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Mexikos Airline nimmt Vorurteile von Amerikanern aufs Korn – die Werbung schlägt voll ein

Die USA sind das Lieblingsreiseziel der Mexikaner. Zum Leidwesen der größten mexikanischen Fluggesellschaft denken die Amerikaner über Mexiko ganz anders – wohl auch dank Herrn Trump.

Bei AeroMexico hat man sich deshalb einen Werbespot einfallen lassen, um US-Amerikanern eine Reise nach Mexiko schmackhaft zu machen. 

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Die Werbung spielt gekonnt mit den Ressentiments vieler Amerikaner gegenüber Mexiko. Video: YouTube/DHOSTUDIOS

Bei dem Werbespot geht es um mehr, als Flugreisen nach Mexiko zu fördern: Im Video interviewen Vertreter von AeroMexico einige Einwohner von Wharton, Texas, über ihre Ansichten über Mexiko. Wharton liegt knapp 100 Kilometer südwestlich von Houston und etwa 300 Meilen nördlich der mexikanischen Grenze.

Mehrere Befragte äußern ihre Abneigung gegenüber Mexiko und sagen, dass sie kein Interesse an einer Reise haben. Sie lieben beispielsweise Tequila und Burritos, Mexiko aber mögen sich nicht. Ein Mann sagt: "Lass mich hier in Frieden bleiben und lass diese Leute auf ihrer Seite der Grenze bleiben."

Die Wende folgt, als den gleichen Menschen vor laufender Kamera gesagt wird, wie viel Prozent mexikanische DNA sie haben. Einige reagieren bestürzt, andere verwirrt. Als ein älterer, weißer Mann erfährt, dass er zu 22 Prozent Mexikaner ist, hat er dafür nur ein "Bullshit" übrig. Als ihm die die Vertreter von AeroMexico jedoch einen Rabatt von 22 Prozent für einen Flug nach Mexiko anbieten, will er plötzlich wissen, ob auch seine Frau einen Rabatt erhalten könne.

AeroMexico bietet Amerikanern, die durch einen DNA-Test zeigen können, dass sie mexikanische DNA in sich tragen, einen Rabatt auf die nächste Flugreise. Die Höhe des Rabatts hängt vom Prozentsatz der mexikanischen Abstammung ab. Zum Beispiel erhält ein Amerikaner, der 15 Prozent mexikanische Gene hat, 15 Prozent Rabatt.

Im ganzen Video werden keine Politiker oder politische Themen namentlich erwähnt, die Werbung erscheint aber kaum zufällig jetzt, da Trumps Grenzmauer zwischen den beiden Ländern das umstrittenste politische Thema in beiden Ländern ist.

(pb/oli)

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