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Soccer Football - Serie A - Juventus v Napoli - Allianz Stadium, Turin, Italy - September 29, 2018  Juventus' Cristiano Ronaldo during the match  REUTERS/Alberto Lingria

Cristiano Ronaldo hat die Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn als "Fake News" abgetan Bild: X04139

Vergewaltigungsvorwurf gegen Ronaldo: "Spiegel"-Autor gibt Einblick in die Recherchen

Eine Amerikanerin beschuldigt Cristiano Ronaldo im "Spiegel" der Vergewaltigung, der Fußball-Superstar will davon aber nichts wissen. Sein Anwalt droht, das Magazin zu verklagen. Als Reaktion gibt ein "Spiegel"-Autor Einblicke in die Recherchen zum Artikel.

Philipp Reich / watson.ch

Am letzten Freitag platzte die Bombe: Im Magazin "Der Spiegel" erhebt die 34-jährige US-Amerikanerin Kathryn Mayorga schwere Vorwürfe gegen Cristiano Ronaldo. 2009 sei sie von Ronaldo in Las Vegas vergewaltigt worden. Damit die Geschichte nicht publik wird, habe der fünffache Weltfußballer für 375.000 Dollar ihr Schweigen erkauft. Am Donnerstag reichte sie beim zuständigen Gericht in Nevada Klage ein.

Schon vor anderthalb Jahren veröffentlichte der "Spiegel" die Geschichte. Damals wollte das mutmaßliche Opfer allerdings nicht mit dem Magazin über den Vorfall sprechen, weshalb die ganz großen Schlagzeilen ausblieben. Ronaldos Anwälte taten die Vorwürfe damals als "piece of journalist fiction" ("freie journalistische Erfindung") ab. Fast zehn Jahre später wird der Fall nun wieder aufgerollt, denn Mayorga will nicht mehr Schweigen.

Im Spiegel und in der öffentlich zugänglichen Anklageschrift erzählt sie, wie sie die Nacht damals erlebt hat. Wie sie den Fußballprofi im Rahmen eines Promotionsjobs am 13. Juni 2009 im Rain Palms Casino Resort in Las Vegas an einer Bar kennengelernt hat. Wie er sie nach ihrer Nummer gefragt hat. Wie sie in sein Hotelzimmer gegangen ist. Wie es zur Vergewaltigung gekommen ist. Wie sie am Tag danach zur Polizei gegangen ist, ohne Ronaldos Namen zu nennen. Wie es zur außergerichtlichen Schweigegeldzahlung von 375.000 Dollar gekommen ist.

Ronaldo hat nie abgestritten, in jener Nacht Sex mit Mayorga gehabt zu haben, für ihn hatte es sich damals um "einvernehmlichen Sex" gehandelt. Am Freitagabend äußerte sich der 33-jährige Portugiese in einem Live-Video auf Instagram wie folgt zu den Vorwürfen:

"Was sie heute gesagt haben? Das sind Fake News. Es ist normal, dass jemand mit meinem Namen berühmt werden will. Das gehört zu meinem Job. Ich bin ein glücklicher Mann."

Am Sonntag kündigt Ronaldos deutscher Anwalt Christan Schertz in einem Statement an, den "Spiegel" auf Schadenersatz verklagen zu wollen. Aus seiner Sicht seien Mayorgas Anschuldigungen "eklatant rechtswidrig". Es handle sich um eine "unzulässige Verdachtsberichterstattung aus dem Bereich der Intimsphäre". Und Schertz weiter: "Es dürfte sich vorliegend um eine der schwersten Verletzungen von Persönlichkeitsrechten aus den letzten Jahren handeln."

Das will der "Spiegel"-Autor Christoph Winterbach so nicht stehenlassen. In 25 Tweets erläutert er, warum das Nachrichtenmagazin den Vergewaltigungsvorwurf öffentlich gemacht hat.

Die wichtigsten Punkte:

Winterbach ...

Die 25 Winterbach-Tweets im Original:

Wie geht es nun weiter?

Mayorgas Anwalt Leslie Stovall hat eine Zivilklage im US-Bundesstaat Nevada eingereicht. Eine "kriminelle Verschwörung zur Behinderung der strafrechtlichen Verfolgung von Cristiano Ronaldo" wirft Stovall nun der Gegenseite vor. "Die Klägerin war mental nicht fähig und in der Lage, an Verhandlungen zu einer außergerichtlichen Einigung teilzunehmen", schreibt Stovall.

Für die traumatischen Folgen, unter denen Mayorga leide, fordert der Anwalt in mehreren Schritten Schadensersatz von mindestens 50.000 US-Dollar. Die Folgen der Klage sind unklar. Fest steht: Wer in Nevada wegen einer Vergewaltigung verurteilt wird, dem droht eine lebenslange Haftstrafe.

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