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Li Wenliang wollte eine Pandemie, wie bei dem SARS Virus verhindern, nach seinem Tod wird er als Held gefeiert. Bild: screenshot youtube

Dieser Arzt wollte vor dem Coronavirus warnen – jetzt ist er tot

Er war einer der ersten, die vor dem Coronavirus warnten – jetzt ist er tot: der Augenarzt Li Wenliang. Die chinesische Regierung startete nun eine offizielle Untersuchung.

Als Li seine Warnung ausgesprochen hatte, wurde er von der Polizei vorgeladen. Man warf ihm vor, die "öffentliche Ordnung mit falschen Angaben in ernster Weise bedroht" zu haben. Doch der Arzt ließ sich nicht einschüchtern und machte die Aktion der Polizei später publik. Damit bewies er, was viele bereits befürchteten: Die Behörden in der chinesischen Provinz Wuhan hatten versucht, die Sache zunächst zu vertuschen.

Nun ist der Arzt selbst mit nur 34 Jahren am Donnerstag an den Folgen des Coronavirus gestorben. Er hatte sich bei einer seiner Patientinnen angesteckt. Das berichtete das Zentralkrankenhaus der Millionenmetropole Wuhan am Freitag im Onlinedienst Weibo mit.

"Nicht alle Helden tragen einen Umhang"

Der Tod von Wenliang beschäftigt nicht nur die Chinesen. Im Kurznachrichtendienst Twitter ist Li Wenliang seit Donnerstagabend ein wichtiges Thema. Er wird von vielen wie ein Held gefeiert. So schreibt dieser User: "Nicht alle Helden tragen einen Umhang, RIP Dr. Li Wenliang."

Andere prangern das Vorgehen der Chinesischen Behörden an: "Vergesst nie, wie die Chinesischen Behörden ihn (Li Wenliang, Anm. d. Red.) verhaftet haben und ihm vorwarfen, falsche Informationen zu verbreiten. Das ist China."

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, wurden gewisse Hashtags zum Thema von den chinesischen Zensoren blockiert. Stattdessen war folgender Satz zu lesen:" Aufgrund der relevanten Gesetze, Verordnungen und Regelungen kann die Seite mit diesem Hashtag nicht gezeigt werden." Die Zensur bestätigen auch einige Tweets, wie dieses Beispiel zeigt:

Erstaunlicherweise berichtete sogar das chinesische Staatsfernsehen über den Tod des Arztes und Familienvaters. Der Druck wurde so groß, dass schließlich auch der Parteiapparat nachgab und dem Arzt Respekt zollte.

Gefeiert wird der Arzt, weil er den Mut aufbrachte, die Krise anzusprechen, obwohl die Behörden ihm Steine in den Weg legten. Er bewies damit großen Mut und Weitsicht. Sogar der Oberste Gerichtshof bestätigte, dass das Virus schneller hätte eingedämmt werden können, wenn man auf Li Wenliang gehört hätte.

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(mim)

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Coronavirus: Chinesische Botschaft berichtet von mehr Anfeindungen

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