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Studentin Mercedes erlebt die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Italien Bild: Watson-montage / imago images / Italy Photo Press / privat

Betroffene aus Bologna berichtet: So trifft das Coronavirus Italien

Italien ist neben China am stärksten vom Coronavirus betroffen. Bis Montagabend wurden 10.000 Infektionen gemeldet, 460 Menschen sind dort bisher am Coronavirus gestorben. Am Dienstag erklärte Österreich, die Grenze zu Italien weitgehend zu schließen. Die Regierung in Rom sieht sich jetzt unter Zugzwang. Regierungschef Conte spricht von "nationalem Notstand" und stellt ganz Italien unter Quarantäne.

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Mit so einer Art Passierschein konnten die Betroffenen noch bis vor kurzem aus der roten Zone ein- und ausreisen. Bild: Screenshot / Italienisches Innenministerium

Zunächst war nur der Norden Italiens von Quarantäne-Maßnahmen betroffen. Es wurde unterschieden zwischen roten, gelben und grünen Zonen. Die Ein- und Ausreise aus den roten Zonen wurde streng reglementiert. Nur aus beruflichen Gründen durfte die Quarantäne verlassen werden. Doch nur 24 Stunden nach dem ersten Quarantäne-Erlass legte die italienische Regierung am Montag nach. Nun gilt die Quarantäne-Regelung landesweit.

"Nachdem klar wurde, dass auch Bologna Teil der roten Zone werden würde, haben viele versucht schnell Richtung Süden auszureisen"

Mercedes, Studentin in Bologna

Mercedes ist Studentin in Bologna. Die Stadt gehörte noch bis Montag zur gelben Zone, in der die Quarantäne nur eingeschränkt galt. Inzwischen ist Bologna, wie auch der Rest Italiens von den Quarantäne-Bestimmungen betroffen.

Mercedes berichtet gegenüber watson: "Nachdem klar wurde, dass auch Bologna Teil der roten Zone werden würde, haben viele versucht, schnell Richtung Süden auszureisen. Das hätte natürlich dazu geführt, dass sich das Virus auch schneller im Süden verbreitet hätte. Das ist der Grund, warum Giuseppe Conte, der italienische Ministerpräsident, die Quarantäne jetzt auf ganz Italien ausgeweitet hat."

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Mercedes studiert in Bologna und erlebt die Auswirkungen der Maßnahmen gegen das Coronavirus hautnah. Bild: Privat

Kinos, Theater und Museen geschlossen

Zunächst bis zum 3. April gelten harte Regelungen für ganz Italien: Schulen, Universitäten, Sportstätten und kulturelle Einrichtungen sind ab sofort geschlossen. Restaurants und Cafés dürfen bis 18 Uhr geöffnet bleiben. Generell soll aber jeder nicht notwendige Gang vermieden werden. Die italienische Regierung ruft dazu auf zu Hause zu bleiben.

Busse und Bahnen dürfen zwar weiter fahren, allerdings wird an den Bahnhöfen genau erfasst, wohin die Passagiere reisen. So soll sichergestellt werden, dass die Infektionskette nachvollziehbar bleibt. Wie auch an Flughäfen wird die Temperatur der Passagiere gemessen, um zu vermeiden, dass Infizierte den Virus weiterverbreiten.

Kinos, Theater, Museen, Sportclubs und Demonstrationen müssen geschlossen bleiben oder ausfallen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo bisher nur eine Empfehlung gilt, Veranstaltungen ab 1000 Besuchern abzusagen, sind die Auflagen verbindlich und streng: Bis zu drei Monate Haft und Geldbußen in Höhe von 260 Euro drohen bei Verstoß.

"Der Tourismus ist komplett eingebrochen. Restaurants und Geschäfte haben teilweise geschlossen"

Mercedes, Studentin in Bologna

Leben in Städten kommt zum Erliegen

Mercedes erlebt die Veränderungen in Bologna hautnah: "Der Tourismus ist komplett eingebrochen. Restaurants und Geschäfte haben teilweise geschlossen. Bars haben teilweise noch geöffnet, aber es sind nur wenige Leute darin." Insgesamt sei das Leben in Bologna nicht mehr dasselbe wie noch vor ein paar Tagen: "Es ist grundsätzlich viel, viel ruhiger hier. Es sind nur wenige Menschen auf den Straßen und man unterhält sich sehr viel ruhiger."

Auch der Universitätsbetrieb kommt seit Montag in Bologna zum Erliegen: "Seit letzter Woche gibt es Online-Kurse. Seit gestern mache ich auch alle Kurse online. Davor war ich noch selbst in der Universität, aber die Bibliothek ist seit gestern geschlossen", berichtet Mercedes.

Quarantäne auch in Deutschland?

Es ist unklar, ob Italien nach dem 3. April wieder zur Normalität zurückkehren wird. Viel wahrscheinlicher ist, dass auch Deutschland stärkere Maßnahmen gegen das Coronavirus erwarten. Nachdem am Montag die ersten Todesfälle durch Corona in Deutschland bekannt gegeben wurden, ist nun auch Sachsen-Anhalt als letztes Bundesland von einer Corona-Infektion betroffen.

Bisher hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lediglich die Empfehlung ausgegeben, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. Es bleibt fraglich, ob das ausreicht, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

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