International
Bild

Für die Welt sieht es aus, als hätte Mr. Bean im UK das Sagen. bild: watson/reto fehr

Analyse

Brexit-Chaos ohne Ende: Wenn Mr. Bean das stolze Britannien regiert

Das britische Parlament hat die bislang irrste Woche in Sachen Brexit erlebt, und noch immer ist unklar, wann und wie das Königreich aus der EU austreten wird.

Peter Blunschi / watson.ch

Was hat sich in den letzten Monaten wohl in Theresa Mays Kopf abgespielt? Wie oft hat sie den Entscheid ihrer Vorvorvorgänger vor bald 100 Jahren verflucht? Die damalige britische Regierung hatte im Anglo-Irischen Vertrag von 1921 durchgesetzt, dass die sechs Grafschaften der irischen Provinz Ulster, die mehrheitlich von loyalen Protestanten bewohnt waren, im Königreich blieben.

Daraus entstand das heutige Nordirland und damit der größte Stolperstein beim Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Die Teilung Irlands war in mancher Hinsicht mehr ein Fluch denn ein Segen. Mit ihr entstand jene Grenze, die unbedingt offen bleiben soll, damit militante Republikaner im Norden nicht erneut zu den Waffen greifen.

Premierministerin May hat deshalb mit der EU den so genannten Backstop ausgehandelt, der den Brexit-Hardlinern ein Dorn im Auge ist. Sie haben Mays Austrittsvertrag am Dienstag im Unterhaus ein zweites Mal zu Fall gebracht. Es war der Auftakt einer turbulenten Woche in Westminster, die den Beweis erbracht hat, dass im Brexit-Chaos immer noch eine Steigerung möglich ist.

Nun folgt der dritte Anlauf

An ihrem Ende ist man kaum weiter als zuvor. Fest steht eigentlich nur, dass ein harter No-Deal-Brexit vom Tisch ist, ebenso zumindest vorläufig eine zweite Volksabstimmung. Das Parlament hat nun faktisch die Wahl zwischen zwei Optionen: Entweder stimmt es dem May-Abkommen am nächsten Mittwoch im dritten Anlauf zu, oder der Brexit wird verschoben, vielleicht auf unbestimmte Zeit.

Der Gipfel des Irrsinns ist, dass die konservative Regierungschefin mit dieser Strategie sogar durchkommen und die Hardliner im dritten Anlauf zum Einlenken bewegen könnte. Dazu beitragen könnten die vage und aus juristischer Sicht waghalsige Annahme, die Briten könnten den Backstop allenfalls auch ohne Vereinbarung mit Brüssel einseitig aufkündigen.

Einfach ist Theresa Mays Aufgabe nicht. Der Vorsprung des Nein-Lagers schrumpfte in der zweiten Abstimmung von 230 auf 150 Stimmen, aber das ist immer noch sehr viel. Und die Mehrheitsverhältnisse im Unterhaus sind wackelig. May braucht für einen Erfolg wohl Stimmen von Labour-Abgeordneten, unter denen es einige Brexit-Befürworter gibt.

Mays Tage sind gezählt

Falls May Erfolg hat, würde sich exakt das Szenario abspielen, das ihr Chefunterhändler Olly Robbins im Februar beim Feierabendbier in einer Brüsseler Bar in Hörweite eines britischen Fernsehjournalisten ausgeplaudert hatte: Die ultimative Abstimmung bis zum letztmöglichen Zeitpunkt verzögern, damit die Hardliner mit der Aussicht auf einen Endlos-Brexit doch einknicken.

Selbst wenn Theresa May damit durchkommt, dürften ihre Tage in Downing Street Nr. 10 gezählt sein. Ihre Glaubwürdigkeit hat sie längst verspielt. Statt nach der knappen Abstimmung im Juni 2016 einen breiten nationalen Konsens zu suchen, umgarnte sie bloß die Brexiteers und machte sich von ihnen abhängig. Sie hat die Gräben im Land vertieft und die Menschen im Königreich entzweit.

International hat man das zur Kenntnis genommen. Die Zahl der bislang vereinbarten Post-Brexit-Handelsverträge lässt sich an einer Hand abzählen. Kommen die Briten mit ihren Wünschen angerauscht, werden sie nicht als stolzer Lord Nelson wahrgenommen, sondern als trotteliger Mr. Bean mit seinem Mini.

