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Razzia, weil er Trumps Haargeheimnis kennt? 4 Fragen zum Fall des Dr. Bornstein

Was ist passiert?

Der Mediziner Harold Bornstein sagte dem Sender NBC News am Dienstag, Trumps Personenschützer Keith Schiller, ein Anwalt der Trump-Familie und ein weiterer Mann seien im Februar 2017 in seine Praxis in New York gekommen und hätten Akten von Trump mitgenommen.

"Sie müssen 25 oder 30 Minuten lang hier gewesen sein. Das hat großes Chaos angerichtet", sagte er. Er habe sich bedroht gefühlt.

Bornstein im Interview

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Video: YouTube/NBC News

Wer ist der Doktor mit der lustigen Frisur?

Bornstein war über viele Jahre Donald Trumps Arzt. Zwei Tage vor der "Durchsuchung"  hatte die "New York Times" den Arzt damit zitiert, er habe Trump über Jahre das Haarwuchsmittel Propecia verschrieben. Er habe die Herausgabe der Akte nicht genehmigt, der Vorgang habe deshalb gegen das Patientenschutzgesetz verstoßen, sagte Bornstein. Er selbst habe überdies mit der Information über das Haarwuchsmittel nicht gegen die ärztliche Schweigepflicht verstoßen.

Bornstein ist selbst kein unbeschriebenes Blatt. Er hatte Trump während des Wahlkampfes in einem Brief attestiert, er wäre der "gesündeste Kandidat, der jemals in das Präsidentenamt gewählt werde". Später räumte er ein, den Brief in nur fünf Minuten verfasst zu haben, während vor der Praxistür Trump-Vertraute warteten.

Und wer ist der ominöse Bodyguard Schiller?

Keith Schiller war lange Trumps persönlicher Bodyguard und galt als äußerst loyal zum Präsidenten. Nach Trumps Amtsantritt im Januar 2017 bekam er einen Posten im Weißen Haus, den er aber im September schon wieder verließ.

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Trumps ehemaliger Bodyguard Keith Schiller. Bild: Getty Images North America

Es ist nicht das erste Mal, dass Keith Schiller in die Schlagzeilen gerät. Als Trump im Mai 2017 den damaligen FBI-Chef James Comey entließ, war es Schiller, der das Entlassungsschreiben persönlich vom Weißen Haus in die nicht weit entfernt gelegene Zentrale des FBI brachte.

Was sagt das Weiße Haus zu Bornsteins Vorwurf?

Trumps Sprecherin Sarah Sanders wies diese Darstellung zurück. Es habe sich nicht um eine Durchsuchung gehandelt. Es sei Standard, dass der medizinische Stab des Weißen Hauses die Krankenakte eines neuen Präsidenten in Besitz nehme.

(pbl/dpa/afp)

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