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Hatice Cengiz im BBC-Interview Bild: screenshot youtube

"Du denkst nicht an das Schlimmste" – Khashoggis Verlobte über den Tod des Journalisten

Die Verlobte des getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat dem BBC ein Interview gegeben.

Khashoggi, ein Kritiker des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, hatte sich am 2. Oktober in das saudische Konsulat in Istanbul begeben, um ein Dokument für die Heirat mit Hatice Cengiz abzuholen. Laut dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan fiel der Journalist dort aber einem "politischen Mord" zum Opfer, der Tage im Voraus von einem aus Saudi-Arabien angereisten Kommando geplant worden war.

Laut türkischer Staatsanwaltschaft wurde Khashoggi in dem saudischen Konsulat erwürgt

Vor dem Konsulat wartete seine Verlobte, Hatice Cengiz.

Hatice Cengiz, fiancee of slain Saudi journalist Jamal Khashoggi, is seen during an interview with Reuters in London, Britain, October 29, 2018.  REUTERS/Dylan Martinez

In einem BBC-Interview spricht die 36-Jährige nun von ihren Erlebnissen. Bild: dylan martinez/reuters

Sie erinnert sich an..

...den Tag aus ihrer Sicht

Bei einem ersten, früheren Termin im Konsulat sei Khashoggi etwas "nervös gewesen, aber nichts, was man als Angst bezeichnen könne." Khashoggi sei der Überzeugung gewesen, "die Wahrscheinlichkeit, dass ihm etwas in der Türkei zustoßen könne, sei sehr gering", so Cengiz.

"Er sagte mir, ich solle draußen auf ihn warten. An der gleichen Stelle, an der ich auf ihn bei seinem früheren Termin gewartet hatte. Er gab mir seine Telefone und wusste, dass ich dort stehen würde. Er wollte direkt wieder kommen, wenn sein Termin beendet war."

A still image taken from CCTV video and obtained by TRT World claims to show Saudi journalist Jamal Khashoggi, highlighted in a red circle by the source, as he arrives at Saudi Arabia's Consulate in Istanbul, Turkey October 2, 2018. Courtesy TRT World/Handout via Reuters REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVE. TURKEY OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN TURKEY.

Dieses Überwachungsfoto zeigt Jamal Khashoggi (rot eingekreist) beim Betreten des saudischen Konsulats am 2. Oktober  Bild: X80001

...den Moment, in dem sie begonn, sich Sorgen zu machen

Kurz bevor er zu seinem zweiten Termin im Konsulat ging, habe er nichts zu seiner Verlobten gesagt. Cengiz erzählt: "Er ging direkt hinein, wir hatten weder über die Möglichkeit eines Problems gesprochen, noch hatten wir besprochen, wen man kontaktieren könne, sollte ihm etwas Schlimmes passieren."

Cengiz stand gegen 13 Uhr an einem Supermarkt in der Nähe des Konsulats und habe sich nichts weiter gedacht, sagt sie. "Als es halb vier, fast vier Uhr nachmittags wurde, begann ich, mich zu wundern, warum er noch nicht herausgekommen war. Dann um 16 Uhr schrieb ich meiner Schwester und fragte sie, wann das Konsulat schließen würde." 

Ihre Schwester habe ihr dann geantwortet, dass das saudische Konsulat um 15:30 Uhr schließen würde. Das war der Zeitpunkt, so Cengiz, an dem sie sich Sorgen machte.

...ihre Versuche, ihren Verlobten ausfindig zu machen

"Ich rannte zum Eingang des Konsulats und sagte dem Sicherheitsmann, dass Jamal noch immer drinnen sei und noch nicht herausgekommen war."

Der türkische Sicherheitsmann habe ihr geantwortet, dass er davon nichts wüsste, aber wenn das Konsulat nun geschlossen sei, habe jeder schon das Gebäude verlassen.

Cengiz rief im Konsulat an, sagte, dass ihr Verlobter möglicherweise noch im Gebäude sei. 

...die Aussagen eines Konsulat-Mitarbeiters

"Wenn du nicht anfällig für Verschwörungstheorien bist, denkst du nicht an das Schlimmste. Du versuchst, eine logische Erklärung zu finden", sagt Cengiz. Sie rief nochmal im Konsulat an, ein Mann sei an die Eingangstür zu ihr gekommen.

Der habe ihr dann gesagt, Khashoggi sei bereits gegangen und Cengiz habe es nicht mitbekommen.

Seither wären Cengiz weder Video- noch Tonaufnahmen gezeigt bekommen, weder von der türkischen Regierung noch von privaten Institutionen. Sie kenne nur die Aufnahmen und Bilder, die auf den Sozialen Medien geteilt worden seien.

Hier ist das ganze BBC-Interview zu sehen:

abspielen

Video: YouTube/BBC Newsnight

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