Das könnte dich auch interessieren:

Amthor führt bei Lanz alle hinters Licht – jetzt will er Teile des Rezo-Videos liefern

Link zum Artikel

Torwart-Zoff: Hoeneß hat mit einer Sache recht – doch er wird dem FC Bayern schaden

Link zum Artikel

Dagmar Michalsky wurde mit 58 schwanger – bei Lanz spricht sie von "neun Monaten Horror"

Link zum Artikel

Wolfgang Joop über Heidi Klums Ehe: "Hat sich mit jedem Mann verändert"

Link zum Artikel

Lena rappt über Sex mit sich selbst bei "Gemischtes Hack"

Link zum Artikel

Diese Szenen zeigen: Nicht mal die Experten sind von der Hartz-IV-Show "Zahltag" überzeugt

Link zum Artikel

Barça-Keeper vor Linie: Wieso der VAR bei größter BVB-Chance nicht eingriff

Link zum Artikel

"Steh auf" – Rammstein-Sänger verstört Fans mit Video

Link zum Artikel

Tiere: 11 Fotos, die zeigen, wie lustig es in der Natur manchmal zugeht

Link zum Artikel

Helene Fischer verdient an "Herzbeben" – Songwriterin verrät, was sie für den Hit bekam

Link zum Artikel

"Hart aber Fair": Altmaier warnt vor "Klimapolizei" – und wird von Aktivistin verspottet

Link zum Artikel

Nach Höcke: ZDF will auch künftig über das berichten, was "AfD nicht gerne im Fokus sieht"

Link zum Artikel

Hai pirscht sich an ahnunglosen Surfer heran: Dann kommt Hilfe – von oben!

Link zum Artikel

Brief ans Jobcenter: Hört auf, meine über 60-jährige Mutter in Jobs zu drängen

Link zum Artikel

Gottschalk über Helene Fischer und Florian Silbereisen: "Hatte immer schlechtes Gefühl"

Link zum Artikel

Bei Pressekonferenz nach BVB-Sieg: Favre merkt nicht, dass Mikro schon an ist

Link zum Artikel

Luke Mockridge macht Andrea Kiewel in seiner Show ein Angebot – die blockt ab

Link zum Artikel

Kontakt mit 2 Bundesliga-Stars – warum der FCB trotz allem keinen Lewandowski-Backup holte

Link zum Artikel

Luke Mockridge traf Kiwi kurz vor ZDF-Auftritt: Er täuschte beim "Fernsehgarten" alle

Link zum Artikel

Krankenschwester warnt bei Maischberger: "Wir laufen auf eine riesige Katastrophe zu"

Link zum Artikel

Luke Mockridge über die Folgen seines ZDF-Auftritts: "Meine Eltern erhielten Hassbriefe"

Link zum Artikel

Hartz-IV-Show "Zahltag": Wie die Sendung falsche Hoffnungen schürt

Link zum Artikel

Alleinerziehend mit Hartz IV: Achtjährige sammelt Flaschen, um Taschengeld zu bekommen

Link zum Artikel

"Zahltag": Buschkowsky erklärt, warum ein Geldkoffer Hartz-IV-Empfängern nicht hilft

Link zum Artikel

2 Handelfmeter? Darum gab es für die DFB-Elf gegen Nordirland keinen Videobeweis

Link zum Artikel

In Berlin gab es eine Notlandung mit mehreren Verletzten

Link zum Artikel

Helene Fischer und Thomas Seitel: Polizei spricht von Einsatz auf ihrem Anwesen

Link zum Artikel

7 Zitate, die zeigen, wie "bürgerlich" Alexander Gauland wirklich ist

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schon vor Amtsantritt könnte von der Leyen ihr Versprechen Nr. 1 brechen

Es wird ein schwieriges Balance-Kunststück für Ursula von der Leyen: Die designierte EU-Kommissionchefin hat in ihrer Bewerbungsrede versprochen, die Kommissionsposten 50:50 an Männern und Frauen zu vergeben.

Seit 1958 habe es nur 35 Kommissarinnen gegeben. "Wir machen die Hälfte der Bevölkerung aus, wir wollen unseren fairen Anteil", sagte von der Leyen.

Das Problem ist nur: Schon jetzt zeichnet sich ab, wie schwer es der neuen EU-Kommissionschefin fallen wird, dieses Versprechen auch zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel