International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
President Donald Trump, center, and first lady Melania Trump, right, sit with their family as they have Thanksgiving Day dinner at their Mar-a-Lago estate in Palm Beach, Fla., Thursday, Nov. 22, 2018. Ivanka Trump, left, and Barron Trump, second from left, attend. (AP Photo/Susan Walsh)

Bild: AP

Trump lacht gerne, aber nicht über sich selbst

fabian reinbold, washington 

Donald Trump sieht sich so gern als Spitzenreiter, deswegen halte ich es hier liebend gern einmal fest: In einer Kategorie liegt der Mann tatsächlich meilenweit vor seinen Amtsvorgängern.

Kein US-Präsident sorgt so oft mit einem Fauxpas, mit Beschimpfungen, mit absurden Behauptungen für Schlagzeilen, wie er es tut. Trump brüskiert X, Trump attackiert Y an, Trump macht sich über Z lustig. Schlagzeilen wie diese gibt es fast täglich. Das ist auf t-online.de, auf watson.de und auf anderen Nachrichtenseiten Alltag.

Das liegt daran, dass es oft so unangenehm quietscht, wenn Trump den Präsidenten spielt.

Zum Thanksgiving-Fest am Donnerstag gab es neue Momente zum Fremdschämen über Donald Trump, etwa als er aus seinem Florida-Domizil Mar-a-Lago bräsig vor laufenden Kameras mit Militärs telefoniert und ihnen zwar auch ein bisschen dankt, aber vor allem sich selbst lobt.

Doch es gibt auch andere Momente. Momente, in denen Trump doch präsidial wirkt. Na ja, zumindest fast.

Vergangenen Freitagmittag, East Room, Weißes Haus: Trump verleiht erstmals die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA. Wir Journalisten stehen gequetscht hinter den Ehrengästen. Insgesamt sieben Leute bekommen sie, zum Teil postum, verliehen, etwa Miriam Adelson, eine Großspenderin der Republikaner, Senator Orrin Hatch nach 41 Jahren im Parlament, Baseball-Legende Babe Ruth und: Elvis.

Trump findet neben dem Text auf dem Teleprompter persönliche Anmerkungen und einen passenden Ton für jeden Geehrten, lässt die Familien sich erheben, damit auch sie beklatscht werden. Trump genießt das Zeremonielle am Präsidentensein. Er steht mit durchgedrücktem Rücken vor dem Porträt George Washingtons. Vor ihm wohlgesonnenen Publikum beherrscht er die Rolle.

Dass er sich in dieser Rolle gefällt, MERKT MAN IHM AUCH AUF TWITTER AN

Dann lässt Trump Elvis Presley auflegen.

Eine halbe Minute lang tönt Elvis' Interpretation des Gospel "How great thou art" durch den East Room. Und spätestens als Trump sich brüstet, dass das seine Idee gewesen wäre mit  dem Lied und dass seinen Mitarbeitern die Marketing-Instinkte fehlen, weil sie die Musik zu früh abgedreht hätten, haben wir doch wieder einen typischen Trump-Moment im Weißem Haus erlebt.

Und noch eine Eigenschaft lieben die Amerikaner an ihren Präsidenten: den Humor. Zuletzt sah es in dieser Hinsicht gut aus, Barack Obama war lustig, George W. Bush auf seine Art auch. Ebenso Bill Clinton und Ronald Reagan, der selbst über das Attentat auf ihn Witze machen konnte.

Trump lacht gerne, aber nicht über sich selbst

Unter Trump ist das mit dem Humor so eine Sache. Selbst die Vereinigung der Weißes-Haus-Korrespondenten hat sich jetzt entschieden, das nächste der berühmten White House Correspondents' Dinner ohne den traditionellen Komiker-Auftritt abzuhalten.

Ich bin Mitglied im Verein und wir hatten zuletzt bei der Mitgliederversammlung im September darüber diskutiert. Anlass ist der kontroverse Auftritt Michelle Wolfs im vergangenen April, in dem sie den US-Präsidenten heftig attackierte. 

Ich finde die Entscheidung falsch: Diese Auftritte muss man aushalten, auch wenn sie scharf geraten wie die Performance von Wolf und auch wenn sie einem Kritik vom Weißen Haus einbringen. Immerhin soll das jährliche Dinner eine Feier der Meinungsfreiheit sein.

Kehrt Trump an den Ort seiner Schmach zurück?

Kaum war die Nachricht eines Dinners ohne Komiker in der Welt, meldete sich Trump per Tweet. Er stellte in Aussicht, vielleicht doch vorbeizukommen.

