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People walk towards the main entrance of Klinikum Schwabing, after Germany has declared its first confirmed case of the deadly coronavirus that broke out in China, in Munich, Germany January 28, 2020.    REUTERS/Ayhan Uyanik

In dieser Klinik in München-Schwabing sind noch acht weitere Patienten mit dem Coronavirus. Bild: reuters

München: Erster Coronavirus-Patient aus Klinik entlassen

Der erste von 14 Coronavirus-Patienten in Bayern ist aus der Klinik entlassen worden. Die Person sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Alle vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärzten und einem wissenschaftlichen Expertengremium diskutierten Entlasskriterien seien erfüllt, dazu zählten mehrere negative Tests auf das Virus Sars-CoV-2.

Alle in der München Klinik Schwabing zur klinischen Überwachung mit entsprechender Isolation verbleibenden acht Patienten sind klinisch stabil und blicken auf Grundlage der neuen Kriterien ebenfalls einer absehbaren Entlassung entgegen. Weitere Infizierte Patienten werden in Trostberg behandelt.

Coronavirus: Zahl der Infizierten in China steigt sprunghaft

Indes hat sich die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer durch das Coronavirus in China in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen verzehnfachte sich dort sogar fast.

Landesweit lagen am Donnerstag zunächst keine neuen Angaben über die Verbreitung des Virus vor. Allein durch die neuen Infektionen in Hubei, wo die Lungenkrankheit in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war, ist die Gesamtzahl der Infektionen auf dem chinesischen Festland aber auf über 59.000 gestiegen.

Wie zuverlässig sind die offiziellen Angaben?

Wie die Gesundheitskommission der Provinz Hubei mitteilte, seien die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung "überarbeitet" worden. Patienten seien gemäß der neuen Klassifikation hinzugefügt worden. Demnach würden seit Donnerstag auch Fälle "klinischer Diagnosen" in die Zahl der bestätigten Diagnosen aufgenommen. Was das genau bedeutet und wie damit der sprunghafte Anstieg in der Statistik zu erklären ist, war zunächst unklar.

Generell vermuten Experten eine sehr hohe Dunkelziffer. So sind die Möglichkeiten begrenzt, auf das neue Virus zu testen. Ferner erscheint das sich wandelnde Berichterstattungssystem Chinas mit unterschiedlichen Definitionen der einzelnen Fälle besonders für lokale Stellen kompliziert. Die täglich berichteten Zahlen repräsentieren laut Experten somit eher die Fähigkeiten, Fälle zu identifizieren und zu melden, als das wirkliche Ausmaß der Epidemie.

 200212 -- WUHAN, Feb. 12, 2020 -- Chen Liying R, a medical staff from east China s Anhui Province, waits for patients at the temporary hospital converted from Wuhan Sports Center in Wuhan, central China s Hubei Province, Feb. 12, 2020. The temporary hospital converted from Wuhan Sports Center, with a total of 1,100 beds, started on Wednesday to admit patients with mild symptoms caused by the novel coronavirus.  CHINA-HUBEI-WUHAN-NOVEL CORONAVIRUS-TEMPORARY HOSPITAL CN XiaoxYijiu PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Medizinische Helfer in der chinesische Provinz Anhui. Bild: imago images / Xinhua

So ist die Lage in Deutschland:

Weltweit sind außerhalb des chinesischen Festlands mittlerweile mehr als 500 Infektionen bestätigt, davon 16 in Deutschland. Vierzehn Fälle stehen in Zusammenhang mit dem bayerischen Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Mitarbeiterin hatte den Erreger bei einer Dienstreise eingeschleppt. Die beiden jüngsten Fälle in Bayern waren am Dienstagabend bekannt geworden.

Es handelt sich um einen 49-jährigen Webasto-Mitarbeiter und ein Familienmitglied eines anderen Mitarbeiters. Webasto öffnete nach zweiwöchiger Schließung am Mittwoch wieder seine Firmenzentrale. Zudem war das Virus bei zwei Passagieren eines Rückholfluges der Bundeswehr von Wuhan nach Frankfurt/Main festgestellt worden.

(ll/dpa)

China sieht deutsche Schweinshaxe als Grund für neuen Corona-Fall

China hat eine aus Deutschland importierte Schweinshaxe als Auslöser für einen neuen Corona-Fall ausgemacht. Wie staatliche Medien berichteten, habe sich in der ostchinesischen Stadt Tianjin ein Arbeiter in einem Kühlhaus infiziert. Tests hätten danach ergeben, dass Virus-Spuren an der Verpackung einer gefrorenen Schweinshaxe entdeckt worden seien, die zunächst aus Bremen nach Tianjin importiert und von dort weiter in die Stadt Dezhou gesendet worden sei.

Acht Menschen, mit denen …

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