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Über das Coronavirus kursieren viele Gerüchte, die nicht wahr sind. Bild: getty images / EyeEm / R Franca

Faktencheck zum Coronavirus: Diese Tipps sind nur Gerüchte und falsch

Knoblauch essen und alle paar Minuten Wasser trinken: Im Netz kursieren zahlreiche Falschinformationen zu der Frage, wie man sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 schützen kann. Wir sagen, was stimmt und was nicht.

Nicole Sagener / t-online

Das neuartige Coronavirus verängstigt die Welt – und sorgt für Spekulationen. Viele Fragen zu Übertragungswegen, Inkubationszeit und Symptomen des Virus sind noch immer nicht abschließend geklärt. Das gibt Mythen und Verschwörungstheorien im Netz zusätzlichen Aufwind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klärt darum schon seit einigen Wochen auf ihrer Website über Falschannahmen auf. Und auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( BZgA ) startete Anfang Februar eine YouTube-Kampagne zum Coronavirus. Dort klärt die BZgA in mehreren kurzen Erklärvideos über den Erreger auf, um Verschwörungstheorien und Halbwahrheiten zu begegnen.

Hier fassen wir zusammen, welche Behauptungen kursieren.

Alle Viertelstunde ein paar Schlücke Wasser trinken verhindert eine Infektion – falsch!

Bereits seit einigen Wochen kursieren bei Whatsapp, Facebook und in anderen sozialen Netzwerken Kettenbriefe mit Tipps zum Schutz vor dem Coronavirus. Sie berufen sich angeblich auf Experten und Gesundheitsbehörden aus dem Ausland. Doch bewiesen werden die Tipps nicht, auch von den vermeintlichen Quellen stammen sie offensichtlich nicht. Die Briefe schließen in der Regel mit den Worten: "Bitte senden Sie diese Informationen an Ihre Familie, Ihre Freunde und alle Menschen, die sie kennen."

Ein Tipp, der zurzeit in solchen Kettenbriefen die Runde macht und angeblich von kanadischen Gesundheitsbehörden oder wahlweise von japanischen Ärzten stammt, empfiehlt, alle 15 Minuten einige Schlücke Wasser zu trinken. Dadurch werde das Virus in den Magen gespült, bevor es in die Atemwege gelangen kann, so die Behauptung. Health Canada – Kanadas öffentlicher Gesundheitsdienst – hat der Nachrichtenagentur AFP jedoch mitgeteilt, dass er keine Ratschläge in Form von Facebook-Posts veröffentlicht habe. Der Gesundheitsdienst bietet auf seiner Website Tipps zur Vorbeugung von Coronavirus-Infektionen an, erwähnt jedoch kein Trinkwasser.

Auch der angeblich von Experten aus Taiwan stammende "einfache Selbsttest" auf Covid-19, laut dem man durch längeres Anhalten des Atems selbst prüfen könne, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt, ist offenbar erfunden. Solch einen Selbsttest empfehlen weder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch andere Gesundheitsbehörden.

Nur eine Atemmaske und ein Schutzanzug können vor Covid-19 schützen - falsch!

Die handelsüblichen Atemschutzmasken schützen nicht davor, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Um sich vor einer Infektion durch Tröpfchen von Erkrankten zu schützen, sind laut Experten nur spezielle Feinpartikelmasken geeignet, auch partikelfiltrierende Halbmasken (filtering face piece, FFP) genannt.

Noch sehen Experten und das RKI aber keinen Anlass, solche Masken zu tragen. Gründliches, regelmäßiges Händewaschen biete nach bisherigem Wissen den besten Schutz. Die WHO rät zudem, Augen, Nase und Mund möglichst nicht mit den Händen zu berühren.

Obst und Spielzeug aus China oder Italien sind gefährlich – falsch!

Experten sagen: Nein. Eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus über Oberflächen gilt weiter als unwahrscheinlich. Das gilt für Lebensmittel ebenso wie für Spielzeug oder andere Waren. Obst aus Norditalien zum Beispiel könne daher weiter ohne Bedenken gekauft und verzehrt werden, sagte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, Ende Februar.

Die WHO geht davon aus, dass der Erreger SARS-CoV-2 auf Oberflächen mehrere Tage lang überleben kann. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist bisher aber kein Fall einer Übertragung über unbelebte Oberflächen dokumentiert. Dennoch gilt: Händewaschen schadet nie.

Knoblauch und Alkohol helfen gegen eine Ansteckung – falsch!

Acht Knoblauchzehen auf sieben Tassen Wasser helfen gegen eine Infektion: Im Netz kursieren solche und ähnliche Rezepte mit Knoblauch. Helfen können sie aber nicht. Obgleich Knoblauch gesund sei, gebe es keine Hinweise, dass er vor einer Coronavirus-Infektion schütze, meint die WHO.

