International
In this handout image provided by the House of Commons, new  Speaker of the House, Lindsay Hoyle, center, addresses lawmakers in the House of Commons, London, Monday, Nov. 4, 2019. British lawmakers elected Lindsay Hoyle as the new House of Commons speaker on Monday, after the tempestuous tenure of the influential but controversial John Bercow. (Jessica Taylor/House of Commons via AP)

Ob Lindsay Hoyle auch "Order! Order!" rufen wird? Bild: House of Commons

Lindsay Hoyle wird künftig im britischen Parlament für "Order!" sorgen

Das britische Unterhaus hat den bisherigen stellvertretenden Parlamentspräsidenten Lindsay Hoyle am Montagabend zum neuen "Speaker" gewählt. Der 62-Jährige galt als Favorit.

Er tritt die Nachfolge von John Bercow an, der das Amt zehn Jahre innehatte. Hoyle war genauso lange dessen Stellvertreter.

Der Zeitung "Sunday Times" hatte Hoyle vor der Wahl gesagt, er sehe die Aufgabe des Amtes vor allem in der Rolle eines "Schiedsrichters". Er wolle die aufgeheizte Stimmung im Parlament beruhigen – vor allem während der nächsten Brexit-Debatten. Insgesamt waren vier Frauen und drei Männer zur Wahl um die Nachfolge Bercows angetreten.

Hoyles Vorgänger Bercow hatte vergangene Woche nach zehn Jahren das Amt abgegeben, wenige Tage bevor das Parlament für die vorgezogene Wahl am 31. Oktober aufgelöst wird. Dadurch wurde die Auswahl des neuen Speakers ungewöhnlicherweise am Ende statt zu Beginn einer Legislaturperiode getroffen.

Der Parlamentspräsident hat eine zentrale Rolle im Unterhaus inne. Er erteilt und entzieht Abgeordneten das Wort, entscheidet über die Zulässigkeit von Anträgen und vertritt die Kammer unter anderem gegenüber der Königin und dem Oberhaus (House of Lords).

Bercow war der 157. "Speaker" und seit 2009 im Amt. Im Streit über den geplanten EU-Austritt des Landes kritisierten vor allem Brexit-Hardliner den Politiker, der aus Amtsgründen seine Verbindungen mit den Konservativen trennte, als parteiisch.

Mehrmals setzte sich der 56-Jährige über Konventionen hinweg, damit sich die Abgeordneten im Streit mit der Regierung durchsetzen konnten. Bercow rechtfertigte das mit einem immer stärker autoritären Regierungsstil. Viele Parlamentarier lobten, er habe die Rechte des Unterhauses gegenüber der Regierung gestärkt.

Bercows legendär gewordenen "Order"-Rufe, mit denen er die Abgeordneten zur Ruhe ermahnte, hallten mehr als 14.000 Mal durch das Londoner Unterhaus.

"Order! Order!"

abspielen

Video: YouTube/tagesschau

(hd/dpa/afp)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Bitte verlassen Sie die Stadt": Brexit-Gegner feiern Begegnung eines Mannes mit Johnson

Hinter Großbritannien liegt eine turbulente Brexit-Woche. Premier Boris Johnson musste gleich mehrere Niederlagen bei Abstimmungen im Unterhaus hinnehmen. Er verlor seine Mehrheit im Parlament, schmiss 21 Abgeordnete aus seiner Fraktion. Und dann trat auch noch sein Bruder als Minister und Abgeordneter zurück...

Es läuft nicht so wirklich für Boris Johnson. Eine kleine Szene seines Besuchs in Morley nahe Leeds scheint das in wenigen Sekunden zusammenzufassen.

Johnson ist in einem TV-Ausschnitt, …

Artikel lesen
Link zum Artikel