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Bild: iStockphoto/abcnews/watson montage

Sie ging zum "IS" und will nun zurück in die USA – ihr Gegner: Trump

Am Mittwoch erst hatte der US-Präsident sein neustes Ziel auf Twitter angekündigt. "Ich habe den Secretary of State Mike Pompeo beauftragt, und er stimmt mir voll zu, Hoda Muthana nicht zurück ins Land zu lassen!" schrieb Trump.

Er wollte damit seine Entschlossenheit demonstrieren. Eine Frau wie Muthana, die die USA vor vier Jahren für den sogenannten "Islamischen Staat" verlassen hatte, dürfe nicht mehr zurück. So jemand könne kein US-Bürger sein, glaubt Trump. Das schreibt auch Pompeo in einem Statement. "Sie hat keine rechtliche Heimat hier, keinen Pass, kein Recht auf einen Pass, auch kein Visa, um in die Vereinigten Staaten zu reisen", schreibt er darin.

Der Anwalt Muthana sieht das jetzt allerdings anders. Die Annahme, dass die 24-Jährige nicht länger als US-Bürgerin gelte, sei falsch, schreibt er in einem Statement gegenüber Buzzfeed.

Darin heißt es weiter:

"Die Trump-Regierung setzt ihre Versuche fort, fälschlicherweise Bürgern ihre Bürgerrechte abzuerkennen"

Hoda Muthana habe einen gültigen US-Pass besessen, sei in Hackensack, New Jersey im Jahr 1994 geboren. Kurz um: Sie habe ein Recht auf Rückkehr, für das sie kämpfen werde. Auch gegen einen Donald Trump. In einem Eilantrag vor dem Bezirksgericht in Washington forderte ihr Vater Ahmed Ali Muthana deshalb am Donnerstag, dass die US-Staatsbürgerschaft seiner in den USA geborenen Tochter anerkannt wird und sie mit ihrem kleinen Sohn in die USA zurückkehren darf. Seine Tochter sei bereit, sich der US-Justiz zu stellen.

Muthana selbst postete ein Bild von ihrem US-Pass, den sie 2014 bei ihrer Ankunft in Syrien in die Kamera gehalten hatte. Das US-State-Department kommentierte gegenüber Buzzfeed nur: "Mrs. Muthanas Staatsbürgerschaft wurde nicht zurückgenommen, weil sie nie eine US-Büergin war". Das habe andere Gründe. Weitere Informationen wollte man dazu aus "Datenschutz"-Gründen nicht geben.

Muthana ist kein Einzelfall

Die 24-Jährige gehört zu rund 1500 ausländischen Frauen und Kindern, die von Kurden im Flüchtlingslager Al-Hul festgehalten werden. Sie hatte sich in einem Interview der britischen Zeitung "Guardian" zu Wort gemeldet und ihre Hoffnung geäußert, in die USA zurückkehren zu können. Sie sei online radikalisiert worden und bereue nun ihren Entscheid, sagte die Mutter eines 18 Monate alten Sohnes.

Sie war allerdings auch prominente "IS"-Agitatorin

Muthana war nach eigenen Angaben 2014 über die Türkei nach Syrien in die damalige IS-Hochburg Al-Rakka gereist, wo sie einen australischen Dschihadisten heiratete. Als dieser getötet wurde, heiratete sie einen Tunesier, der bei der Schlacht um Mossul im Nordirak fiel. 2018 ging sie eine Ehe mit einem syrischen IS-Kämpfer ein.

In sozialen Medien verbreitete Muthana IS-Propaganda und wiegelte Anhänger gegen die USA auf. Sie zählte zu den prominentesten IS-Agitatoren. Sie verteidigt sich jetzt damit, dass andere ihren Twitter-Account geführt hätten. Sie beschreibt sich als Opfer von Gehirnwäsche und sagt, sie schäme sich heute für ihre Unterstützung für die Islamisten.

US-Präsident Donald Trump hatte europäische Länder am Wochenende via Twitter dazu aufgerufen, mehr als 800 in Syrien gefangene IS-Kämpfer zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Falls die Verbündeten nicht reagierten, seien die USA gezwungen, die Kämpfer auf freien Fuß zu setzen. Diese sind allerdings nicht in US-Gewahrsam, sondern in der Gewalt kurdischer Kräfte.

(mbi/dpa)

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