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FILE PHOTO: U.S. President Donald Trump and Democratic presidential nominee Joe Biden are reflected in the plexiglass protecting a TV camera operator from coronavirus as they participate in their second 2020 presidential campaign debate at Belmont University in Nashville, Tennessee, U.S., October 22, 2020. REUTERS/Mike Segar/File Photo

Donald Trump oder Joe Biden: Das Rennen um die US-Präsidentschaft ist noch offen. Bild: reuters / Mike Segar

Analyse

Wahlkampf-Experte mit entlarvender Erkenntnis aus US-Wahlnacht: "Der Trumpismus ist in den USA mehrheitsfähig"

Das Wahlergebnis in den USA steht noch nicht fest. Die Hochrechnungen lassen allerdings schon erahnen, wie sich die Auszählungen entwickeln könnten.

Viele Menschen in Deutschland hatten gehofft, es würde zu einem Erdrutschsieg für die Demokraten und Joe Biden kommen. Mit einem klaren Sieg im Bundesstaat Florida für Joe Biden wäre ein Sieger früh klar gewesen. Und tatsächlich ging es schnell im "Sunshine State". Kurz nach Schließung der Wahllokale waren bereits 90 Prozent der Stimmen ausgezählt, das Ergebnis war klar. Doch der Sieger hieß nicht Biden, sondern Donald Trump.

Nun kommt es also voraussichtlich so, wie von vielen befürchtet: Die Briefwähler sind Bidens letzte Hoffnung. Genauso wie die anderen verbliebenen "Swing States": Michigan (16), Wisconsin (10), Georgia (16) und Pennsylvania (20) sind noch unentschieden.

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Bild: www.imago-images.de / tampa bay times

Wahlkampf-Experte Yussi Pick analysiert die Wahlnacht für watson. Pick ist Kampagnen- und Kommunikationsberater bei Pick & Barth Digital Strategies in Washington D.C. und Wien. Er war als einziger Europäer im Digital Organizing Team im Hauptquartier der Hillary-Clinton-Kampagne und in den Midterms 2018 verhalf er der demokratischen Senatskandidatin Jackie Rosen zum Wahlsieg. Vor der Gründung seiner eigenen Agentur war er unter anderem bei Blueprint Interactive und Joe Trippi, dem Online Campaigning Pionier und Wahlkampfmanager von Howard Dean im Präsidentschaftswahlkampf 2004.

Er hat die Wahl in den USA eng verfolgt und für ihn ist noch alles offen:

"Man kann das bisher nicht als gutes Ergebnis für die Demokraten bezeichnen, aber es ist auch noch nicht verloren."

Die große Frage sei laut Pick, ob Ohio, das Trump gewinnen konnte, nun Sinnbild für den Mittleren Westen ist oder ein Ausreißer.

"Fallen Michigan, Pennsylvania und Wisconsin auch Donald Trump zu, dann ist es vorbei für Joe Biden."

In Wisconsin hat Biden Trump zuletzt überholt und liegt hauchdünn vor ihm. Hier wird es extrem spannend. In Michigan und Pennsylvania liegt Donald Trump laut Hochrechnungen aktuell vorne. Allerdings gehen die Demokraten davon aus, dass die Briefwahl Joe Biden begünstigen werde, da viele seiner Supporter zu den "Early Voters" gehören würden, die bereits vor dem 3. November ihre Stimme abgegeben haben.

Insgesamt braucht Biden noch 46 Wahlmänner

Sollte das der Fall sein und Biden Michigan, Wisconsin und Pennsylvania gewinnen, wäre das laut Pick sein Ticket zur Präsidentschaft. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten: Auch Georgia ist ein Sonderfall, der immer noch den Demokraten zufallen könnte. Zunächst ging man dort von einem Sieg Donald Trumps aus, dann zeigte sich, dass Atlanta die Waage zugunsten der Demokraten verschiebt. Sollte Georgia Joe Biden zufallen, wären das immerhin 16 Wahlmänner, die für die Demokraten stimmen.

WILMINGTON, DELAWARE - NOVEMBER 04: Democratic presidential nominee Joe Biden and Dr. Jill Biden take the stage at a drive-in election night event at the Chase Center in the early morning hours of November 04, 2020 in Wilmington, Delaware. Biden spoke shortly after midnight with the presidential race against Donald Trump still too close to call. (Photo by Tasos Katopodis/Getty Images)

Joe Biden zeigte sich nach den ersten Hochrechnungen vor seinen Anhängern. Bild: Getty Images North America / Tasos Katopodis

Insgesamt braucht Biden noch 46 Wahlmänner. 224 hat er über die klassischen "Blue States" gewinnen können. So konnte Joe Biden alle demokratischen Hochburgen wie Kalifornien, New York und Washington D.C., verteidigen und neue Staaten hinzugewinnen. Auf der anderen Seite konnten die Demokraten die republikanische Hochburg Texas nicht erobern. Trump setzte sich dort gegen Herausforderer Biden durch. Wahlkampf-Experte Yussi Pick zu watson:

"Trump hat bisher alles gewonnen, was er gewinnen muss. Biden aber auch und er hat Arizona umgedreht."

Dass das Rennen zwischen den beiden Kandidaten überhaupt so eng ausfällt, findet Pick bemerkenswert und entlarvend für die Stimmung im Land:

"Aus europäischer Sicht ist es schade, dass es keinen Erdrutschsieg für die Demokraten gab. Das bedeutet, dass der Trumpismus in den USA durchaus mehrheitsfähig ist."

Für Pick ist die Wahl eine Herzenssache. Er bleibt vorsichtig optimistisch, dass Joe Biden doch noch gewinnt. Und trotz aller Prognosen gilt: Es muss auf die Auszählung der Briefwahlunterlagen gewartet werden.

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