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President Donald Trump addresses the 73rd session of the United Nations General Assembly, at U.N. headquarters, Tuesday, Sept. 25, 2018. A sound of sudden, loud and unexpected laughter was directed at Trump as he addressed global leaders at the United Nations, and it was witnessed by an audience of tens of millions viewing immediate clips online of a humiliating moment for Donald Trump. The laughter followed Trump’s boasts that

Trump am Dienstag in New York. Bild: Richard Drew/AP

Was will Trump bei der UN? – und 4 weitere Fragen zu seinem Auftritt in New York

fabian reinbold

Bei seinem Auftritt vor den Vereinten Nationen trifft Donald Trump einen neuen Ton. Er macht unmissverständlich klar, dass für ihn allein Amerika zählt – das könnte sich für ihn sogar lohnen.

Die Szene zeigt: Die Welt hat sich an Trumps Attacken gewöhnt.

Wie war die Lage vor der Trump-Rede?

Im Vorfeld waren die deutschen und internationalen Diplomaten vor Trumps Auftritt bei der UN-Vollversammlung hochnervös. Dessen historisch undiplomatische UN-Rede vor einem Jahr steckt allen noch in den Knochen. In diesem Jahr hatte Trumps Regierung zuvor keinen Zweifel daran gelassen, dass sich der Präsident die Iraner vorknöpfen wollte. Und die Deutschen und Europäer fürchteten, dass auch sie wieder Ziel der Wut des US-Präsidenten würden.

Und was geschah dann?

Doch als er dann mit halbstündiger Verspätung im großen UN-Saal am East River spricht, trifft Trump vor der versammelten Weltöffentlichkeit einen neuen Ton: Er ist kühl, kalkuliert, kaum noch schrill.

Am deutlichsten zeigt sich das bei Nordkorea und Iran. 2017 hatte er an selber Stelle dem "kleinen Raketenmann" Kim Jong-un noch mit der "totalen Zerstörung" Nordkoreas gedroht. Jetzt dankt Trump Kim für dessen Offenheit, auch wenn Beobachter skeptisch sind. "Sehr bald" wollen sich die beiden noch ein zweites Mal treffen.

Auch für Iran, zu dessen Isolation er die Welt aufruft, hat er keine ganz so schrillen Drohungen im Manuskript stehen wie 2017 für Nordkorea. Vielmehr "bekräftigt" er seine Attacken, wie es später in der Nachrichtensprache heißen wird. Das bedeutet: vorerst keine neue Eskalation in der Rhetorik.

Was wollte Trump ausdrücken?

Inhaltlich ist Trump zugleich unmissverständlich in seiner Ablehnung jener Prinzipien, die der Uno heilig sind. Immer wieder spricht er über seine "America First"-Doktrin. Für ihn zählt nur der Nationalstaat.

Jeder Politiker solle zuerst an sein Land denken, dann würden alle profitieren, so lässt die sich zusammenfassen. Das ist natürlich etwas ganz anderes als die langfristigen kollektiven Anstrengungen, für die die UN stehen.

"Wir lehnen die Ideologie des Globalismus ab und wir huldigen der Doktrin des Patriotismus", so formuliert es Trump. 

"Amerika wird von Amerika regiert. Wir werden Amerikas Souveränität nie aufgeben."

So soll es auch humanitäre Hilfe in Zukunft nur noch für "Freunde" der USA geben. Zuletzt hatte seine Regierung bereits die Zahlungen an das Flüchtlingshilfswerk der Palästinenser eingestellt.

Es ist also nicht weniger als eine Kampfansage an die UN. Das ist auch deren Generalsekretär nicht verborgen geblieben.

Was sagte die UN zu Trumps Szenarien?

Vor Trump hält Antonio Guterres eine entsprechend düstere Rede: Die auf Regeln basierte Weltordnung breche auf, sagt Guterres, der Multilateralismus sei unter Beschuss, gerade in einem Moment, wo er besonders gebraucht werde, um etwa den Klimawandel zu meistern. Wer das Szenario für übertrieben hält, den belehrt Trump eine Stunde später eines Besseren.

Trump will lieber begrenzte "Deals" unter souveränen Nationen statt langfristiger Verbünde. In diesem Geist unterschrieb er am Montag eine Neuauflage des Handelsabkommens mit Südkorea, während er bekanntlich diverse multilaterale Handelsverträge gestoppt hatte. Im Anschluss machte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron klar, wie unvereinbar dieser Ansatz mit der aktuellen Weltordnung ist.

Wer hält noch zu Trump?

Trump lobt lieber einzelne Freunde, die er in dieser Welt souveräner Staaten ausmacht. Momentan sind dies Indien, Saudi-Arabien und Israel, die er ebenso namentlich erwähnt wie Polen (das anders als Deutschland sein Gas gern aus Amerika statt aus Russland importiert).

Trump verspricht sich von der harten Linie vor der UN einen Erfolg daheim. Auch deshalb betont er immer wieder, dass er amerikanische Interessen vertritt und sich dafür bei niemandem entschuldigen werde. Das ist stimmig mit dem Bild, das er seinen Unterstützern malt: Trump als Beschützer gegen die Verwerfungen der Globalisierung.

Dass das Plenum der Staats- und Regierungschefs mit kurzem Gelächter auf Trumps ausgiebiges Lob der eigenen Leistungen reagierte, dürfte ihn nur noch bestätigen in seiner Haltung.

Für die Europäer ist die erste Etappe der UN-Vollversammlung immerhin ohne größere Schäden, wie es sie zuletzt beim G7-Treffen im Juni oder der Nato-Gipfel im Juli gab, überstanden. Es ist allerdings wirklich nur der Auftakt.

Am Mittwoch leitet Trump eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Es ist möglich, dass er sich den Iran und die Europäer, die am Atomabkommen mit Teheran festhalten wollen, dann doch noch heftiger vorknüpft.

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de.

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