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200318 -- WUHAN, March 18, 2020 -- Song Liqiang, deputy director of the ICU intensive care unit, checks the chest computed tomography CT of a COVID-19 patient at the Huoshenshan Fire God Mountain Hospital in Wuhan, central China s Hubei Province, March 17, 2020. During the fight against the COVID-19, medical workers of the ICU of Huoshenshan Hospital work around the clock in rotations to race against time for saving the life of patients of the COVID-19 in severe and critical condition.  CHINA-WUHAN-HUOSHENSHAN HOSPITAL-INTENSIVE CARE UNIT CN WangxYuguo PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Ein Arzt auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus in Wuhan. Bild: www.imago-images.de / Wang Yuguo via www.imago-images.de

Ärzte aus China warnen: Europa ist dabei, die gleichen Fehler zu machen

Die Ärzte in der chinesischen Millionen-Metropole Wuhan waren die Ersten, die mit dem Coronavirus zu kämpfen hatten. Ende des vergangenen Jahres kamen Patienten mit einer mysteriösen Lungenkrankheit in die Krankenhäuser. Es wurden immer mehr.

Ende Januar verhängte die chinesische Regierung eine Ausgangssperre, weil die Intensivstationen restlos überfüllt waren. Das neuartige Coronavirus legte die Stadt und die gesamte Provinz Hubei lahm.

Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt, China verzeichnete am Dienstag nur 13 neue Infektionen. Das Epizentrum der Coronavirus-Pandemie ist mittlerweile Europa – und hier sehen Ärzte aus China dieselben Fehler, die sie selbst zu Beginn gemacht hätten.

Ein Problem: Schutz vor Coronavirus

In einem Bericht des Nachrichtenportals "Bloomberg" wollen zwei chinesische Mediziner ihre europäische Kollegen warnen.

"Unsere europäischen Kollegen erkranken in ihrer täglichen Praxis an Covid-19 in einer Anzahl, die der damaligen Situation in Wuhan recht ähnlich ist", berichtete Wu Dong, Professor für Gastroenterologie am Krankenhaus des Peking Union Medical College, dem Nachrichtenportal "Bloomberg".

Grund dafür sei, dass zu wenig Schutzkleidung vorhanden ist. So wie das auch in China der Fall war.

Tausende Mitarbeiter in den chinesischen Krankenhäusern infizierten sich während der ersten Tage des Corona-Ausbruchs, berichtet Bloomberg. Mindestens 46 Ärzte und Krankenhausbedienstete seien gestorben.

Auch in Deutschland berichten Ärzte davon, dass ihnen nötiges Equipment in den Praxen fehlt. In Italien mangelt es in den Krankenhäuser massiv an Atemmasken.

Ärzte müssen den Umgang mit dem neuen Virus lernen

Du Bin, Direktor der Intensivstation des Peking Union Medical College Hospital, hat noch eine weitere Warnung für seine Kollegen parat: Ärzte und Pflegekräfte müssen darüber aufgeklärt werden, wie stark ansteckend Sars-Cov-2 ist.

In Wuhan hätten sich Hals-Nasen-Ohren- und Augenärzte weitaus häufiger angesteckt als ihre Kollegen in denselben Krankenhäusern, sagte Du. "Meine persönliche Interpretation ist, dass diese Ärzte sehr engen Kontakt zu den Patienten haben. Das ist der Hauptgrund dafür, dass sie sich leicht infizieren konnten."

Und noch einen weiteren Tipp gibt er den europäischen Kollegen: "Testen, testen, testen." "Bloomberg" zitiert ihn mit den Worten: "Abgesehen von den Tests habe ich einfach keine Ahnung, wie man die Verdachtsfälle identifizieren kann und wie man die engen Kontakte unter Quarantäne stellen kann."

Fast kein Land testet flächendeckend

Deutschland etwa testet weitaus nicht so rigoros wie etwa Südkorea. In dem asiatischen Land werden nicht nur Menschen getestet, die direkten Kontakt mit Infizierten hatten, sondern die Tests werden flächendeckend eingesetzt. Durchschnittlich werden 12.000 Menschen jeden Tag auf Covid-19 getestet.

Eine Studie aus den USA kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der tatsächlichen Coronavirus-Fälle um das Fünf- bis Zehnfache größer sein könnte als die erfasste Zahl mit Tests.

Wus zentrale Botschaft: Jede Nation habe ihre "eigene Covid-19-Situation". "Wir respektieren es voll und ganz, dass sie ihre eigenen Maßnahmen ergreifen, aber jeder von uns sollte es ernst nehmen, notwendige Maßnahmen ergreifen, sein Verhalten ändern und verantwortungsbewusst sein."

(ll)

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