"200 Jahre Wissen verloren": Brasiliens Nationalmuseum brannte lichterloh

Ein Großbrand hat weite Teile des brasilianischen Nationalmuseums in Rio de Janeiro zerstört. Wie am Sonntagabend im Fernsehen zu sehen war, griffen die Flammen auf fast alle Teile des historischen Gebäudes über. Verletzte gab es nach Angaben der Museumsverwaltung nicht.

Beim Ausbruch des Feuers war das Museum im Stadtteil Sao Cristóvao bereits geschlossen. Genaue Angaben zu den Schäden gab es zunächst noch nicht. Allerdings hieß es in den örtlichen Medien, dass ein großer Teil der 20 Millionen Exponate zerstört oder beschädigt sein könnte. Das Nationalmuseum ist das älteste Museum des Landes und besteht in seiner derzeitigen Form seit 1892.

Vorher diente das repräsentative Gebäude als Wohnsitz der portugiesischen Königs- und später der brasilianischen Kaiserfamilie.

Das Museum hat eine geologische, botanische, paläontologische und archäologische Sammlung und gilt als eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Südamerikas. Neben Exponaten aus der Region verfügt das Museum auch über ägyptische Mumien, griechische Statuen und etruskische Artefakte. "Das ist eine Tragödie für die Kultur in Brasilien", sagte der Direktor des Historischen Museums, Paulo Knauss, im Sender GloboNews.

"Heute ist ein tragischer Tag für Brasilien", erklärte Staatschef Michel Temer. "200 Jahre Arbeit und Forschung und Wissen sind verloren."

(tl/dpa-afxp)

#bibporn: Die schönsten Bibliotheken der Welt

1 / 12
#bibporn: Die schönsten Bibliotheken der Welt
quelle: david iliff/wikimedia commones / david iliff/wikimedia commons
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

G7 strebt härteren China-Kurs an – Impfversprechen unklar

Viel Harmonie, kaum Streit: Die G7 der westlichen Wirtschaftsmächte präsentiert sich bei ihrem Gipfel in Cornwall wie neugeboren, nachdem sie in der Ära Trump kurz vor der Spaltung stand. Was die konkreten Gipfelbeschlüsse wert sind, wird sich aber erst noch zeigen.

Die G7-Staaten bekennen sich gemeinsam zu ehrgeizigen Klimazielen und streben einen härteren Kurs gegenüber China an. In der Abschlusserklärung ihres Gipfels im südenglischen Cornwall wollen sich die führenden westlichen Industrienationen nach einem Entwurf ungewöhnlich deutlich gegen unfaire Handelspraktiken, Menschenrechtsverstöße und das harte Vorgehen der chinesischen Führung in Hongkong wenden. Beim Klimaschutz wollen sie sich nach Angaben der britischen Gastgeber erstmals …

Artikel lesen
Link zum Artikel