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ROME, GEORGIA - NOVEMBER 01: A bus with an image of U.S. President Donald Trump sits next to the crowd during a campaign rally at Richard B. Russell Airport on November 01, 2020 in Rome, Georgia. With two days to go until election day, Donald Trump is campaigning in Michigan, Iowa, North Carolina, Georgia and Florida. (Photo by Justin Sullivan/Getty Images) (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Donald Trumps Anhänger kommen in Scharen zu seinen Wahlkampfauftritten wie hier in Georgia. Bild: Getty Images North America / Justin Sullivan

Die andere Perspektive

Fünf US-Amerikaner erklären: "Darum unterstütze ich Donald Trump"

Der US-Wahlkampf befindet sich im Endspurt. Am 3. November stimmen die US-Bürger ab, ob es noch einmal vier Jahre Donald Trump geben wird oder nicht. Auch wenn die Prognosen Herausforderer Joe Biden als Gewinner der Wahl sehen, ist das Ergebnis nach wie vor offen. Denn: Auch 2016 lag Hillary Clinton vorne, am Ende hieß der US-Präsident aber Donald Trump.

In Deutschland war die Überraschung damals groß. Hier glaubte niemand an einen Sieg des erklärten Außenseiters. Ein Beweis dafür, dass wir Europäer uns schwertun, die US-Amerikaner zu verstehen. Unser Amerika-Bild ist geprägt von liberalen Großstädten wie New York oder Los Angeles, wo traditionell die Demokraten die Wahlen gewinnen. Watson wollte verstehen, warum US-Amerikaner Donald Trump wählen und hat fünf Unterstützer gefragt, warum sie eine weitere Amtszeit des US-Präsidenten befürworten.

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Bild: www.imago-images.de / tampa bay times

"2012 habe ich noch für Obama gestimmt"

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Raffi stimmt für Trump, weil dieser weißen Menschen in den USA nicht ständig erklärt, wie schlimm sie sind. Bild: privat

Raffi, 26, arbeitet im Verkauf und kommt aus Los Angeles, Kalifornien. Er hat nicht immer für die Republikaner gestimmt:

"Ich habe 2016 und auch dieses Jahr für Trump gestimmt, weil er nicht nur darüber redet, was alles rassistisch, sexistisch, angreifend oder islamophob ist. Es nervt mich, dass wir nicht aufhören können, über diese Themen zu diskutieren. Trump allerdings sagt einfach ganz klar, was er denkt, ohne Bullshit.

"Spätestens jetzt müssen auch die Demokraten verstanden haben, dass wir keine Lust mehr haben, immer nur zu hören, wie schlimm Weiße und die USA allgemein sind."

2012 habe ich noch für Obama gestimmt – schlichtweg, weil alle meine Freunde das auch getan haben. Mittlerweile denke ich allerdings, die Demokraten sind verloren. Sie unterteilen die Bevölkerung in all diese kleinen Gruppen, anstatt sie zu vereinen. Spätestens jetzt müssen auch die Demokraten verstanden haben, dass wir keine Lust mehr haben, immer nur zu hören, wie schlimm Weiße und die USA allgemein sind.

Trump hat für einen positiven Wandel in den USA gesorgt, und ich hoffe, das wird er auch weiterhin tun. An seiner Politik würde ich eigentlich nichts verändern – ich würde mir nur wünschen, dass er mehr von dem umsetzen würde, was er sagt: endlich die Mauer zu Mexiko bauen, China und Russland eine Ansage machen, unsere Polizei weiterhin unterstützen und der Wirtschaft helfen. Aber der Senat und das Repräsentantenhaus stehen ihm dabei zu häufig im Weg. Ansonsten finde ich es schade, dass Trump sich nicht stärker in den Konflikt zwischen Aserbaidschan und der Türkei einbringen und den Armeniern helfen kann."

"Ich merkte, dass ich einem Verräter meine Stimme gegeben habe"

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Whitley 2018 bei einer Trump-Rally. Bild: privat

Whitley, 30, arbeitet als Mechaniker und lebt im Norden des Bundesstaates Georgia. Er fühlt sich vom politischen Establishment verraten.

