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HANDOUT - 23.12.2019, Italien, Venedig: Blick

Die italienische Stadt Venedig. Bild: dpa

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Italien stellt Mailand und Venedig unter Quarantäne – die 10 drängendsten Fragen

Im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie stellt Italiens Regierung Gebiete im Norden des Landes mit mehreren Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Ab Sonntag gilt für große Teile Norditaliens ein grundsätzliches Ein- und Ausreiseverbot.

Julian Wermuth / watson.ch

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Was ist passiert?

Italien sperrt die wirtschaftsstarke Lombardei und 14 andere Gebiete weitgehend ab, darunter die Wirtschaftsmetropole Mailand und der Touristenmagnet Venedig. Das sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagmorgen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Er habe das entsprechende Dekret unterschrieben.

Welche Regionen sind betroffen?

Einige: Neben der Lombardei werden 14 Provinzen unter anderem auch in den Regionen Emilia-Romagna und Venetien. Doch auch die Marken in der Mitte Italiens sind dabei:

Wie viele Menschen sind davon betroffen?

Insgesamt sind mehr als zehn Millionen Menschen von den Ein- und Ausreiseverboten betroffen.

Die neuen Ankündigungen der Regierung dürften den Alltag der insgesamt rund 60 Millionen Bürger weiter verändern, nachdem die bisher schon getroffenen Maßnahmen wie landesweite Schulschließungen bereits viele tagtäglich treffen.

Was genau wird beschränkt?

Zuerst einmal die Ein- bzw. Ausreise. Außerdem bestätigte beziehungsweise verhängte die Regierung den Angaben nach Einschränkungen für ganz Italien wie den Stopp für Kinos, Theater, Museen, Demonstrationen und viele andere Veranstaltungen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa sagte Conte, die Mobilität werde nicht komplett gestoppt. So gebe es keinen Stopp für Flüge und Züge. Aber eine Fahrt müsse einen Grund haben und die Polizei könne Menschen anhalten und danach fragen.

Und innerhalb der Sperrzonen?

Auch innerhalb der neuen Sperrzonen dürfen sich Bewohner nicht mehr völlig frei bewegen, wie der Premier ankündigte. "Es herrscht eine eingeschränkte Mobilität", sagte er den Angaben zufolge. Man solle sein Haus nur aus gutem Grund verlassen. Bars und Restaurants dürften nur von 6 bis 18 Uhr öffnen, allerdings nur, wenn sie dafür sorgten, dass zwischen den Gästen ein Abstand von mindestens einem Meter gewährleistet sei. Auch für Läden wurden die Zeiten eingeschränkt.

Wie lange dauert die Sperre?

Die neuen Sperrgebiete sollten von sofort bis zunächst zum 3. April gelten, schrieben Zeitungen. Man dürfe diese Zonen nur aus "ernsten und unvermeidlichen" Anlässen betreten oder verlassen, etwa zum Zwecke der Arbeit oder aus familiären Gründen, hieß es.

Ist die Grenze zwischen der Schweiz und Italien noch offen?

Ja, derzeit ist die Grenze noch offen. Wie es weitergeht, ist aber noch offen. André Simonazzi, Sprecher des Bundesrats, schrieb auf Twitter: "Der Bundesrat verfolgt die Entwicklungen in Italien genau. Es steht in Kontakt mit dem Tessin und den italienischen Behörden, um seine Reaktion auf diese Ereignisse ständig zu bewerten."

Auf die Frage, ob nun die Grenze geschlossen werden, sagte Simonazzi zum "Blick": "Diese Frage sollten Sie den italienischen Behörden stellen. Ich möchte hier nicht für diese sprechen."

Obwohl sich laut einer Umfrage 67 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer vom Virus nicht oder nur gering bedroht fühlen, befürwortet hingegen jeder Vierte die Schließung der Grenze zwischen der Schweiz und Italien.

Was ist mit den Grenzgängern?

Wie der "Blick" berichtet, stellen sich einige Tessiner die bange Frage, ob nun italienische Grenzgänger zu Hause bleiben und nicht zur Arbeit erscheinen.

Nur wer triftige Gründe habe, dürfe die Sperrzone verlassen. Ministerpräsident Conte erwähnte zwar, dass diejenigen, die außerhalb der Sperrzone eine Arbeitsstelle hätten, ausreisen dürften. Explizit erwähnt hat er die Grenzgänger aber nicht.

Der Bürgermeister der Grenzgemeinde Lavena Ponte Tresa, Massimo Mastromarino, beschwichtigte auf Facebook: Er habe mit Attilio Fontana – dem Präsidenten der Region Lombardei – gesprochen. Grenzgänger könnten weiterhin ohne Probleme in der Schweiz arbeiten – sofern Home-Office nicht möglich ist.

Wie rechtfertigt Conte die Entscheidung?

"Wir stehen vor einer nationalen Notlage", sagte Conte. "Wir haben sie von Anfang an mit maximalen Vorsichtsmaßnahmen bekämpft", ergänzte der Ministerpräsident. "Wir haben zwei Ziele: Die Ausweitung der Ansteckung einzudämmen und eine Überlastung der Krankenhauseinrichtungen zu vermeiden."

Wie ist die Lage in Italien?

Italien ist der Staat in Europa mit den meisten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen stetig an. Bis Samstag zählten die Behörden 5883 Menschen mit einer Infektion. 233 Menschen davon sind gestorben.

Um die Krise in den Griff zu bekommen, hat die Regierung in Rom unter anderem schon vorher alle Schulen im Land, die Kindergärten und Universitäten bis Mitte März geschlossen.

Die Lombardei gilt als Herz der italienischen Wirtschaft. Vor einiger Zeit waren bereits kleinere Gebiete mit zusammen rund 50.000 Menschen in der Provinz Lodi in der Lombardei und in Venetien zu Sperrzonen erklärt worden. Diese Vorsichtsmaßnahme werde jetzt ausgeweitet und ergänzt, sagte Conte.

Die Beratungen der Regierung über die verschärften Maßnahmen hatten seit dem Samstag gedauert. Ende der Woche war bereits in den Medien in Italien darüber spekuliert worden, ob und wie die Regierung die Verbotszonen wegen der Coronavirus-Welle ausweiten könnte. Schon bisher hat die Wirtschaft unter der Corona-Krise im Land stark gelitten. So brach zum Beispiel der Tourismus ein.

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