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In this Aug. 27, 2018, photo, President Donald Trump listens during a phone call with Mexican President Enrique Pena Nieto about a trade agreement between the United States and Mexico, in the Oval Office of the White House. Trump is making trade policy the connective tissue that ties together his “America First” foreign policy and his political strategy for the 2020 presidential election.  (AP Photo/Evan Vucci)

Bild: AP

Planlos im Oval Office – wie Mitarbeiter über Trump lästern, zeigt ein neues Buch

05.09.18, 05:58 05.09.18, 09:05

Fabian reinbold, washington

Womit soll man bei dieser Geschichte voller wilder Details anfangen? Am besten mit der offiziellen Reaktion der US-Regierung.

Die Reaktion zeigt, wie ernst das Weiße Haus das Buch nimmt, das erst in einer Woche erscheint, aber seit Dienstagmittag das unbestrittene Thema Nummer eins in Washington ist. Es handelt sich um "Fear – Trump in the White House" (zu deutsch "Angst") von Reporterlegende Bob Woodward. Die "Washington Post", für die der 75-Jährige arbeitet, veröffentlichte erste Auszüge.

Der Präsident als Sicherheitsrisiko

Woodward malt in seinem Buch das Bild eines Weißen Hauses am permanenten Abgrund, am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ein Regierungszentrum, in dem jeder jeden beschimpft, und in dem Mitarbeiter versuchen – mal mit, mal ohne Erfolg – den Impulsen des Präsidenten entgegenzuarbeiten, seine Anweisungen zu ignorieren oder zu hintertreiben. Weil sie den Präsident als Risiko für die nationale Sicherheit sehen.

Dieses Sittengemälde entwirft niemand geringeres als jener Reporter, dessen Recherchen zum Watergate-Skandal in den Siebzigerjahren Präsident Richard Nixon das Amt gekostet haben. Woodward ist ein Profi-Rechercheur im Hauptstadtbetrieb, anders etwa als die Autoren der letzten Enthüllungsbücher über das Weiße Haus. Wie etwa Michael Wolff, der sich bei "Feuer und Zorn" mitunter von unbestätigten Andeutungen und Mutmaßungen leiten ließ. Oder die herausgeworfene Mitarbeiterin Omarosa Manigault, die ihre Abrechnung vor einem Monat vorlegte. Woodward zeichnet seine Interviews in der Regel auf. Es dürfte also Belege geben für vieles, was in seinem Buch steht.

FILE - This June 11, 2012 file photo shows former Washington Post reporter Bob Woodward speaking during an event to commemorate the 40th anniversary of Watergate in Washington.  Details are starting to come out from journalist Bob Woodward’s forthcoming book on President Donald Trump’s first 18 months in office.  (AP Photo/Alex Brandon, file)

Bob Woodward Bild: AP

Für "Fear" (das in Deutschland im Oktober erscheint) hat er nach eigenen Angaben Hunderte Stunden Interviews geführt, meist im Hintergrund, d. h. die Zitate durften benutzt werden, aber die Quelle wird nicht genannt.

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Bild: Simon & Schuster

Beschimpfung um Beschimpfung

Es gibt zahlreiche schlagzeilenträchtige Beschimpfungen und Details. Washington ist schließlich ein Dorf, in dem immer wichtig ist, wer was über wen gesagt hat. Und dabei liefert das Buch reichlich:

Für Politikbeobachter in der US-Hauptstadt klingen diese Schilderungen glaubhaft. Kelly musste schon früher dementieren, Trump einen "Idioten" genannt zu haben. Justizminister Jeff Sessions steht auf Trumps Abschussliste. Die möglichen Folgen sind, dass sich ihre Abschiede aus dem Weißen Haus durch das Buch beschleunigen.

Offen ist, ob auch Verteidigungsminister Jim Mattis durch die Berichte unter Beschuss gerät. Er bestreitet, Trumps Auffassungsgabe mit der eines Fünft- oder Sechstklässlers vergleichen zu haben. Bislang saß Mattis fest im Sattel.

Trump gerät immer wieder unter Beschuss der Medien:

Und ansonsten? Ganz neu wirkt das Bild eines führungslosen Weißen Hauses unter Trump nicht. Vielmehr bestätigt Woodward viel, was durch andere Bücher und zahlreiche Berichte der US-Medien bereits aufgeworfen worden ist. Folgende Szenen aus den bislang bekannt gewordenen Auszügen sind typisch für das Sittengemälde, das der Autor entwirft:

Die "Washington Post" veröffentlichte ebenfalls den Mitschnitt eines Telefonats zwischen Woodwards und Trump im August. Es geht darin um die Frage, woran ein Interview mit Trump für das Buch gescheitert sei. Woodward versichert, er habe ein zutreffendes Buch geschrieben. Zutreffend sei, erwidert Trump, dass niemand einen besseren Job als Präsident gemacht habe als er selbst.

Dieser Text erschien zuerst auf t-online.de

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