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Über gute Nachrichten freuen sich die Menschen in der Corona-Pandemie besonders. Bild: iStockphoto / ViewApart

Gute Nachrichten: Astrazeneca-Impfstoff wirkt auch gegen Corona-Mutation +++ Curevac schließt Partnerschaften

Es ist gar nicht so einfach in der Corona-Pandemie positiv zu bleiben. Doch neben all den negativen Nachrichten über mögliche Lockdown-Veränderungen, fehlende Impfstoffe und immer noch hohe Todeszahlen, gibt es auch positive Entwicklungen: Der Impfstoff von Astrazeneca wirkt auch gegen die britische Corona-Mutante und Curevac schließt drei Schlüsselpartnerschaften.

Der Impfstoff von Astrazeneca ist nach Angaben der an der Entwicklung beteiligten Oxford-Universität auch gegen die in Großbritannien verbreitete Corona-Mutante wirksam. Einer fortlaufenden Untersuchung zufolge habe das auch in der EU zugelassene Vakzin eine "ähnliche Wirksamkeit" auf die britische Virus-Mutante wie auf die bisher bekannte Variante, teilte die Universität am Freitag mit.

Die Ergebnisse, die aus Proben stammen, die zwischen Oktober und Mitte Januar entnommen wurden, würden auch auf eine reduzierte Viruslast hindeuten, erklärte Andrew Pollard aus dem Forscherteam in Oxford. Dies könne zu weniger Übertragungen führen. Die mutierte Variante des Coronavirus, die zuerst Ende September im Südosten Englands auftauchte, ist ansteckender als das ursprüngliche Virus.

Neue Schlüsselpartnerschaften von Curevac

Außerdem hat das Tübinger Pharma-Unternehmen Curevac nach eigener Aussage drei Schlüsselpartnerschaften im Kampf gegen das Coronavirus und seine Varianten abgeschlossen. Am Freitag stellte Curevac Großbritannien als neuen Partner an Bord vor. Zuvor gab es bereits Vereinbarungen mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und dem deutschen Pharmariesen Bayer.

Die Entwicklung von Curevacs aktuellem Impfstoffkandidaten CVnCoV wird dabei unterstützt durch Bayer. Die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffkandidaten der nächsten Generation erfolgt gemeinsam mit Glaxosmithkline. Beide Kooperationen sollen von den Varianten profitieren, die mit der Task Force der britischen Regierung entwickelt werden. Mit diesem Netzwerk werde Curevac im Jahr 2021 bis zu 300 Millionen Dosen herstellen und im Jahr 2022 bis zu einer Milliarde Dosen, sagte Finanzchef Pierre Kemula. Curevac-Chef Franz-Werner Haas sagte, mit den drei Partnern sei man sehr gut aufgestellt. Man wolle gemeinsam auch der Pandemie einen Schritt voraus sein. Der Fokus liege dabei auch in der Entwicklung neuer post-pandemischer Impfstoffe.

Auswirkungen der Pandemie mildern

Die zukünftigen Curevac-Vakzine sollen der Mitteilung vom Freitag zufolge teilweise in Großbritannien hergestellt und vertrieben werden. Ziel der Zusammenarbeit sei es, die Auswirkungen der aktuellen Pandemie zu mildern. "Eine der größten Herausforderungen, denen wir uns im Kampf gegen Covid-19 nach wie vor gegenübersehen, sind die unterschiedlichen Virus-Varianten, von denen jede einzelne eine potenzielle erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellt", sagte der Strategiechef von Curevac, Antony Blanc.

Teil der Vereinbarung sind 50 Millionen Dosen, die Großbritannien zustehen sollen, wenn die Impfstoffe zugelassen werden. Blanc bezeichnete Großbritannien derzeit als "Vorreiter bei der Kontrolle, Impfstoffentwicklung" und der Verteilung der Vakzine. Das Unternehmen zeigte sich optimistisch, seinen Impfstoff schnell an neue Varianten anpassen zu können. Im Rahmen dieser Vereinbarung werden Sars-CoV-2-Varianten untersucht und in der Folge Impfstoffkandidaten gegen die ausgewählten Varianten entwickelt. Die klinischen Studien werden in Großbritannien durchgeführt, um Notzulassungen oder bedingte Zulassungen für ausgewählte Impfstoffkandidaten gegen die gefährlichsten Virus-Varianten zu erwirken. Curevac werde dafür seine Technologie übertragen.

Curevac kooperiert außerdem mit Bayer zur Herstellung seines aktuellen, noch in klinischen Tests befindlichen, mRNA-Impfstoffs. Durch diese Kooperation hofft Curevac, seinen Corona-Impfstoff noch in diesem Sommer einsetzen zu können. Neben Bayer gibt es weitere Kooperationspartner, etwa Wacker Chemie aus München und Rentschler Biopharma aus Laupheim (Kreis Biberach). Glaxosmithkline will noch in diesem Jahr 100 Millionen Dosen des ersten Curevac-Impfstoffs CVnCoV herstellen, der sich aktuell in klinischen Tests der Phase-2b/3 befindet und in den nächsten Monaten zugelassen werden könnte.

Um einen breiteren Schutz gegen mehrere Corona-Varianten zu bieten und gegebenenfalls auch für künftige vorzusorgen, wollen Curevac und GSK auf Basis des ersten Vakzins weitere Impfstoffkandidaten entwickeln. Der britische Pharmakonzern leistete im Rahmen der Kooperation eine Vorauszahlung von 75 Millionen Euro - und weitere 75 Millionen Euro, die von bestimmten Meilensteinen abhängen. Curevacs Impfstoff basiert wie die Impfstoffe von Biontech und Moderna auf sogenannter "messenger RNA" (Boten-RNA).

(pas/afp/dpa)

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