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Nix und sein Geschäftspartner beim Undercover-Interview. channel4/Screenshot

Escorts, Bestechung, Fake-IDs: Die krassen Methoden von Trumps Helfern

Eine Undercover-Doku von Channel4 zeigt die Machenschaften von Cambridge Analytica in einem neuen Licht. Der Bericht enthüllt, wie die Manager der Firma Wahlen auf der ganzen Welt versuchen zu beeinflussen - auf Bestellung. 

20.03.18, 06:50 22.03.18, 14:21

Im  Daten-Skandal um Facebook steht Cambridge Analytica im Zentrum des Sturms. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Channel 4 hat am Dienstagabend eine Doku ausgestrahlt. Reporter des britischen TV-Senders trafen sich dabei in einer verdeckten Recherche mit Alexander Nix, CEO von Cambridge Analytica.

Die Journalisten gaben sich als potenzielle Kunden aus, recherchierten während Monaten und filmten Gespräche heimlich mit der Kamera. Im US-Wahlkampf 2016 setzte auch Donald Trump auf die Dienste der Firma. Mit Erfolg, wie es scheint. 

In Sitzungen gaben die Cambridge-Analytica-Manager laut Channel4  bei weltweit über 200 Wahlen "mitgewirkt" zu haben. Etwa in Nigeria, Kenya, Malaysia, der Tschechei, Indien, Argentinien und den USA

Laut früheren Mitarbeitern setzte sich Cambrige Analytica auch für den Brexit ein. 

Der Prostituierten-Trick

Wie kann man Politiker auf dem schnellsten Weg erledigen? Die Manager von Cambridge Analytica bieten einen Rundum-Service und scheuen offenbar auch von schmutzigen Methoden abseits von Social Media nicht zurück. 

Nix sprach in der Doku frisch von der Leber weg über die Methoden seines Unternehmens. Man könnte Politiker eine Falle stellen,  in kompromittierende Situationen bringen, etwa durch Bestechungsgelder oder Prostituierte. 

«Wir könnten ein paar Mädchen zum Haus des Kandidaten schicken», sagte Nix. Und fügte an: "die Ukrainerinnen sind sehr hübsch, das funktioniert gut." Zum Plan gehörte jeweils dazu, das belastende Material später disket auf sozialen Medien zu streuen. 

Facebook-Sicherheitschef geht im Streit

Der Sicherheitschef von Facebook verlässt den Konzern nach Streit über den Umgang mit mutmasslichen russischen Desinformationskampagnen. Alex Stamos habe sich innerhalb des Sozialen Netzwerks dafür starkgemacht, diese Vorgänge zu untersuchen und öffentlich zu machen.Dies berichtete die «New York Times» am Montag unter Berufung auf frühere und gegenwärtige Mitarbeiter. Damit sei er jedoch oft bei der Konzernspitze angeeckt, etwa bei Sheryl Sandberg, die zuständig für das operative Geschäft ist.Nachdem im Dezember seine Aufgaben anderen Personen zugeteilt worden seien, habe Stamos beschlossen, Facebook zu verlassen. Das Management habe jedoch befürchtet, dass dies einen schlechten Eindruck machen könnte und ihn dazu bewegt, bis August zu bleiben. (sda)

Die Bestechungsgelder

Um an belastendes Material zu kommen, setzte Nix auch andere bewährte Methoden ein. Beispiel gefällig? Man werde einem Politiker viel Geld für seine Kampagne bieten, dies im Gegenzug etwa für einen Landverkauf. "Wir werden das Gespräch aufzeichnen, die Sache im Internet veröffentlichen und so die Person ausradieren", sagte Nix den Undercover-Reportern. Diese hatten sich als Berater eines reichen Kunden aus Sri Lanka ausgegeben, der als Politiker gewählt werden wollte. Bestechungsgelder anzubieten ist sowohl in England wie den USA illegal. 

Die Verbreitungsmethode

Das Material lässt Cambridge Analyctica, die Datensätze von 50 Millionen Facebook-Usern besitzt, diskret in die sozialen Medien einfliessen. "Wir lassen die Informationen in die Blutbahnen des Internets einfliessen und schauen zu, wie die Sache wächst. Ab und zu geben wir noch einen kleinen Stoß. Wie mit einer Fernbedienung."  Dies müsse passieren, ohne dass jemand auf die Idee komme, dies sei Propaganda. "Dann ist die nächste Frage plötzlich. 'Wer steckt dahinter'?"

Viele Kunden wünschten zudem, dass keine ausländische Firma für sie arbeite. Darum habe man ein Netz von  gefakte ID's und Webseiten aufgesetzt. 

Nix weist auf Anfrage von Channel4 sämtliche Anschuldigungen zurück.« Wir benutzten kein unrichtiges Material für irgendwelche Zwecke», so ein Unternehmenssprecher. 

(amü)

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