"Ich bin Unterstützer der Republikaner, seitdem ich denken kann. Bei meiner ersten Wahl 2008 wählte ich John McCain. Zwei Jahre später merkte ich jedoch, dass ich einem Verräter meine Stimme gegeben hatte. Als Mitt Romney 2012 antrat, ging ich zum ersten Mal nicht wählen, da ich das Gefühl hatte, dass er nicht besser als Obama ist, und ich halte beide für furchtbare Menschen. Die vergangenen Jahrzehnte waren geprägt von Korruption seitens unserer Politiker.

"Alle US-Präsidenten seit Anfang der 1990er hatten das Ziel, die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Donald Trump ist anders."

Für mich waren die USA immer schon das großartigste Land der Erde. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber Donald Trump hat damit angefangen, die USA wieder auf den ersten Platz zu heben, wo sie hingehören. Ich habe das Gefühl, dass er uns zurück in eine Zeit bringen wird, als 'Made in America' noch der Standard war und nicht die Ausnahme.

2018 war ich bei einem Wahlkampf-Auftritt des Präsidenten. Die Stimmung bei den Trump-Rallys ist großartig. Es ist eine große Party, bei der jeder willkommen ist und seine Meinung frei äußern kann. Alle unterstützen den Präsidenten und feiern ihn. Es ist ein großer Spaß, dort zu sein.

Dank der Steuerreform von Donald Trump habe ich mehr Geld in der Tasche. Die Firma, für die ich arbeite, profitiert ebenfalls von Trumps Wirtschaftspolitik und ich bekomme Boni für meine Arbeit. Donald Trump ist es egal, ob man ihn mag oder nicht. Er buhlt auch nicht um Stimmen. Seine Bilanz spricht für ihn."

"Donald Trump war nicht meine erste Wahl"

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Seit den Vorwahlen 2016 unterstützt Kevin Donald Trump. Bild: privat

Kevin, 63, ist gerade in den Ruhestand eingetreten. Er lebt in der Nähe von Elgin, einer Kleinstadt mit rund 600 Einwohnern im Bundesstaat Iowa.

"Ich habe bei jeder Wahl seit 1980 für die Republikaner gestimmt. Ich hätte auch für Ted Cruz, Nikki Haley oder den Vize-Präsidenten Mike Pence gestimmt. Donald Trump war nicht meine erste Wahl, aber er zeigt sich als der richtige Mann zur richtigen Zeit, um den Sumpf der Korruption in Washington trocken zu legen.

Joe Biden ist für mich ein typisches Beispiel eines korrupten Politikers. Er ist ein unaufrichtiger Mensch, der weit über seinen Zenit hinaus und mental auch nicht mehr ganz auf der Höhe ist. Er will uns unsere Waffen wegnehmen, die Grenzen öffnen und kostenlose Gesundheitsversorgung für illegale Migranten. In seinen 47 Jahren in der Politik hat er wenig erreicht und jetzt denkt er, er könnte die Probleme der ganzen Welt lösen. Er hatte seine Chance unter Obama. Amerika würde sich zurückentwickeln unter Biden.

"Unabhängiger Journalismus ist tot in Amerika."

Die liberalen Medien sind voreingenommen. Zeitungen wie die "New York Times", "Washington Post" oder "LA Times", aber auch Fernsehsender wie CNN oder CBS sind absolut parteiisch. 95 Prozent von ihnen berichten nur positiv über die Demokraten und versuchen seit dem ersten Tag, Donald Trump zu zerstören. Ich vertraue daher Fox News und Kommentatoren wie Rush Limbaugh."

"America First!"

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Dennis will, dass die Nato-Partner mehr in ihre Verteidigung investieren. Bild: privat

Dennis, 66, war viele Jahre in der US-Armee und anschließend im Verteidigungsministerium tätig. Er lebt in Texas und hofft, dass Donald Trump dafür sorgt, dass man die USA in der Welt wieder ernstnimmt.

