International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Bild: dpa (Emoji: Emoji One, CC BY-SA 4.0, Montage: Watson)

Heute soll es ungemütlich für Mark Zuckerberg werden – 5 Dinge, die Du dazu wissen musst

Heute um 20.15 Uhr deutscher Zeit muss Facebook-CEO Mark Zuckerberg dem US-Kongress Rede und Antwort stehen. Was Du jetzt dazu wissen musst. 

10.04.18, 16:20 26.04.18, 11:54

Helene Obrist

Worum geht es?

Mark Zuckerberg verantwortet sich heute erstmals im Datenskandal von Facebook vor dem US-Kongress. Facebook hat zugegeben, dass es die Daten von nicht nur 50, sondern von bis zu 87 Millionen Nutzern "unzulässig" mit der britischen Datenanalysefirma Cambridge Analytica geteilt hat. Die Daten sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgewertet und genutzt worden sein. 

Das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica versuchte durch gesammelte Nutzerdaten auf Facebook, Wähler gezielt mit politischer Werbung zu beeinflussen.

Das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica versuchte durch gesammelte Nutzerdaten auf Facebook, Wähler gezielt mit politischer Werbung zu beeinflussen. Bild: dpa

Die Anhörung vor dem Justiz- und Handelsausschuss des Senats ist auf heute 20.15 Uhr deutscher Zeit geplant. Sie soll mehr Licht in die Rolle Facebooks in der Affäre bringen. Zuckerberg muss auch darlegen, wie er in Zukunft die Daten der User schützen will. 

Digital News: Hat Cambridge Analytica auch deine Daten bekommen?

Wer fühlt Zuckerberg auf den Zahn?

Antreten muss Zuckerberg vor zwei Ausschüssen des US-Kongresses. Am ersten Tag ist er im Senat, am zweiten befragt ihn das Repräsentantenhaus.

Der Facebook CEO muss mit harscher Kritik und knallharten Fragen rechnen – und zwar von den Seiten der Demokraten als auch der Republikaner. So sagte der demokratische Senator Richard Blumenthal aus Connecticut gegenüber der "Washington Post", Facebook und die gesamte Techbranche stünden vor dem Tag der Abrechnung. Blumenthal vergleicht die Situation mit der Autoindustrie in den sechziger Jahren. Die Autohersteller ignorierten damals über Jahrzehnte die Sicherheit der Insassen und wurden darauf mit zahlreichen Gesetzen und Regulierungen bestraft. Damit müssen laut Blumenthal nun auch Techfirmen rechnen, weil sie die Datensicherheit der Nutzer missachten. 

Der Republikaner John Neely Kennedy sagte gegenüber "CBS News": "Ich will nicht halb zu Tode regulieren, aber wir haben ein Problem. Ich fürchte, dass die Probleme sowohl mit dem Schutz der Privatsphäre als auch mit Propaganda zu groß für Facebook sind, um sie selbst zu lösen." 

Scharf auf die Befragung ist auch der Demokrat Ed Markey, Senator von Massachusetts. Er kritisierte bereits 2010 die Datenweitergabe von Facebook an Dritte und forderte entsprechende Gesetze, die das verhindern. Er vergleicht das heutige Datenleck mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Markey will von Zuckerberg vor allem wissen, wie er die Integrität und Sicherheit der Plattform in Zukunft sichern will. 

Welche Fragen muss Zuckerberg konkret beantworten?

Facebook CEO Mark Zuckerberg arrives on Capitol Hill in Washington, Monday, April 9, 2018, to meet with Sen. Dianne Feinstein, D-Calif., the ranking member of the Senate Judiciary Committee. Zuckerberg will testify Tuesday before a joint hearing of the Commerce and Judiciary Committees about the use of Facebook data to target American voters in the 2016 election. (AP Photo/J. Scott Applewhite)

Schon am Montag traf sich Zuckerberg zu einem Gespräch mit der US-Senatorin Dianne Feinstein (Demokraten). Bild: AP

Über den exakten Inhalt der Fragen lässt sich bislang nur spekulieren. In US-Medien wird das derzeit wild getan. Folgend einer kleiner Ausschnitt:

Geht es Facebook und Mark Zuckerberg jetzt an den Kragen?

Für das Unternehmen steht tatsächlich viel auf dem Spiel. Es ist die schlimmste Krise seit dem Start von Facebook vor 14 Jahren. Zuckerberg und Facebook könnten sich bald mit schärferen gesetzlichen Regulierungen konfrontiert sehen. Und diese könnten einen erheblichen finanziellen Einfluss auf das Geschäft des Online-Netzwerks haben. 

Doch nicht nur das. Zuckerberg muss auch mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Facebook drohen laut Berichten der "Washington Post" Bußen von bis zu einer Milliarde US-Dollar. 

Wie wird sich Zuckerberg schlagen?

Der Facebook CEO ist seit Tagen bemüht, die Situation zu entschärfen. Er hat sich bereits mehrfach öffentlich für den Datenskandal entschuldigt. "Es war mein Fehler und das tut mir leid", schrieb Zuckerberg in einer öffentlichen Stellungnahme für einen Ausschuss des US-Abgeordnetenhauses. "Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert." Der Schutz der Nutzer sei wichtiger als die Maximierung der Gewinne, versicherte er.

Trotz der demütigen Worte wird die Anhörung für den 33-Jährigen, der lange große Angst vor öffentlichen Auftritten hatte und bei seinen ersten Interviews extrem nervös und unsouverän wirkte, unangenehm werden. Das Hearing wird live übertragen und von einem Millionenpublikum am Bildschirm verfolgt werden. 

Zuckerberg wird dann seine Entschuldigungstour fortsetzten und weiter versuchen, den Skandal zu entschärfen. Ob ihm das etwas bringt? Wir werden sehen. 

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Viraler Post: Nein, du siehst auf Facebook nicht nur 25 Freunde

Hast du diese Nachricht auch schon gesehen? Immer wieder taucht in unseren Tagen auf Facebook ein Kettenbrief auf, der zu schön klingt, um wahr zu sein. 

Nichts daran stimmt. Facebook hat bereits im Februar auf Anfrage der Washington Post klargestellt, dass der Newsfeed zwar in der Tat angepasst wurde (und ständig wird), es aber keine Beschränkung auf 25 Freunde gibt. ("Washington Post")

Tatsächlich funktioniert der Newsfeed so, dass er dir die Postings angezeigt, von denen er glaubt, dass …

Artikel lesen