International
ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht vom 7. September 2020: Machen oder nicht? F

Weltweit werden derzeit schon mehrere mögliche Impfstoffe gegen das Coronavirus an Patienten getestet. Bild: dpa / Ralf Hirschberger

Patient erkrankt: Tests eines Corona-Impfstoffs werden gestoppt

Der Pharmakonzern Astrazeneca hat die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vorsorglich gestoppt, nachdem bei einem der Teilnehmer gesundheitliche Probleme aufgetreten sind. Das sei eine Routinemaßnahme für solche Fälle, teilte das britische Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mit. "In großen Versuchsreihen treten Erkrankungen zufällig auf, müssen aber von unabhängiger Seite untersucht werden, um das gründlich zu überprüfen."

AstraZeneca werde die Untersuchung beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hieß es weiter. Bei der Überprüfung geht es letztlich darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgelöst wurden. Während des Stopps sollen keine weiteren Studien-Teilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet werden.

Bei den nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen handele es sich um einen Einzelfall, betonte das Unternehmen. Der Impfstoff befindet sich unter anderem in den USA in der dritten und abschließenden Studien-Phase mit mehreren zehntausend Teilnehmern.

AstraZeneca machte keine Angaben zu der Erkrankung. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf eine informierte Person, dass es sich bei dem gesundheitlichen Problem um Transverse Myelitis handele – eine Entzündung, die das Rückenmark treffe und von Vireninfektionen ausgelöst werden könne. Der von AstraZeneca hergestellte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen und soll das Immunsystem auf Trab bringen, damit es Sars-CoV-2 im Falle einer Infektion unschädlich machen kann.

Impfstoffhersteller versichern: Machen keine Kompromisse bei der Sicherheit

AstraZeneca und acht weitere Pharma- und Biotech-Unternehmen hatten erst am Dienstag versichert, dass sie bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs keine Kompromisse bei der Sicherheit machen werden. Dieser ungewöhnliche Schritt folgte mit Blick auf Bedenken, dass es vor allem in den USA politischen Druck zwecks einer Eil-Zulassung erster Impfstoffe vor der Präsidentenwahl am 3. November geben könnte.

US-Präsident Donald Trump verspricht fast täglich, dass es bis Jahresende oder möglicherweise schon bis zur Wahl einen Impfstoff geben werde.

(se/dpa)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

"Was fällt ihm ein?": Krankenschwester richtet deutliche Worte an Trump

Als sich US-Präsident Donald Trump und die First Lady Melania Trump mit dem Coronavirus infizierten, war in sozialen Medien häufig vom "Karma" die Rede. Trump selbst hatte die Gefahr durch die weltweite Pandemie bis dahin immer wieder verharmlost und die Erkenntnisse und Empfehlungen der Wissenschaft monatelang ignoriert.

Doch auch seine eigene Erkrankung scheint Trumps Einstellung zum Coronavirus nicht geändert zu haben. Eine gute Woche nach der verkündeten Infektion plant der Präsident …

Artikel lesen
Link zum Artikel