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Während des Interviews zog Präsident Bolsonaro seine Maske aus: Das könnte ihm nun Ärger bringen. bild: screenshot brazilian government tv

Weil er seine Maske auszog: Brasilianischer Presseverband verklagt Bolsonaro

Der brasilianische Presseverband (ABI) hat angekündigt, Klage gegen den Präsidenten Jair Bolsonaro einzureichen. Grund dafür ist der Auftritt Bolsonaros vor Journalisten, bei dem er verkündet hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Während des Interviews soll er die Abstandsregel missachtet haben. Außerdem hatte er seine Maske abgenommen. Der Vorwurf des Presseverbandes lautet nun, Bolsonaro habe eine Corona-Infektion der Journalisten in fahrlässig in Kauf genommen und somit deren Leben gefährdet.

In einem Statement der ABI, aus dem mehrere Medien zitieren, kritisieren die Pressevertreter, Bolsonaro sei ihnen während der Veranstaltung näher gekommen, als die Abstandsregel erlaubt.

Presseverband: "Unverantwortliches Verhalten"

"Das Land kann kein unverantwortliches Verhalten hinnehmen, das eindeutige Verstöße gegen die öffentliche Gesundheit darstellt, ohne zu reagieren", zitiert CNN den Präsidenten des Presseverbandes, Paulo Jeronimo de Souza. Dem Bericht zufolge waren drei verschiedene Sender (CNN Brasil, TV Record und TV Brasil) mit ihren Reportern bei der Pressekonferenz anwesend. Unter anderem CNN-Brasil-Reporter Leandro Magalhaes befindet sich seitdem in häuslicher Quarantäne und wartet auf das Ergebnis seines Corona-Tests.

Nach der Pressekonferenz am Dienstag hatte zunächst der Abgeordnete der linkssozialistischen Partei PSOL, Marcelo Freixo, auf Twitter mitgeteilt, dass er eine Klage gegen Bolsonaro eingereicht habe. "Der Präsident hat gegen Artikel 131 und 132 des Strafgesetzbuchs verstoßen, indem er während des Interviews, in dem er gesagt hat, dass er das Coronavirus hat, seine Maske entfernt hat", so Freixo.

Bolsonaro hatte während des Interviews berichtet, wie sich seine Symptome entwickelt hatten. Dann trat er einen Schritt zurück und nahm den Mund-Nase-Schutz ab: "Schaut euch mein Gesicht an, es geht mir gut", so Bolsonaro.

Lage in Brasilien verschärft sich

Bolsonaro hatte sich bereits zuvor immer wieder bewusst über die Abstandsregel hinweggesetzt und auf das Tragen einer Maske verzichtet. Das Virus hatte er als "leichte Grippe" verharmlost.

Brasilien ist neben den USA derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 1,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 65.487 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur recht wenig getestet wird.

(lau)

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