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Petersplatz in Rom, Vatikan, Italien PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY 1065506941

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Der Petersdom in Rom, eine der bedeutendsten katholischen Kirchen Bild: imago images / CHROMORANGE

Corona: Italienischer Priester gibt sein Leben, um jungen Patienten zu retten

In Italien hat ein katholischer Priester, der am Covid-19-Virus erkrankt war, sein Beatmungsgerät einem jüngeren Patienten überlassen und ist kurz darauf gestorben. Der 72-jährige Giuseppe Berardelli hatte sich mit dem Virus infiziert und war in ein Krankenhaus in Lovere bei Bergamo eingeliefert worden. Dort bat er die behandelnden Ärzte, sein Beatmungsgerät einem jüngeren, ihm unbekannten Mann zu geben, so berichtet die BBC. Die Ärzte kamen dem Wunsch des Geistlichen nach und gaben sein Beatmungsgerät dem anderen Patienten. Wenig später verstarb Berardelli.

Das sagt der Papst

Papst Franziskus ermutigt Priester weiterhin, Seelsorge zu betreiben, für Kranke da zu sein und das Abendmahl zu überreichen. Auch, wenn die Seelsorge natürlich wichtig ist, wirkt diese Empfehlung angesichts der aktuellen Lage in Norditalien sehr unvernünftig. Mehr als 50 Geistliche sind im Verlauf der Corona-Krise bereits gestorben, viele davon in der betroffenen Region im Norden Italiens. Diese hohe Sterblichkeit ist unter anderem damit zu erklären, dass Priester aufgrund ihres oft fortgeschrittenen Alters zur Risikogruppe gehören und durch ihre Tätigkeit viel in Kontakt mit Menschen kommen, die zu großen Teilen ebenfalls zur Risikogruppe gehören.

Der herzzerreißende Fall von Giuseppe Berardelli zeigt, wie selbstlos einige Menschen in Momenten größter Not sein können. Sie zeigt jedoch auch, wie heillos überfordert das italienische Gesundheitssystem mit den vielen Corona-Fällen ist. Für viele Patienten gibt es keine lebensnotwendigen Beatmungsgeräte. Die Geschichte macht deutlich, wie sehr wir uns auch hier in Deutschland bemühen müssen, die Zahl der Neuinfektionen so gering wie möglich zu halten.

(si)

Richtiges Verhalten bei Coronavirus-Verdacht

Sars-CoV-2 ist eine neue Form des Coronavirus – einem Virus-Typ, der grippeähnliche Infekte auslöst. In den allermeisten Fällen in Deutschland verläuft eine Ansteckung mit dem Coronavirus symptomfrei bis milde: Du könntest leichtes Fieber, Halsweh und Abgeschlagenheit erleben.

Danach klingt die Krankheit meist wieder ab. Wirklich gefährlich kann das Virus vor allem dann werden, wenn du zu einer Risikogruppe gehörst: Ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen (wie Krebs oder Lungenkrankheiten) sollten im Falle eines Infektionsverdachts ihren Arzt kontaktieren.

Wenn du Bedenken hast, ruf deinen Arzt bitte an, bevor du in die Praxis gehst. Bei hohem Fieber oder Atemnot: Kontaktiere bitte den Notdienst!

In Menschenmengen können sich Erreger eher verbreiten und so Patienten treffen, für die sie wirklich eine Bedrohung darstellen (die Risikogruppen). Laut Robert Koch-Institut sind Atemschutzmasken nicht erforderlich.

Auch Desinfektionsmittel benötigen nur Menschen mit geschwächtem Immunsystem und solche, die mit vielen anderen in Kontakt kommen (Verkäufer, Pfleger etc.). Achte stattdessen auf gründliches Händewaschen und Niesetikette.

Von sogenannten Hamsterkäufen jeglicher Art, ob Medizin oder Lebensmittel, ist abzuraten. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten in Deutschland ist sichergestellt.

Wie Finnland Corona in den Griff bekommen hat

Geht es um Corona in Skandinavien, wird schnell Schweden zum Thema – das Land versprach sich mit einem präferenzutilitaristischen Ansatz den größten Nutzen für die größte Zahl von Corona-Patienten. Einfacher gesagt, bedeutet das: Das Land nimmt eine höhere Sterblichkeit in Kauf, immunisiert aber die Gesellschaft durch. So soll eine Herdenimmunität entstehen. Trotz anfangs heftiger Kritik, gilt das Vorgehen mittlerweile als ein mögliches Modell zur Krisenbewältigung. Es ist aber ein …

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