Lässt sich das Virus abtöten, indem man den Körper mit Alkohol oder Chlor einreibt? Nein!

Das schreibt auch die WHO. Ein Eindringen des Virus in den Körper lasse sich mit solchen Maßnahmen nicht verhindern. Auch das Trinken von Alkohol schütze nicht vor einer Infektion.

Verhindert das Auftragen von Sesamöl das Eindringen des Coronavirus in den Körper? Nein!

Sesamöl ist zwar eine beliebte Zutat im Salatdressing und in der asiatischen Küche. Es tötet das neue Coronavirus aber nicht ab.

Schützt Mundwasser vor einer Infektion? Nein!

Dafür gibt es keinerlei Hinweise. Manche Mundspülungen töten zwar bestimmte Mikroben für einen gewissen Zeitraum im Speichel ab. Das bedeutet aber nicht, dass sie vor einer Ansteckung mit Covid-19 schützen.

Kann regelmäßiges Spülen der Nase mit Kochsalzlösung eine Infizierung mit SARS-CoV-2 verhindern? Nein!

Laut WHO ist nicht einmal sicher, dass regelmäßiges Nasenspülen mit Kochsalzlösung eine einfache Erkältung schneller auskuriert.

Kann eine UV-Desinfektionslampe das neue Coronavirus abtöten? Nein!

UV-Lampen sollten laut WHO nicht zum Sterilisieren von Händen oder anderen Hautbereichen verwendet werden. Die UV-Strahlung kann Hautreizungen verursachen.

Sind Antibiotika bei der Prävention und Behandlung des neuen Coronavirus wirksam? Nein!

Antibiotika werden nur eingesetzt, wenn neben der Virusinfektion Covid-19 eine bakterielle Infektion vorliegt.

Nur spezielle medizinische Desinfektionsmittel helfen gegen eine Ansteckung – falsch!

Spezielle Desinfektionsmittel sind nur für den Einsatz in medizinischen Einrichtungen nötig. Richtig ist aber: Nicht jedes Mittel wirkt gegen jeden Erreger.

Desinfektionsmittel aus den Drogerie- und Supermärkten seien jedoch häufig keine Arzneimittel und deshalb zum Schutz vor Coronaviren nicht zu empfehlen, sagt Eike Steinmann, Leiter der Abteilung Molekulare und medizinische Virologie an der Ruhr-Universität Bochum.

Zur Händedesinfektion sollten Sie daher zertifizierte Desinfektionsmittel etwa aus der Apotheke nutzen. Die Angabe "begrenzt viruzid" ist hierbei ganz entscheidend. "Viruzid" wirksame Desinfektionsmittel können noch mehr Erreger, beispielsweise den größten Teil der Viren unschädlich machen.

Katzen und Hunde können das neuartige Coronavirus auf den Menschen übertragen? Dafür gibt es keine Hinweise

Diese Behauptung machte in China schnell die Runde und hat ihren Ursprung wohl in einem falsch interpretierten Zitat der Epidemiologin Li Lanjuan. Diese hatte im chinesischen Staatsfernsehen gesagt: "Wenn Tiere in Kontakt mit infizierten Personen kommen, besteht die Gefahr, dass sie sich infizieren. In so einem Fall sollten auch Haustiere isoliert werden." Die englischsprachige Zeitung "China Daily" schrieb daraufhin, "Katzen und Hunde können das Coronavirus verbreiten". Diese Meldung wiederum wurde von anderen internationalen Medien aufgegriffen und verbreitete sich auch in der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) korrigierte die Falschmeldung mit diesem Post: "Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keinen Hinweis darauf, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen sich mit dem Coronavirus infizieren können." Generell empfiehlt die WHO aber dennoch, sich nach dem Kontakt mit Tieren die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen. So verhindert man die Übertragung anderer Erreger Salmonellen oder E. coli.

Schützen Impfstoffe gegen Lungenentzündung vor dem Coronavirus? Nein!

Impfstoffe gegen Lungenentzündung  wie etwa der Pneumokokken-Impfstoff und der Haemophilus-Influenza -Typ-B-(Hib)-Impfstoff schützen der WHO  zufolge nicht gegen das neue Coronavirus. Experten raten aber, sich gegen Grippe impfen zu lassen, um bei Grippesymptomen schneller einordnen zu können, was der Auslöser sein könnte.

Vor allem Männer und ältere Menschen sind gefährdet, sich anzustecken – falsch!

Die WHO verneint das. Das neue Coronavirus infiziere nicht vor allem ältere Menschen, sondern sei für alle Altersgruppen ansteckend. Richtig ist aber nach bisherigem Kenntnisstand: Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes , Herzkreislauferkrankungen oder Asthma zeigen häufiger einen schweren Krankheitsverlauf.

Dieser Artikel ist zuerst auf t-online erschienen

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