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NEW YORK, NEW YORK - NOVEMBER 06: Bill Gates, Co-Chair, Bill & Melinda Gates Foundation speaks onstage at 2019 New York Times Dealbook on November 06, 2019 in New York City. (Photo by Mike Cohen/Getty Images for The New York Times)

Bill Gates bei einem Auftritt 2019. Bild: Getty Images North America / Michael Cohen

"Ich empfehle sie": Bill Gates lobt die "deutsche Methode" im Kampf gegen Covid-19

Er warnte bereits vor mehreren Jahren vor einer Pandemie: Microsoft-Gründer und Philanthrop Bill Gates. In einem Vortrag beschrieb er 2015 eindrücklich die Bedrohung für die Welt, die von einem Virus ausgehen könnte.

Mit der "Bill & Melinda Gates Foundation" unterstützt er jetzt die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. In einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro", das am Mittwoch auf Deutsch in der "Welt" erschien, erklärt Gates, warum ein Impfstoff für ihn der wichtigste Baustein ist, um die Pandemie zu beenden. Und was er am deutschen Gesundheitssystem lobenswert findet.

Medikamente zur Behandlung von Covid-19 seien zweifellos wichtig, erklärt Gates. "Doch wenn man die Welt wieder in die Normalität zurückführen will, braucht man entweder extrem effiziente Medikamente oder einen Impfstoff." Der sei besonders wichtig, denn nur so sei eine Rückkehr in die Normalität möglich.

Die Gates Foundation will für sieben der erfolgversprechendsten Corona-Impfansätze Produktionsstätten finanzieren. So will Gates die Suche nach dem Impfstoff beschleunigen.

Das lobt Bill Gates an Deutschland

Dann kommt das Gespräch auf mögliche Tracking-Apps, die die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen sollen. In Südkorea wurde eine App erfolgreich angewandt, in Deutschland soll eine Software bald einsetzbar sein. Gates aber ist skeptisch. Im Interview sagt er: Er glaube, "dass die westlichen Länder ihren Regierungen keinen Zugang zu ihren GPS-Daten geben werden".

Er lobt hingegen ausdrücklich "die deutsche Methode". Gemeint ist damit, dass "jede infizierte Person persönlich aufgesucht wird, um so herauszufinden, mit wem er oder sie Kontakt hatte".

Darüber hatte Gates auch schon auf der Webseite seiner Stiftung geschrieben.

So erklärt Bill Gates die "deutsche Methode"

In dem Webseiten-Eintrag erklärt er für ausländische Leser die Meldepflicht in Deutschland. Ärzte müssen den Verdacht auf eine Infektion sowie die Bestätigung nach einem Test dem zuständigen Gesundheitsamt mitteilen. Danach ermittelt das Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen des Infizierten. Diese müssen sich selbst isolieren und einen Test machen.

Weil er Tracking-Apps wenig Chancen ausrechnet, schreibt Gates auf seiner Homepage: "Ich denke, die meisten Länder werden den Ansatz verwenden, den Deutschland verfolgt." Das heißt, die Länder weltweit seien besser damit beraten, weiter die Kontakte manuell zu verfolgen, auch wenn eine digitale Lösung wohl personell weniger aufwändig wäre.

Im Interview antwortet Gates auch auf die Vorwürfe von Verschwörungstheoretikern, er stecke selbst hinter der Pandemie, um davon finanziell zu profitieren: "Dass die Leute denken, ich hätte etwas Derartiges tun können, ist wirklich dumm", sagt Gates. "Unsere Stiftung ist dafür da, Geld zu spenden und Leben zu retten – wir verdienen mit unseren Projekten kein Geld."

(ll)

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