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March 1, 2018 - Valencia, Valencia, Spain - A ninot (puppet) depicting United States President Donald Trump (L) and Russian Federation President Vladimir Putin t is displayed during the Ninot exhibition ahead of Las Fallas Festival at Museo de Las Ciencias Principe Felipe on March 1, 2018 in Valencia, Spain. The Fallas is Valencias most international festival, which runs from March 15 until March 19 and celebrates the arrival of spring with fireworks, fiestas and bonfires made by large puppets named Ninots. During the months preceding this unique festivity, a lot of hard work and dedication is put into preparing the monumental and ephemeral cardboard statues that will be devoured by the flames. The festival has been designated as a UNESCO Intangible Cultural Heritage of Humanity since 2016. Valencia Spain PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAn230 20180301_zaa_n230_327 Copyright: xDavidxAliagax

Bild: imago stock&people

Trump ist nach seinem Telefonat mit Putin stinksauer – aber nicht wegen des Russen

21.03.18, 18:27

Corsin Manser

Wladimir Putin gewann vergangenen Sonntag zum vierten Mal die russischen Präsidentschaftswahlen. Wenig überraschend, wurde die Opposition doch systematisch an der Arbeit gehindert. Putin holte rund sieben Mal mehr Stimmen als sein erster Verfolger Pawel Grudinin. Von freien Wahlen konnte keine Rede sein.

Dies hielt Donald Trump jedoch nicht davon ab, am Dienstagabend das Telefon in die Hand zu nehmen und dem russischen Machthaber zu dessen Wahlsieg zu gratulieren. Man habe ein "sehr gutes Telefonat" gehabt, ließ der US-Präsident danach verlauten. In naher Zukunft sei ein Treffen geplant.

Er habe Putin alles Gute für die nächsten sechs Jahre gewünscht, so Trump und mit ihm über die Situation in Syrien und Nordkorea diskutiert. Über den russischen Ex-Spion Sergej Skripal sei indes nicht gesprochen worden, erklärte Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders später. 

Die freundschaftlichen Töne zwischen Washington und Moskau kamen etwas überraschend, verhängte die Trump-Regierung doch erst vor wenigen Tagen Sanktionen gegen Russland wegen Cyberattacken und Einmischung in den Wahlkampf. 

Kritik von John McCain

Kritisiert wurde Trump unter anderem durch Senator John McCain. Der Republikaner twitterte: "Ein amerikanischer Präsident führt die Freie Welt nicht an, indem er Diktatoren zum Gewinn von Scheinwahlen gratuliert." Indem er dies getan habe, habe Trump jeden russischen Bürger beleidigt, dem das Wahlrecht in einer freien und fairen Wahl verweigert worden sei.

Vor den Kopf gestoßen fühlte sich jedoch nicht nur John McCain. So berichtete die Washington Post, dass Sicherheitsberater des Weißen Hauses den Präsidenten davor gewarnt hätten, Putin zu gratulieren.

Auf dem vorbereiteten Briefing soll in grossen Lettern "DO NOT CONGRATULATE" gestanden haben. Dies teilten zwei Personen der Zeitung mit, welche die Unterlagen gesehen haben. 

Allerdings ist unklar, ob Trump das Briefing überhaupt gelesen hat. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der US-Präsident beim Telefonat mit einem Staatschef nicht ans Protokoll gehalten hat. 

Trump stinksauer

Trump wird die Kritik von McCain wahrscheinlich wenig kümmern. Doch die Angelegenheit beunruhigt den engsten Machtzirkel rund um den Präsidenten aus einem anderen Grund: Wie konnte es passieren, dass der "Washington Post" derart wichtige Interna ausgeplaudert wurde? 

Jemand wollte die Regierung wohl bewusst lächerlich machen. Nur wenige Leute hatten tatsächlich Einblick in die Notizen der Sicherheitsberater.

Trump sei gestern Abend wegen der Leaks stinksauer gewesen, berichtet CNN mit Berufung auf eine gut unterrichtete Quelle. Demnach verstärke der Vorfall Trumps Glaube, dass es in seinem Team Individuen gebe, die ihn aktiv schwächen wollten. Er vermute diese vor allem im nationalen Sicherheitsbereich. 

Ausser sich vor Wut sei auch Stabschef John Kelly gewesen, welcher heute vorhabe, das Thema im Team anzusprechen und den Schuldigen zu finden. 

National Security Advisor H.R. McMaster attends a meeting between President Donald Trump and Crown Prince Mohammed bin Salman of the Kingdom of Saudi Arabia in the Oval Office at the White House on March 20, 2018 in Washington, D.C. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY WAP20180320314 KEVINxDIETSCH

H.R. McMaster: Wird er von Trump für die Leaks im Sicherheitsteam verantwortlich gemacht? Bild: imago stock&people

Die Leaks kommen zu einem Zeitpunkt, in dem die Gerüchte um eine mögliche Entlassung des nationalen Sicherheitsberaters H. R. McMaster immer schneller zu drehen beginnen. Nach dem Rauswurf von Außenminister Rex Tillerson vermuteten diverse US-Medien, dass es als nächstes McMaster treffe. Das Weisse Haus dementierte diese Gerüchte bisher. 

Ob sich McMaster jedoch auch nach den gestrigen Ereignissen halten kann, ist derzeit mehr als nur fraglich. 

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