Cleaners in hazmat suits demonstrate disinfection as workers remodel a display window at Siam Paragon, an upmarket shopping mall in Bangkok, Thailand, Thursday, May 14, 2020. Shopping malls in Thailand are preparing to reopen, almost two months after authorities ordered them closed in the fight against the COVID-19 pandemic. (AP Photo/ Gemunu Amarasinghe)

Desinfektionsarbeiten in Bangkok. Die WHO sieht nur geringe Chancen, dass das Coronavirus ausgerottet werden kann. Bild: ap / Gemunu Amarasinghe

WHO sieht kleine Chance, dass Corona verschwindet – Weg "voller Herausforderungen"

Das neuartige Coronavirus könnte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation womöglich nie wieder verschwinden. Die Menschen in aller Welt müssten möglicherweise lernen, mit dem Virus zu leben, warnte die WHO am Mittwoch in Genf. Es sei möglich, dass das Virus nie ganz ausgemerzt werden könne, sagte Michael Ryan, WHO-Direktor für Gesundheitsnotfälle, bei einer Videopressekonferenz.

Es sei "sehr schwer vorherzusagen, wann wir über die Oberhand über das Virus gewinnen", sagte Ryan. "Dieses Virus könnte ein weiteres endemisches Virus in unseren Gemeinschaften werden und dieses Virus könnte niemals verschwinden", ergänzte Ryan und verwies auf das Aids-Virus HIV. "HIV ist nicht verschwunden - aber wir kommen damit klar."

Im Fall von HIV sei es der Welt gelungen, Medikamente und Präventionsmaßnahmen zu schaffen, sodass das Virus seinen Schrecken verloren habe. "Ich will die Krankheiten nicht vergleichen, aber wir müssen realistisch sein, sagte Ryan.

WHO kritisiert Impfskepsis

Es gebe eine kleine Chance, das neue Virus Sars-CoV-2, das die gefährliche Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, auszurotten.

"Jeder einzelne dieser Schritte ist voller Herausforderungen", sagte Ryan.

Er kritisierte die verbreitete Impfskepsis und die fehlenden Mittel für gute Gesundheitssysteme in vielen Weltgegenden. "Wir haben ja sehr effektive Impfstoffe auf diesem Planeten, die wir nicht effektiv eingesetzt haben", sagte er mit Verweis auf die Masern. Die Zahl der Masernfälle steigt seit einigen Jahren wieder.

Mit den richtigen Maßnahmen zur Erkennung von Infizierten, der Isolierung von möglicherweise Angesteckten und effektiver Behandlung könne das Virus unter Kontrolle gebracht werden, betonte WHO-Expertin Maria van Kerkhove. Es werde mit Hochdruck an Impfstoffen und Medikamenten gearbeitet.

Ryan spricht von langem Weg zurück zur Normalität

Viele Länder würden die verschiedenen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Virus gerne zurückfahren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Gebreyesus mit Blick auf erste Lockerungen. Die WHO empfehle jedoch für alle Länder weiterhin "die höchstmögliche Alarmstufe". Es bestehe weiter die Gefahr einer zweiten Infektionswelle. Der irische Epidemiologe Ryan fügte hinzu, es sei noch ein "langer, langer Weg" zurück zur Normalität.

Seitdem das neuartige Coronavirus Ende vergangenen Jahres erstmals in China aufgetaucht war, haben sich mehr als 4,2 Millionen Menschen weltweit damit infiziert, fast 300.000 Menschen starben.

Seit dem Auftreten der ersten HIV-Infektionen vor 35 Jahren haben sich laut Unaids etwa 78 Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert. 35 Millionen starben demnach an den Folgen ihrer Aids-Erkrankung.

(pcl/ mit Material von afp und dpa)

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