"Für mich ist entscheidend, dass Donald Trump die Verteidigung stärken will. Die USA haben zu lange für ihre Verbündeten gezahlt. Die Parole muss 'America First' sein. Nato-Partner sollten einen angemessenen Beitrag für ihre Verteidigung bezahlen. Es ist wichtig, dass sich die USA aus den endlosen Kriegen herausziehen, in denen wir den größten Teil der Anstrengungen übernehmen und unsere Verbündeten sich immer mehr zurückziehen.

Donald Trump hat außerdem für Frieden im Nahen Osten gesorgt und die Gespräche mit Nordkorea vorangebracht. Barack Obama hat zugesehen, während in Syrien Kinder mit chemischen Waffen getötet wurden, was er zuvor noch als rote Linie bezeichnet hatte. Obama hat dafür gesorgt, dass uns niemand mehr ernstnimmt in der Welt.

"Ohne all die Politiker, die sich Donald Trump in den Weg stellen, wären wir schon längst weiter."

Obama ist auch derjenige, der das Land gespalten hat. Die großen Unruhen und Proteste sind während seiner Präsidentschaft entstanden. Donald Trump wird während seiner nächsten Amtszeit die Gräben überwinden und das Land heilen. Was keine einfache Aufgabe ist. Die Polizei abzuschaffen, ist der falsche Weg. Wir brauchen mehr Polizei und bessere Ausrüstung. Die Kommunen und Nachbarschaften müssen wieder besser mit der Polizei zusammenarbeiten und in Kontakt miteinander treten, damit mehr Verständnis füreinander entsteht."

"Corona wird überdramatisiert"

GOODYEAR, ARIZONA - OCTOBER 28: Jason Ingram of Glenville, Arizona, wears a Donald Trump mask with his daughter Leanna, 5, on his shoulders at the conclusion of a campaign rally with the president at Phoenix Goodyear Airport October 28, 2020 in Goodyear, Arizona. With less than a week until Election Day, Trump and his opponent, Democratic presidential nominee Joe Biden, are campaigning across the country. (Photo by Chip Somodevilla/Getty Images)

Mike möchte anonym bleiben, er hat Angst um seinen Job (Symbolbild). Bild: Getty Images North America / Chip Somodevilla

Mike (Name von der Redaktion geändert), 35, arbeitet im Marketing-Bereich. Er hat Angst, dass er Probleme in seinem Job bekommt, wenn er sich als Trump-Supporter outet.

"Unsere Nation ist aufgrund der Corona-Pandemie ohne Grund in Panik ausgebrochen, und die Medien tragen eine große Verantwortung daran, ebenso wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die amerikanische Seuchenschutzbehörde. Viele Politiker nutzen die aktuelle Situation, um selbst Kapital daraus zu schlagen und den Präsidenten schlecht darzustellen.

Dabei bräuchten wir jetzt vor allem Einigkeit. Ich weiß nicht, wie manche Menschen nachts ruhig schlafen, im Wissen darüber, wie sie sich über den Präsidenten geäußert haben. Gemessen daran, welche Mittel Donald Trump zu Beginn der Pandemie hatte, hat er herausragende Arbeit geleistet und viele Gouverneure bestätigen das.

"Klar, Trumps Management während der Corona-Krise war nicht perfekt, aber viel besser, als die Medien berichten."

Es gibt auch keine echte Alternative. Wir können das Land nicht komplett herunterfahren. Die Medizin kann nicht schlimmer sein als die Krankheit. Alles, was wir tun können, ist mit gesundem Menschenverstand an die Sache zu gehen, regelmäßig die Hände zu waschen und auf Hygiene zu achten. Dann wird uns unser Präsident auch durch diese Krise führen."

Sahra Wagenknecht überrascht bei "Maischberger" mit Lob für Donald Trump

Die USA haben gewählt, aber noch weiß niemand, wer gewonnen hat. Fest steht: Joe Biden ist mit über 70 Millionen Stimmen der amerikanische Präsidentschaftskandidat mit den meisten Stimmen überhaupt. Gewonnen hat er damit aufgrund des amerikanischen Wahlsystems noch nicht. Denn da geht es um die Mehrheit in den jeweiligen Bundesstaaten und den damit verbundenen Stimmen der Wahlmänner. Donald Trump hatte sich noch während der laufenden Auszählungen als Sieger ausgerufen und einen Gang zum …

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