Donald Trump feststellen. Bevor der US-Präsident am Samstag die Air Force One in Richtung Indianapolis bestieg, musste er im Freien den Reportern Rede und Antwort stehen. Vom Regen geschützt durch einen großen, schwarzen Schirm.

Wie gewohnt ließ Trump die Reporter mit einigem Stirnrunzeln zurück. In einer Synagoge in Pittsburgh wurden elf Personen getötet und …

Artikel lesen
Link to Article