Ob es wirklich so weit kommt oder nicht, steht in den Sternen. Ein einziges Mal, im Jahr 2011, war Trump als Gast bei dem Dinner und Zielscheibe der Scherze von Komiker Seth Meyers und Barack Obamas. Er saß mit versteinerter Miene im Publikum .

2013 postete er dann so halb-beleidigt:

Klar ist: Müsste er fürchten, von einem Komiker auf die Schippe genommen zu werden, würde Trump wie in den beiden vergangenen Jahren einfach fernbleiben.

Der Präsident kann nicht über sich selbst lachen. Auch das unterscheidet ihn von seinen Amtsvorgängern.

Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erschienen. 

Das könnte dich auch interessieren:

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

Journalistin macht sich über Enissa Amani lustig – deren Fans starten eine Insta-Hetzjagd

Link zum Artikel

Dieses Rätsel ist so einfach, du wirst es niemals zugeben, wenn du es nicht lösen kannst

Link zum Artikel

An Hitlers Geburtstag legt die Schweiz die Nazi-Elf aufs Kreuz

Link zum Artikel

Böhmermann macht aus "GoT" die "Game of Shows" – mit Gottschalk und LeFloid

Link zum Artikel

Influencerin geht in Neuseeland baden – und wird dafür abgestraft

Link zum Artikel

Sri Lanka: Einheimische Islamisten sollen die Anschläge verübt haben

Link zum Artikel

Ukraine-Wahl: Komiker Selenskyj neuer Präsident

Link zum Artikel

"Game of Thrones": Ein beliebter Charakter lebt noch

Link zum Artikel

PAOK Saloniki wird erstmals seit 34 Jahren Meister – und die Ultras drehen völlig ab

Link zum Artikel

So instrumentalisieren rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke

Link zum Artikel

Diese Iranerin zog ihr Kopftuch aus und muss jetzt ein Jahr ins Gefängnis

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Wir sind nicht bei der WM!" Club aus Brandenburg hat 5 Regeln für Helikopter-Eltern

Link zum Artikel

Bei der Hillsborough-Tragödie sterben 96 Fans – und werden dafür beschuldigt

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 7 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Der HSV wirbt mit seinen Fans – nur sind's keine Hamburger. Sondern Magdeburger!

Link zum Artikel

Weil Erdogan kam, drang die Polizei in das Büro dieses Abgeordneten ein – jetzt klagt er

Link zum Artikel

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Link zum Artikel

Erstes Foto von einem Schwarzen Loch – und das Internet so 🤷‍♀️

Link zum Artikel

Findest du heraus, welche dieser traurigen Tier-Fakten stimmen?

Link zum Artikel

Die coolste Socke gehört auf den "GoT"-Thron! #TeamTyrion

Link zum Artikel

Pete wer??? Die neue Demokraten-Hoffnung ist jung, schwul und will Donald Trump besiegen

Link zum Artikel

"Finde das furchtbar!" Hamburg kämpft gegen Helikoptereltern – diese 3 Mütter machen mit

Link zum Artikel

Vorhaut-Cremes und Unten-ohne-Sonnenbäder: Die absurdesten Promi-Beauty-Tipps

Link zum Artikel

Wurden sie über Bord geworfen? Tote Kühe am Strand von Teneriffa angespült

Link zum Artikel

9 Eltern, die ihren Sinn für Humor hoffentlich weitervererben

Link zum Artikel

Frauenarzt?! Was im Rammstein-Video zu "Deutschland" keinem auffiel

Link zum Artikel

Nach dem sinnlosen Tod von Hund Sam warnt sie vor diesem Spielzeug

Link zum Artikel

19 Bilder, die dir zeigen: Es ist nicht alles, wie es scheint

Link zum Artikel

Der Tod des Patriarchats! Daenerys auf den Thron #TeamDaenerys

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel

Diese Russin ist ein Insta-Star – weil sie ihr Wald-Leben inszeniert wie eine Stadt-Ikone

Link zum Artikel

Wenn die Sonne stirbt, ist das wie ein leiser Pups

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Homosexuellen in Brunei droht seit heute die Todesstrafe – und das ist noch nicht alles

Trotz internationaler Kritik sind seit diesem Mittwoch im Sultanat Brunei härtere Strafgesetze in Kraft.

In dem Sultanat auf der Insel Borneo sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch.

Der autoritär regierende Sultan Hassanal Bolkiah - mit einem Vermögen von vielen Milliarden Euro einer der reichsten Monarchen der Welt - hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen.

Artikel lesen
Link zum Artikel